Badminton: Team-EM
Mag Miteinander und Medaillen: Kai Schäfer

Lüdinghausen -

Am Dienstag beginnt im nordfranzösischen Liévin die Mannschaftseuropameisterschaft. Kai Schäfer (Union Lüdinghausen) nimmt das schwache DM-Abschneiden als gutes Omen. Bei den Frauen sind gleich zwei Spielerinnen des örtlichen Bundesligisten im Einsatz.

Montag, 10.02.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 11.02.2020, 19:22 Uhr
Bei der Mixed-Team-EM 2019 war Kai Schäfers Sieg über den englischen Altmeister Rajiv Ouseph (im Vordergrund) ein Schlüsselmoment – für den Lüdinghauser wie für die DBV-Auswahl.
Bei der Mixed-Team-EM 2019 war Kai Schäfers Sieg über den englischen Altmeister Rajiv Ouseph (im Vordergrund) ein Schlüsselmoment – für den Lüdinghauser wie für die DBV-Auswahl. Foto: flo

Gut, dass Kai Schäfer bei der Deutschen Meisterschaft so schlecht abgeschnitten hat. Sagt Kai Schäfer. Was im ersten Moment schräg klingen mag, mit Blick auf die heute im nordfranzösischen Liévin beginnende Badminton-Team-EM aber durchaus Sinn ergibt. „Wann immer es bei der DM nicht lief, waren die anschließenden Wochen und Monate umso erfolgreicher“, führt die Nummer eins des Bundesligisten Union Lüdinghausen aus

Wendepunkt 2019: der Sieg über Ouseph

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Stimmt ja auch. Man erinnere sich nur ans Vorjahr. Mixed-Team-Europameisterschaft in Kopenhagen. Kurz zuvor war Schäfer im Halbfinale von Bielefeld am späteren Meister Max Weißkirchen gescheitert. In der dänischen Hauptstadt drehte der Lüdinghauser dann plötzlich auf. Den ehemaligen Top-Ten-Spieler und All-England-Gewinner Rajiv Ouseph bezwang der glänzend aufgelegte Unionist in zwei Sätzen. Es war ein Wendepunkt. Für Schäfer selbst, der später bei Challenger-Turnieren und in der Liga ähnlich brillierte, aber auch für das junge deutsche Team. Das war in jenem Moment kurz davor, auszuscheiden – nur um zwei Tage später im Finale zu stehen und sich ziemlich überraschend hinter Dänemark Silber zu sichern.

Vielleicht war es indes gar nicht die DM-Pleite 2019, die den Unionisten anschließend über sich hinauswachsen ließ, sondern schlicht die Tatsache, dass es sich um eine Mannschafts-EM handelte. Der Individualsportler Schäfer mag dieses Miteinander. Unlängst nach seinem schönsten Erfolg befragt, verwies der 26-Jährige auf die U 19-Kontinentalmeisterschaft vor geraumer Zeit, bei der die gemischte DBV-Auswahl Bronze gewann. „Das Teamgefüge war damals herausragend“, erinnert sich der Lüdinghauser, für den es nach 2016 und 2018 (jeweils im russischen Kasan) der dritte Herren-Teamwettbewerb ist.

Und immer gab es Edelmetall. Das sei auch diesmal das Ziel. Nur bei einem neuerlichen Halbfinaleinzug wäre Deutschland für die WM Mitte Mai im dänischen Aarhus qualifiziert. Schäfer und Co., in Frankreich an Position fünf gesetzt, treffen in der Vorrunde am heutigen Dienstag, 16 Uhr, auf Tschechien, tags darauf, gleiche Zeit, auf Aserbaidschan und am Donnerstag, 18 Uhr, dann auf Island.

Li und Efler im Aufgebot

Nur der Gruppensieger ist im Viertelfinale dabei. Der erste Gegner sei zugleich der stärkste, argwöhnt Schäfer: „Gerade im Einzel sind die Tschechen ganz gut besetzt.“ Und Gold? Gehe wie immer an Dänemark.

Das einzige europäische Land, das sich halbwegs mit den asiatischen Top-Nationen messen kann, ist auch bei den Damen der Favorit. Nur ein Mal in der jüngeren Vergangenheit, 2012 in Amsterdam, gelang es den DBV-Frauen, den Seriensieger zu entthronen. Den entscheidenden Punkt holte vor acht Jahren: Karin Schnaase. Ihre Nachfolgerin bei Union , Yvonne Li, würde – nach Silber 2018 in Russland – in Liévin liebend gern in die Fußstapfen der Lüdinghauser Vereinsikone treten. Aber: „Die Däninnen sind diesmal wieder verdammt stark.“

Vorrangiges Ziel sei daher: Als Gruppensieger oder bester Zweiter auch die anschließende Runde der letzten Acht überstehen und somit das WM-Ticket lösen. Die DBV-Damen, zu denen ebenfalls Lis Teamkollegin Linda Efler zählt, bekommen es in Frankreich in der Vorrunde mit der Slowakei (Dienstag, 12 Uhr), Portugal (Mittwoch, 19 Uhr) und Lettland (Donnerstag, 14 Uhr) zu tun.

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