Badminton: Bundesliga
Ligarivale von Union Lüdinghausen gibt auf

Lüdinghausen -

Der TSV Freystadt wirft nach der Saison das Handtuch. Es fehlt am lieben Geld. Beim Ligakonkurrenten Union Lüdinghausen bedauert man diesen Schritt – aus mehreren Gründen.

Dienstag, 11.02.2020, 19:17 Uhr aktualisiert: 12.02.2020, 17:50 Uhr
Gern gesehene Gäste im Anton: Johannes Pistorius und die Ex-Freystädterin Jenny Moore. Nach der laufenden Saison zieht sich der TSV aus der Beletage zurück. Ihr letztes Match in vier Jahren Bundesliga bestreiten Pistorius und Co. am 15. März (Sonntag) in Lüdinghausen.
Gern gesehene Gäste im Anton: Johannes Pistorius und die Ex-Freystädterin Jenny Moore. Nach der laufenden Saison zieht sich der TSV aus der Beletage zurück. Ihr letztes Match in vier Jahren Bundesliga bestreiten Pistorius und Co. am 15. März (Sonntag) in Lüdinghausen. Foto: flo

Der TSV Freystadt , Ligakonkurrent des SC Union Lüdinghausen , zieht sich am Saisonende aus der Badminton-Beletage zurück. Das ist zunächst mal für den Verein, seine Spieler und die Fans des TSV eine traurige Nachricht. Aber auch der Liga tut das Aus der Freystädter nicht gut. Ob Union von der Entscheidung direkt betroffen ist, wird sich zeigen.

Lüdinghausens Teammanager Michael Schnaase jedenfalls findet es „sehr schade“, dass die Oberpfälzer das Handtuch werfen. Deren Verantwortliche um Abteilungsleiter Stephan Pistorius seien immer mit großem Engagement bei der Sache gewesen. Auch unterstützten erfreulich viele Fans das Team bei den Heimspielen. Sportliches Highlight in vier Erstligajahren war das Erreichen der Playoffs 2019. Und doch sei das Unterfangen Bundesliga finanziell nicht mehr darstellbar, so der TSV-Macher: „Leider haben wir es nicht geschafft, einen größeren Sponsor für uns zu gewinnen, um auch fortan die Personal- und Logistikkosten stemmen zu können. Schulden zu machen, kommt für uns nicht in Betracht.“

Viele Erstligisten kämpfen – auch Union

Nach der Decke strecken müssen sich außer Serienmeister Bischmisheim und, mit Abstrichen, Mülheim sowie Beuel sämtliche Erstligisten – auch Lüdinghausen. „Irgendwie schaffen wir es seit 2002, den Leuten erstklassigen Sport zu bieten. Aber es ist jedes Jahr aufs Neue ein Kampf, die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen“, erklärt Schnaase. Dass der Ligaverband (DBLV) den Wettbewerb künftig in Eigenregie vermarkte, komme den Vereinen mittelfristig gewiss zugute. Aber: „Die Klubs müssen zunächst in Vorleistung gehen – etwa bei der Anschaffung von Kameras für die Übertragungen im Netz.“

Erschwerend für Freystadt: die Randlage. Die Fahrtkosten seien deutlich höher als die der NRW-Klubs, weiß Pistorius. Mit der Differenz könnte sich der TSV, über das Jahr gesehen, einen zusätzlichen Ausländer leisten, hat der Abteilungsleiter ausgerechnet.

Auf- und Abstieg geraten im Zuge der TSV-Entscheidung womöglich zur Farce. Bislang einziger ernsthafter Anwärter auf einen Platz im Oberhaus ist Süd-Zweitligist SG Schorndorf. Somit würde selbst das abgeschlagene Erstliga-Schlusslicht Neuhausen – ohne Relegation – die Klasse halten.

Zudem bekommt es Freystadt in den verbleibenden drei Begegnungen mit den Playoff-Anwärtern Wipperfeld, Mülheim und Lüdinghausen zu tun, könnte also das Zünglein an der Waage spielen. „Wir werden aber“, verspricht Pistorius, „in allen Partien das bestmögliche Team aufbieten. Um uns bloß nicht dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung auszusetzen.“

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