Badminton: Team-EM
Ein Schritt fehlt zum Titel – Silber für Li und Efler

Lüdinghausen/Liévin -

Selten war die Chance einer deutschen Mannschaft größer, Dänemark den Triumph streitig zu machen. Am Ende unterlag die DBV-Auswahl dem Seriensieger mit 1:3 – obschon zwei Lüdinghauserinnen alles gegeben hatten.

Sonntag, 16.02.2020, 21:33 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 17:38 Uhr
Bezwang im ersten Einzel die Dänin Julie Dawall Jakobsen nach packenden 70 Minuten: die Lüdinghauserin Yvonne Li.
Bezwang im ersten Einzel die Dänin Julie Dawall Jakobsen nach packenden 70 Minuten: die Lüdinghauserin Yvonne Li. Foto: Claudia Pauli/DBV

Dass Dänemark bei der Badminton-Team-EM in Liévin die Goldmedaille gewonnen hat, sollte an sich niemanden überraschen. Die Skandinavierinnen sind auf dem Kontinent nun mal das Maß aller Dinge, bei bislang acht Austragungen triumphierten sie beeindruckende sechs Mal. Und doch bleibt der Eindruck, dass für Finalgegner Deutschland mehr drin war als „nur“ Silber.

Denn der üblicherweise nicht zu schlagende Gegner musste im Endspiel auf seine zwei Besten, Line Kjaersfeldt (war gar nicht erst mit nach Frankreich gereist) und Mia Blichfeldt (angeschlagen), verzichten. Entsprechend schwer tat sich der Top-Favorit gegen die lustvoll fightende DBV-Auswahl, die sich am Ende aber doch wieder – wie 2018 in Russland – den Däninnen mit 1:3 geschlagen geben musste.

„Alles war heute möglich. Wir hätten den Sieg ebenso verdient gehabt“, meinte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz nach der teils dramatischen Partie. Zum Auftakt bezwang Yvonne Li (Lüdinghausen) Angstgegnerin Julie Dawall Jakobsen, gegen die sie zuletzt drei Mal in Folge verloren hatte, mit 19:21, 24:22 und 21:16. „Wir waren beide supernervös und haben nur darauf gewartet, wer den ersten Fehler macht. Das war ein richtig harter Fight“, gab die Deutsche Meisterin anschließend zu Protokoll.

Umkämpftes Doppel

Nicht weniger umkämpft das erste Doppel zwischen Linda Efler /Isabel Herttrich (Lüdinghausen/Bischmisheim) und Alexandra Bøje/Mette Poulsen): Nach 80 Minuten hieß es 24:22, 16:21 und 19:21 aus Sicht der beiden Deutschen. „Wir hatten im dritten Satz einen sehr schlechten Start, lagen 0:6 hinten und haben uns dann richtig gut zurückgekämpft“, berichtete Unionistin Efler. Ihre Partnerin ergänzte: „Am Ende waren es dann zwei blöde Entscheidungen von mir, die den Ausschlag gegeben haben.“

Im anschließenden zweiten Einzel unterlag Fabienne Deprez (Aulnay-sous-Bois/Frankreich) Ex-U 19-Vizeweltmeisterin Line Chris­tophersen mit 14:21 und 11:21. Den 3:1-Endstand machten Maiken Fruergaard und Amalie Magelund durch das 19:21, 21:17 und 21:12 über Stine Küspert (Bischmisheim) und Kilasu Ostermeyer (Refrath) perfekt.

Auch Torrance zur WM

Tags zuvor hatte Deutschland Überraschungshalbfinalist Schottland mit demselben Ergebnis ausgeschaltet. Zwar verlor Li das Top-Einzel gegen die in der Weltrangliste auf Rang 30 und damit zwölf Plätze vor ihr notierte Kirsty Gilmour mit 21:19, 19:21 und 15:21. Doch anschließend gab sich das DBV-Team keine Blöße mehr.

Den entscheidenden dritten Punkt steuerten Efler/Herttrich mit dem letztlich souveränen 2:0 (21:19/ 21:14) über Eleanor O‘Donnell/Ciara Torrance bei. Torrance, die wie Efler für den hiesigen Bundesligisten aufschlägt, durfte sich mit Bronze trösten – und der Tatsache, dass die ebenfalls für die Mannschafts-WM qualifizierten Schottinnen Deutschland Mitte Mai nach Aarhus/Dänemark begleiten.

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