Fußball: Bezirksliga 11
Glück auf – Osman Köse coacht Union Lüdinghausen

Lüdinghausen -

Der SC Union Lüdinghausen hat einen Nachfolger für Tobias Tumbrink (wechselt im Sommer zum BSV Roxel) gefunden: Osman Köse, 31 Jahre, aus Hamm. Erfahrung als Senioren-Trainer bringt der Neue keine mit, dafür eine umso beeindruckendere Vita.

Mittwoch, 19.02.2020, 11:55 Uhr aktualisiert: 20.02.2020, 17:22 Uhr
Hießen Osman Köse (M.) am Westfalenring willkommen (v.l.): Werner Stattmann, Daniel Schürmann, Ingo Witschenbach und Norbert Höning.
Hießen Osman Köse (M.) am Westfalenring willkommen (v.l.): Werner Stattmann, Daniel Schürmann, Ingo Witschenbach und Norbert Höning. Foto: flo

Hätten die Verantwortlichen des SC Union Lüdinghausen auch nur den leisesten Zweifel daran gehabt, dass Osman Köse der richtige Mann für den Trainerposten ab der kommenden Saison beim hiesigen Fußball-Bezirksligisten ist: Der künftige Coach wischt sie mit einem Wort beiseite. Vorsichtige Frage aus dem Vorstand: Mit welchem Bundesligisten er es denn halte? Antwort Köse: „Schalke“. Aufatmen und Kopfnicken bei den S 04-Fans Daniel Schürmann , Ingo Witschenbach sowie Werner Stattmann. Guter Mann, Sache geritzt, Glück auf (selbst Gladbach-Anhänger Norbert Höning scheint nach nach der kleinen Vorstellungsrunde am späten Dienstagabend im Vereinsheim angetan).

Mit Özil und Höwedes in einem Team

Wobei der 31-Jährige ja nicht nur für die Königsblauen schwärmt, sondern selbst einer war – darunter drei Saisons in der A- und B-Jugend-Bundesliga. „Coole Truppe“, findet Köse und listet ein paar Spieler auf, an deren Seite er damals als Linksverteidiger gekickt hat: Mesut Özil, Benedikt Höwedes, Carlos Zambrano. Wow.

Auch ihm standen seinerzeit viele Türen offen. Obschon er vor seinem ersten Profieinsatz 2008 für den VV St. Truiden, mit dem er ein Jahr später in die erste belgische Liga aufstieg, „im Spielertunnel die Hosen gestrichen voll hatte“. 14 000 Zuschauer: Da kann einem schonmal anders werden.

Dann kamen die wirklich lukrativen Offerten: Anderlecht. Osasuna. Hauptsache Berufsfußballer. Doch ein folgenschwerer Tritt im Training von Teamkollege Simon Mignolet (später unter Jürgen Klopp Keeper in Liverpool) beendete jäh den Traum des jungen Mannes. Trümmerbruch im Knöchel. Karriereende mit 22.

„Da hatte ich eine Weile dran zu knabbern“, gesteht Köse, der es später noch bei seinem Stammverein Hammer Spielvereinigung, zu der Zeit Westfalenligist, probierte und die Laufbahn 2015 bei Eintracht Werne ausklingen ließ. Da stand er längst im Berufsleben. Ausbildung zum Mechatroniker, heute Tüv-Prüfer in seiner Heimatstadt. Köse kommt aus einer Malocher-Familie, der Vater: über 30 Jahre auf dem Pütt. „So was prägt.“

Schürmann: Genau der Richtige

Ganz los ließ ihn der Fußball indes nicht. Bruder Bahattin, 29, verdient sein Geld in der Türkei, bei Samsunspor. Osman probierte es, ein paar Nummern kleiner, im Trainergeschäft. Beckumer Spielvereinigung, U 19, aktuell hospitiert er am DFB-Nachwuchsstützpunkt Unna/Hamm. Erfahrungen im Seniorenbereich? Keine, sieht man von einem ganz kurzen Missverständnis beim TSC Hamm ab.

Dennoch glaubt Schürmann, den Richtigen für die Aufgabe am Westfalenring gefunden zu haben: „Osman steht mitten im Leben, hat Job, Familie und keine Flausen im Kopf. Das war uns bei der Auswahl wichtig“, erklärt der sportliche Leiter. In Sachen Fußball könne man ihm eh nichts vormachen. Und was die speziellen Gegebenheiten bei Union angehe, „da werden Ingo Witschenbach und ich ihm anfangs unter die Arme greifen“. Darum habe der Trainer-Novize ausdrücklich gebeten.

Letztens, beim Testspiel in Ascheberg, hat Köse die Truppe zum ersten Mal in Augenschein genommen. Seine ersten Eindrücke: „sehr diszipliniert, Potenzial vorhanden, vielleicht ein bisschen ruhig auf dem Platz“. Aber das kann Köse, dessen Vertrag auch für die A-Liga gilt, dann ja ändern, im Sommer.

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