Motorsport: Absage
Stiller Feiertag – kein Grasbahnrennen an Christi Himmelfahrt

Lüdinghausen -

Auch das größte Sportevent im Altkreis, zu dem Jahr für Jahr viele tausend Menschen pilgern, findet 2020 nicht statt. Die Absage sei alternativlos, erklären die Verantwortlichen – mit durchaus gravierenden Folgen für den ausrichtenden AMSC Lüdinghausen.

Dienstag, 24.03.2020, 14:12 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 16:42 Uhr
Das international besetzte Grasbahnrennen auf dem Westfalenring in Lüdinghausen findet in diesem Jahr nicht statt.
Das international besetzte Grasbahnrennen auf dem Westfalenring in Lüdinghausen findet in diesem Jahr nicht statt. Foto: mib

Das Dröhnen der Maschinen, das Gejohle der vielen tausend Fans: Wann immer der AMSC Lüdinghausen zum international besetzten Grasbahnrennen – traditionell am Vatertag – einlädt, steigt auch der Lärmpegel ganz erheblich. 2020 indes wird Christi Himmelfahrt , zumindest rund um den Westfalenring, ein ausnehmend stiller Feiertag. Die Verantwortlichen haben – „schweren Herzens“, wie es in einer Pressemitteilung des Vereins heißt – aufgrund der anhaltenden Corona-Krise das Motorsportspektakel abgesagt. Austragung Nummer 81 hätte am 21. Mai steigen sollen.

Schwerer Schlag für die Veranstalter

Für den AMSC ist das ein in mehrfacher Hinsicht schwerer Schlag. Die intensiven Vorbereitungen seit dem Jahreswechsel: für die Katz‘. Der wirtschaftliche Schaden: immens. Dennoch sei die Absage zu diesem Zeitpunkt alternativlos, wie AMSC-Sprecher Ulf Klingenberg betont: „Hätten wir weiter abgewartet, wären die Kosten noch höher gewesen.“ Und da in den umliegenden Kommunen teils bis Ende Juni alle öffentlichen Veranstaltungen gecancelt worden seien, „mussten wir die Reißleine ziehen. Das Thema wird sich ja leider nicht in den nächsten vier Wochen von selbst erledigen.“

Zudem sei sich der Verein seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, wie die beiden Vorsitzenden Karsten Jakobs und Thomas Raesfeld in dem offiziellen Schreiben mitteilen: „Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Gesundheit aller Clubmitglieder, Familien, Fans, Fahrer, Helfer und Gäste zu schützen.“

Zuschauerausschluss stand nie zur Debatte

Die Rennen ohne Publikum auszutragen, habe nie zur Debatte gestanden, ergänzt Klingenburg: „Zum einen gehört die tolle Kulisse einfach zu diesem Event dazu. Zum anderen wäre es logistisch fast gar nicht möglich, in diesem weitläufigen Areal die Menschen komplett auszusperren.“ Und selbst wenn: „Angesichts der aktuellen Reisebeschränkungen hätte die Hälfte der Teilnehmer, darunter fast alle ausländischen Fahrer, gar nicht kommen können.“

Auch eine Verschiebung hält der Sprecher für kompliziert. Zwar gab es in der Vergangenheit bereits zusätzliche DM-Läufe im Spätsommer. Aber: „Der Rennkalender ist inzwischen bis in den Oktober so voll, dass es sehr schwer werden würde, einen passenden Nachholtermin zu finden.“

Dann lieber alle Kräfte bündeln für die Neuauflage am 13. Mai 2021. Denn trotz des „finanziellen Desasters“ (Klingenberg) sei man guter Dinge, die große Motorsporttradition – das erste Rennen fand im Jahr 1951 statt – in Lüdinghausen fortzusetzen.

Auch kein Mofarennen

Die Absage betrifft auch das Zwei-Stunden-Mofarennen am Vorabend des Feiertags (20. Mai) sowie das Rasenmäherrennen am 6. Juni (Samstag). Bereits online erworbene Karten für das Event am Vatertag können zurückgegeben werden. Erst vier Mal in 69 Jahren ist das Motorsportspektakel abgesagt worden. 1957 und 1984 spielte laut Vereinschronik das Wetter nicht mit. 1958, ein Jahr nach dem ersten Ausfall, war die Clubkasse leer.

...

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7341389?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35335%2F
Nachrichten-Ticker