Motorsport: Zwangspause
Däumchen drehen statt Gas geben – Hülshorst im Wartestand

Lüdinghausen -

Für Christian Hülshorst ist der Grasbahnsport die schönste Nebensache der Welt. Nur nachgehen kann er ihr in Zeiten von Covid-19 nicht. Wann für den Mann vom AMSC Lüdinghausen die Zwangspause vorbei ist? Gute Frage.

Dienstag, 24.03.2020, 17:34 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 16:42 Uhr
Säße in diesen Tagen fast noch lieber auf dem Bock als auf dem Siegerpodest: Christian Hülshorst.
Säße in diesen Tagen fast noch lieber auf dem Bock als auf dem Siegerpodest: Christian Hülshorst. Foto: mib

Nur ein Mal in seiner langen Motorsportkarriere hat Christian Hülshorst ein Grasbahnrennen am Westfalenring verletzungsbedingt verpasst. Ansonsten war der Mann vom AMSC Lüdinghausen seit 1994 immer am Start. Logisch, dass gerade den 42-Jährigen – Urgestein und Liebling der Fans – die Absage des Heimrennens zutiefst deprimiert: „Es ist ja nicht nur, weil ich der Lokalmatador bin. Das Event in Lüdinghausen zählt neben dem in Teterow zu den zuschauerträchtigsten überhaupt. Entsprechend beliebt sind im Fahrerlager beide Veranstaltungen.“

Beide hätten im Mai stattfinden sollen, beide: gecancelt. Wie auch alle übrigen Rennen in den nächsten acht Wochen. Däumchen drehen statt Gas geben. Nicht mal unter Wettbewerbsbedingungen üben dürfen die Stahlschuhdrifter in Zeiten von Covid-19. Zwei offizielle Trainings – eins in Wagenfeld (Kreis Diepholz), das andere nahe Minden – fallen ebenfalls aus. Dass die Maschinen einander hin und wieder berührten, sei in diesem Sport nun mal nicht auszuschließen, erklärt „Hülse“. Und: „Auch beim Schrauben lässt sich die vorgeschriebene Abstandsregel kaum einhalten.“

Schwacher Trost für den Routinier: Den (internationalen) Kollegen ergehe es kaum besser. „Die Holländer waren die Ersten, die alles abgeblasen haben. In England wurde bis vor ein paar Tagen noch gefahren, aber auch das dürfte sich inzwischen erledigt haben.“ Wann Hülshorst und Co. ihrem geliebten Hobby wieder nachgehen dürfen? Mit Prognosen hält sich der Steverstädter lieber zurück. Am 7. Juni (Sonntag) steht in Bielefeld das EM-Halbfinale an. Es wäre – Stand jetzt – die Saisonpremiere. „Allerdings kann sich das ja beinahe stündlich ändern“, weiß der AMSC-Fahrer.

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