Tischtennis: Abruptes Saisonende
Letzter Sieg von Union Lüdinghausen umso wertvoller

Lüdinghausen/Ottmarsbocholt -

Der DTTB und die Landesverbände haben entschieden: In dieser Spielzeit greift niemand mehr zum Schläger. Auch etwaige Entscheidungsspiele um Auf- oder Abstieg entfallen. Für Union Lüdinghausen ist das nicht die schlechteste Nachricht.

Donnerstag, 02.04.2020, 16:56 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 16:24 Uhr
Der wiedergenese Armin Wlosik schlägt auch künftig für Union Lüdinghausen in der NRW-Liga auf.
Der wiedergenese Armin Wlosik schlägt auch künftig für Union Lüdinghausen in der NRW-Liga auf. Foto: chrb

Am 7. März – Corona war noch ein Bier und die Welt halbwegs in Ordnung – feierte NRW-Ligist Union Lüdinghausen ein 9:5 über Schlusslicht Beckhausen. Wie viel der hart umkämpfte Erfolg wert war, zeigt sich mit dreieinhalb Wochen Verzug: Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) hat, nach Rücksprache mit den Landesverbänden, bekannt gegeben, dass in dieser Spielzeit nicht mehr zum Schläger gegriffen wird. Wer also wie Union nach dem ersten Märzwochenende auf einem Nichtabstiegsplatz stand, ist aus dem Schneider. Die Lüdinghauser hatten dank ebenjenes abschließenden Sieges die Relegationsplätze verlassen.

Wobei der WTTV eh noch darüber befinden muss, was mit den Teams passiert, die nach dem Cut einen Platz belegen, der zur Teilnahme an den (ebenfalls abgesagten) Auf- oder Abstiegsspielen berechtigt hätte. Die Zehner-Staffel um zwei, drei Mannschaften aufzustocken, wäre laut Union-Abteilungssprecher Uli Mauritz kein Problem, „dann sind wir halt bis Mai 2021 im Einsatz“.

Ligen-Reform fürs Erste wohl vom Tisch

Schon jetzt sei indes absehbar, dass die vom Verband geplante Verschlankung der Spielklassen auf zwei NRW-, vier Verbands- und acht Landesligisten angesichts der Ausnahmesituation erst später zum Tragen komme. Man müsse aktuell sogar über zusätzliche Staffeln nachdenken. Union 2 verbleibt in der Landesliga, die Dritte stand schon vor dem abrupten Ende als Absteiger in die Bezirksklasse fest. Westfalia Senden verbleibt in der Bezirksliga.

Bruno Rennack, Abteilungsleiter des SC BW Ottmarsbocholt, ist sich in zwei Punkten mit Mauritz einig. Erstens: „Es ist gut, dass die Vereine jetzt planen können – so sie von der Regelung in Sachen Relegation nicht betroffen sind.“ Und zweitens: „Gerechtigkeit für alle kann und wird es in einem solchen Fall nie geben.“ Kritisch sieht Rennack etwa, dass es Teams gibt, die zum Zeitpunkt des Abbruchs ein, zwei oder gar drei Matches mehr absolviert hatten als die Konkurrenz.

Für die erste (bleibt Oberligist) und die zweite Damenmannschaft der Blau-Weißen (stand längst als Absteiger in die Bezirksliga fest) ändert sich im Zuge der Entscheidung von DTTB und WTTV nichts. Ärgerlich: Die BWO-Männer (1. Kreisklasse) müssen mit Rang zwei im Schlussklassement vorliebnehmen – hinter dem punktgleichen TuS Ascheberg 2. Dafür ist die BWO-Reserve als Vizemeister in der 2. Kreisklasse auf dem Sprung: Tabellenführer SG Selm 3 hat dem Vernehmen nach kein Interesse an einem Aufstieg.

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