Fußball: Ascheberger will Profi werden
Der Traum des Daniel Schürmann

Ascheberg -

Trotz Corona: Daniel Schürmann hält an seinem großen Ziel – Berufsfußballer werden – fest. Den Profis des FC Schalke 04 kam der 17-jährige Ascheberger, der für den Jugend-Westfalenligisten SC Verl kickt, bereits ganz nahe. Ausgerechnet.

Dienstag, 07.04.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 09:33 Uhr
Aktuell Kapitän des U 19-Westfalenligisten SC Verl: der Ascheberger Daniel Schürmann.
Aktuell Kapitän des U 19-Westfalenligisten SC Verl: der Ascheberger Daniel Schürmann. Foto: red

Fußballprofi, vor Tausenden von Fans spielen: Es ist der Traum von vielen jungen Kickern. Doch nur die Wenigstens haben das Talent und den Ehrgeiz, dieses Ziel zu erreichen. So weit ist auch Daniel Schürmann aus Ascheberg noch nicht, er ist allerdings auf einem sehr guten Weg. 2006 fing er mit vier Jahren beim örtlichen TuS an, 2008 trainierte Schürmann bereits mit Freunden, die ein Jahr älter waren. „Mit den Jungs war ich jeden Tag auf dem Bolzplatz. Wir hatten damals eine echt gute Mannschaft, das Highlight war, als wir in der F-Jugend Kreishallenmeister geworden sind.“

Mit 13 veranstaltete der TuS ein Freundschaftsspiel gegen Rot-Weiß Ahlen, das ihm die Tür zu einem großen Verein öffnete: „Der Kontakt zu RW war schon vorher da, das Spiel hat die Ahlener dann wohl überzeugt. Später sind noch zwei Freunde vom TuS nachgekommen. Wir haben sozusagen das neue Ascheberg aufgebaut.“

Keine Anpassungsprobleme

Anpassungsprobleme hatte Schürmann in der neuen Umgebung weniger. „An das Niveau hatte ich mich recht schnell gewöhnt. Neu war, meine Zeit besser zu planen. Wenn wir in Ascheberg Training hatten, reichte es gefühlt, wenn wir fünf Minuten vor Beginn losfuhren. Das änderte sich. Wir hatten dreimal die Woche Training in Ahlen. Ich musste meine Tasche früher packen und hatte weniger Zeit. Zugleich hatte ich aber das Glück, dass Ahlens Trainer aus Herbern kam und uns immer mitnehmen konnte.“

Über weniger Freizeit beschwert sich der inzwischen 17-Jährige aber ganz und gar nich: „Ich könnte immer spielen, wenn es der Körper zulässt. Wir waren letztens auf Klassenfahrt – am Ende lag ich im Bett und dachte nur noch an Fußball.“ Schürmanns Zeit in Ahlen verlief überaus erfolgreich, in der ersten Spielzeit erzielte der Linksfuß satte 35 Tore. Vier Jahre blieb er in der Wersestadt, wurde dort außerdem zweifacher Torschützenkönig und Bezirksligameister.

Probetraining beim Lieblingsverein

Es folgte der Wechsel zum SC Verl . Die Gegner in der Westfalenliga der U 17 hießen nun Schalke, Dortmund und Bochum. Einmal wurde Schürmann zum Probetraining bei S 04 eingeladen. „Da bin ich natürlich zwei Tage lang mit einem riesigen Grinsen durch Ascheberg gelaufen – weil Schalke mein Lieblingsverein ist.“ Ein Wechsel kam nicht zustande, trotzdem überwiegt die Dankbarkeit beim Ascheberger: „Das Training, das Drumherum, die Arena, die Umgebung komplett in blau-weiß: Das war schon alles beeindruckend.“

Mit Verls B-Jugend wurde Schürmann – als Kapitän – Tabellendritter. Den Aufstieg verpassten die Ostwestfalen somit denkbar knapp verpasst, trotzdem brachte den Ex-TuS‘ler diese Phase entscheidend weiter: „In der Saison habe ich meine erste Einladung zur Westfalenauswahl bekommen. Wir hatten einen Lehrgang in Kaiserau mit zwei Trainingseinheiten, ich wurde sogar von der Schule freigestellt.“ Später traf Schürmann mit dem Verbands-Team auf eine Auswahl aus dem Saarland und die U 17-Nationalmannschaft aus Luxemburg – ein weiteres Bewerbungsschreiben, um später den Schritt zu den Profis zu schaffen.

In der Folge gelang Schürmann an der Poststraße der Sprung in die U 19, auch dort wurde er rasch Stammspieler. Vor der Corona-Zwangspause lag Verl im Mittelfeld der Westfalenliga. „Mein Heimatverein unterstützt mich zusätzlich. Der TuS ermöglicht es mir, regelmäßig zu trainieren, wenn mir danach ist. Auch mit meinen alten Kumpels gehe ich ab und an kicken. Mein Traum ist es natürlich, möglichst bald den Sprung in den Bezahlfußball zu schaffen.“ Wenn Daniel Schürmann weiter hart dafür arbeitet (und ihm kein Virus in die Quere kommt), sollte dieser Moment nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Die volle Unterstützung seiner Schule in Lüdinghausen, seines Heimatvereins Ascheberg und seiner Freunde hat der Junge auf jeden Fall.

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