Triathlon: Corona-Krise
Casimir und Weiß haben alles richtig gemacht

Lüdinghausen -

Für Dirk Casimir und Peter Weiß war 2020 von vornherein als eine Art Übergangsjahr angelegt. Insofern trifft beide Lüdinghauser die Krise nur bedingt. Viel schlimmer wäre es für die Unionisten gewesen, hätte das Coronavirus die Menschheit bereits vor zwölf Monaten heimgesucht.

Mittwoch, 08.04.2020, 17:40 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 18:20 Uhr
2015 gewann Dirk Casimir in Münster den Wettbewerb über die Olympische Distanz. 2020 lässt es der Lüdinghauser ruhig angehen.
2015 gewann Dirk Casimir in Münster den Wettbewerb über die Olympische Distanz. 2020 lässt es der Lüdinghauser ruhig angehen. Foto: pp

Als Betriebsleiter der Nottulner Bäder sitzt Dirk Casimir buchstäblich an der Quelle. Nur, dass die betreffenden Becken derzeit kein Wasser führen – und nicht absehbar ist, ob die Badesaison im Zuge der Corona-Krise womöglich ins Wasser fällt. Muss der Triathlet des SC Union Lüdinghausen also ein bisschen warten, bis man es im Kanal einigermaßen aushalten kann: „17, 18 Grad sind okay“, weiß der Ausdauersportler. Dann zwängt er sich in den Neoprenanzug und krault los.

Bis dahin – das ist ja das Schöne am Dreikampf – spult er seine bis zu 300 Kilometer in der Woche auf dem Rad ab. Oder er läuft 60, 70 Kilometer. Ob ihn bei dem aktuell tollen Wetter nicht Freizeit-Jogger und -Pedaleure bremsen? „Nö. Ich habe da meine Runde von Lüdinghausen über Nordkirchen, Capelle und wieder zurück. Da bin ich fast immer für mich.“

Nur kleinere Wettbewerbe

Das Virus, so scheint es, kann Casimir wenig anhaben. Zumal in diesem Jahr ohnehin nur wenige Wettkämpfe anstanden – etwa der City-Triathlon in Münster Ende Juni und die Vereinsmeisterschaft im August in Borken, beide über die Olympische Distanz. Zwar kann sich der Unionist „kaum vorstellen“, dass der Wettbewerb rund um den münsterischen Hafen, bei dem er 2015 triumphierte, tatsächlich stattfindet. Aber: „Im Grunde habe ich alles richtig gemacht.“

Man stelle sich bloß vor, Covid-19 hätte den Planeten bereits vor einem Jahr heimgesucht: kein Ironman in Hamburg – und damit auch kein Start in Hawaii. Erst durch seinen Altersklassenerfolg in der Hansestadt löste Casimir das WM-Ticket – und erfüllte sich damit den größten Traum eines jeden Triathleten.

Trotzdem, nein, gerade deshalb, bedauert der Steverstädter die, die 2020 Ähnliches im Sinn hatten: „Die haben im Winter geschuftet wie ich vor zwölf Monaten. Und jetzt war alles für die Katz’.“ Hamburg, die Roth-Challenge, die EM der Eisenmänner in Frankfurt: samt und sonders abgesagt. Keine Chance, sich über die Großverstaltungen auf dem Kontinent für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren. „Bitter“ findet das Casimir.

Auch Training macht glücklich

Peter Weiß, vierfacher Hawaii-Finisher, lässt es wie sein Vereinskollege in diesem Jahr ruhiger angehen. Zwei Lang-, sechs Mittel- und zwei Kurzdistanzen hat der Lüdinghauser seit 2018 absolviert. „Ich brauche diese Wettbewerbe aber nicht zum Glücklichsein“, erklärt der Unionist. Ein paar Stunden auf der Rennmaschine die Hiddingseler Straße rauf und runter düsen: Das allein bereite ihm viel Freude, versichert der Zeitfahrspezialist. Und wenn doch noch irgendwo ein „halber“ Ironman (1,9 Kilometer im Wasser, 90 auf dem Rad, 21 in Laufschuhen) angeboten wird? „Den schaffe ich aus der kalten Hose“, lacht Weiß.

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