Reiten: Corona-Krise
Schwere Zeit für den RV Lüdinghausen

Lüdinghausen -

Albert Pernhorst hat in seinem langen Funktionärsleben viel erlebt. Die Corona-Krise aber stelle alles bisher Dagewesene in den Schatten, erklärt der Vorsitzende des RV Lüdinghausen. Schon jetzt sind die Folgen gravierend.

Donnerstag, 09.04.2020, 19:29 Uhr aktualisiert: 16.04.2020, 16:42 Uhr
Als die Welt noch in Ordnung war: Junge Prüflinge nehmen das Reitabzeichen auf der Anlage des RV Lüdinghausen in Empfang.
Als die Welt noch in Ordnung war: Junge Prüflinge nehmen das Reitabzeichen auf der Anlage des RV Lüdinghausen in Empfang.

Darüber zu diskutieren, wen die Corona-Krise womöglich härter als andere trifft, mag müßig erscheinen. In fast allen Sportarten gibt es Vereine, die in ihrer Existenz bedroht sind, da Kosten bleiben und Einkünfte wegbrechen. Auch sind die Reiter nicht allein damit, nur eingeschränkt trainieren und keinen einzigen Wettkampf bestreiten zu dürfen. Und trotzdem gibt es da diesen Unterschied: die Liebe zum Pferd.

Man nehme nur die Allerjüngsten. Die Anfänger. Sechs-, Siebenjährige – in der Mehrzahl Mädchen –, die kaum unter ihrem Helm hervorlugen können, für die der Umgang mit den Tieren aber die Welt bedeutet. Denen zu vermitteln, dass der Unterricht in diesen Tagen gestrichen ist; ihnen das Füttern, Aufzäumen, Striegeln der Tiere zu untersagen (oder nur unter strengsten hygienischen Auflagen zu gestatten): Das bricht Albert Pernhorst fast das Herz.

Strenge Verbandsvorgaben

Den Nachwuchs – auch und gerade die weniger Begüterten, die sich kein eigenes Pferd leisten können – nach Kräften zu fördern, treibt den Vorsitzenden des RV Lüdinghausen an. Der 79-Jährige hat viel erlebt als Funktionär, „aber eine so schwere Zeit hatten wir noch nie“. Dokumentieren, wer sich wann und wie lange bei den Boxen aufhält; kon­trollieren, dass auf dem Vereinsgelände in der Bauerschaft Elvert jeder den nötigen Abstand zum Nachbarn einhält; Notfallpläne erstellen, um zu gewährleisten, dass alle Pferde bewegt werden: Für Pernhorst und seine Mitstreiter ist das Neuland.

Auch wirtschaftlich gehe es ans Eingemachte: „Sollte das Turnier an Christi Himmelfahrt – eine unserer Haupteinnahmequellen – ausfallen, wird es umso schwerer, die Reitlehrer weiter zu beschäftigen.“ Die würden aber dringend gebraucht an jenem Tag X, an dem auch im Pferdesport so etwas wie Normalität einkehrt. An dem wieder Kinderaugen leuchten in Elvert.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7364719?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35335%2F
Nachrichten-Ticker