Reiten: Warten auf NRW-Beschlüsse
Banger Blick gen Düsseldorf – Turniere auf der Kippe

Lüdinghausen -

Noch sind die Turniere der Reitvereine Lüdinghausen, Seppenrade und Ascheberg nicht abgesagt. Ob sie tatsächlich stattfinden, hängt ganz wesentlich davon ab, was in der Staatskanzlei nach Ostern beschlossen wird.

Donnerstag, 09.04.2020, 19:03 Uhr aktualisiert: 16.04.2020, 16:42 Uhr
Das Speedderby zählt zu den Highlights des Turniers in Lüdinghausen – wenn es denn stattfindet.
Das Speedderby zählt zu den Highlights des Turniers in Lüdinghausen – wenn es denn stattfindet. Foto: flo

Ohne Christoph Neumann geht bei Turnieren in der Region wenig. Der Lüdinghauser stellt Leinwände auf, sorgt für die passende Beschallung sowie eine akkurate Zeitnahme, druckt Meldelisten und Ergebnisse aus. Zumindest tut er das in normalen Zeiten. Nun ist aktuell nichts normal – und Neumanns Veranstaltungstechnik bis auf Weiteres eingelagert.

Am 13. März, in Hamm-Heessen, hat der Mann zuletzt zwei Dressurprüfungen begleitet, ehe das Turnier abgebrochen und alle folgenden Events abgesagt oder verschoben wurden. Bis Mitte Mai. Mindestens. An die 20 Termine sind es bereits. „Wir hängen in der Luft“, räumt Neumann ein. Die ganze Branche schaue bange auf den kommenden Dienstag (14. April). Dann will die Landesregierung entscheiden, ob es beim allgemeinen Sportverbot in NRW bleibt. Erst danach könne die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) über mögliche Lockerungen befinden.

Vereine warten ab

Der Steverstädter empfiehlt allen Vereinen, den Stichtag abzuwarten, ehe sie weitere Veranstaltungen canceln. Auch beim RV Lüdinghausen wollen sich die Verantwortlichen erst nach Ostern verbindlich äußern, wie mit dem Himmelfahrts-Event (21. bis 24. Mai) zu verfahren sei. Die Woche drauf, über Pfingsten, stünde das Turnier des RV Seppenrade an, weitere sieben Tage später das des RV Ascheberg – alles unter Vorbehalt.

Albert Pernhorst ist mit Blick auf Christi Himmelfahrt „eher skeptisch“. Es gebe aber auch andere Stimmen im Vorstand. Abstand zu halten, sei für Pferde und Reiter nicht das Problem. „Aber was“, fragt der Chef des RV Lüdinghausen, „ist mit den Besuchern? Was mit der Gastronomie?“ Der Verkauf von Speisen und Getränken sei in der Regel ertragreicher als die Nenngelder, weiß auch Marius Brinkmann. Auf dem elterlichen Hof in Westrup geht es erst Ende September um Schleifen und Pokale. Bis dahin, hofft Brinkmann junior, sei die Corona-Krise ja vielleicht Geschichte.

Pernhorst denkt für den Fall einer Absage darüber nach, das Mai-Turnier in abgespeckter Form mit dem Reitertag am Tag der Deutschen Einheit zu koppeln. Da der 3. Oktober ein Samstag ist, könne man ohne größeren Mehraufwand tags darauf weitere Prüfungen ansetzen. Reine Wochenendveranstaltungen um ein, zwei Tage auszudehnen, bringt derweil Neumann ins Spiel: „So würden sich Publikum und Teilnehmer etwas verteilen.“

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