Fußball: Kreisliga B
Knallen virtuell die Korken bei BW Ottmarsbocholt?

Ottmarsbocholt -

Dass die hiesigen Amateurklubs die im Zuge von Covid-19 abrupt unterbrochene Spielzeit regulär fortsetzen, scheint nahezu ausgeschlossen. Für B-Ligist BW Ottmarsbocholt ist das womöglich eine gute Nachricht. Und selbst wenn nicht: Die Blau-Weißen nehmen die Dinge, wie sie kommen.

Freitag, 24.04.2020, 17:39 Uhr aktualisiert: 27.04.2020, 16:44 Uhr
Denis Hölscher (l.) und Co. haben eine famose Hinrunde bestritten – möglicherweise mit Folgen.
Denis Hölscher (l.) und Co. haben eine famose Hinrunde bestritten – möglicherweise mit Folgen. Foto: flo

Sage noch einer, die Herbstmeisterschaft interessiere ihn nicht die Bohne. Für die B-Liga-Fußballer des SC BW Ottmarsbocholt könnte sich der Gewinn des Hinrundentitels im Nachhinein als äußerst wertvoll erweisen.

Aktuell sind auf Westfalenebene die Juristen am Zug. Da der FLVW eine Flut an Prozessen befürchtet, hat er ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. Somit müssen die Kreise, die bereits signalisiert haben, die Beschlüsse aus Kaiserau einheitlich umsetzen zu wollen, weiter warten. Anfang Mai will der Verbands-Fußball-Ausschuss eine Empfehlung abgeben, wie in Sachen Aufstieg zu verfahren sei.

Bis Dienstag hatten sich in einer Umfrage knapp 90 Prozent der Vereine zwischen Ruhr und Lippe für einen Abbruch der Spielzeit ausgesprochen (den auch die Kreise fordern). Bleibt die Frage, ob die Saison a) komplett annulliert wird (was für den Verband eher nicht in Betracht kommt), ob die Tabelle b) nach Ende der Hinrunde maßgeblich ist, oder ob c) Meister wird, wer zum Zeitpunkt des Abbruchs ganz vorne stand.

„Fairste Lösung“

In Ottmarsbocholt haben sie für Variante b) votiert – und zwar nicht, weil die Blau-Weißen dann virtuell die Korken knallen lassen könnten, wie Abteilungs-Vize Christian Schmauck beteuert: „Wenn jeder ein Mal gegen jeden spielt und man dann den Cut macht, dann ist das aus unserer Sicht einfach die fairste Lösung.“

Kommt Variante c) zum Tragen, wären Ottmarsbocholt (Siebter bei drei Partien weniger) und Senden 2 (Vierter) aus dem Rennen. Dann würde Hiltrup 2 aufsteigen und Saxonia Münster die Relegation (falls es eine solche überhaupt gibt) bestreiten. Ärgerlich wäre das für die Elf von Spielertrainer Matthias Gerigk insofern, da sie sich in den Nachholspielen gegen die Kellerkinder Albachten 2, Birati und Centro Espanol kaum eine Blöße gegeben hätte.

So oder so: Im Sportpark nehmen sie die Dinge, wie sie kommen, versichert Georg Goerdt: „Erstens gibt es in Zeiten von Covid 19 Wichtigeres als den Amateursport. Und zweitens sitzen im Kreisvorstand sowie auf Verbandsebene vernünftige Leute. Die werden schon die richtigen Entscheidungen treffen. Man kann es eh nicht allen recht machen.“

Dem Kreisvorsitzenden Norbert Krevert in die Parade zu fahren, verbiete sich indes, so der Chef der BWO-Fußballer: „Er hat Anfang März, als es hier im Dorf den ersten Corona-Fall gab, umgehend unserer Bitte entsprochen, die Birati-Partie vom Spielplan zu nehmen. Da können wir ja schlecht ein paar Wochen später unsere Anwälte in Stellung bringen.“

TuS hofft, Union bangt

Auch für die hiesigen B-Liga-Frauen könnte die Spielzeit ein gutes Ende nehmen. Ascheberg war am Jahresende Zweiter hinter Selm/Südkirchen, Anfang März grüßte der TuS sogar von ganz oben. Zwei Teams, so der ursprüngliche Plan, gehen hoch. „Bleibt es dabei, machen wir im Stillen eine Flasche Sekt auf“, erklärt Coach Manfred Trahe. Komplizierter liegen die Dinge im Kreis Ahaus/Coesfeld (nur ein Aufsteiger). Lüdinghausen war zum Zeitpunkt der Unterbrechung Klassenbester, hatte den ersten Saisonteil aber aufgrund des minimal schlechteren Torverhältnisses als Zweiter hinter der punktgleichen TSG Dülmen beschlossen. „Nach 2019 erneut so knapp zu scheitern“, wäre schon bitter, findet Union-Trainer René Gückel.

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