Reiten: Corona
Ganz oder gar nicht – Turnierabsagen drohen

Lüdinghausen -

In Lüdinghausen (21. bis 24. Mai), Seppenrade (30. Mai bis 1. Juni) und Ascheberg (5. bis 7. Juni) stehen demnächst drei Turniere an. Pferdesportfans sollten sich indes keine allzugroße Hoffnungen machen, dass im Altkreis tatsächlich geritten wird. Eine Veranstaltung findet definitiv nicht statt.

Dienstag, 28.04.2020, 17:51 Uhr aktualisiert: 28.04.2020, 17:58 Uhr
Immer ein Blickfang: das Speedderby in Ascheberg (hier Seriensieger Joachim Raguse vom RV Herbern). In diesem Jahr wird es, falls kein Wunder geschieht, ausfallen.
Immer ein Blickfang: das Speedderby in Ascheberg (hier Seriensieger Joachim Raguse vom RV Herbern). In diesem Jahr wird es, falls kein Wunder geschieht, ausfallen. Foto: flo

Der RV Senden hat – neben den Ende Mai angesetzten Volti-Wettbewerben – auch das große Turnier am ersten Juliwochenende abgesagt. Überraschen kann das in Zeiten von Corona niemanden. Viele vergleichbare Veranstaltungen sind, bis weit in den Sommer hinein, ebenfalls gecancelt. Auffälliger ist da schon, dass drei Reitturniere, die deutlich eher stattfinden (sollen), noch auf der Tagesordnung stehen: in Lüdinghausen (21. bis 24. Mai), Seppenrade (30. Mai bis 1. Juni) und Ascheberg (5. bis 7. Juni). Pferdesportfans sollten sich indes keine allzugroße Hoffnungen machen, dass im Altkreis um Christi Himmelfahrt und Pfingsten rum tatsächlich geritten wird.

Als „sehr gering“ beziffert Martin Fallenberg, Vorsitzender in Ascheberg, die Chance, dass das Turnier des RV St. Hubertus wie geplant über die Bühne geht. Eine finale Entscheidung zögere der Vorstand nur deshalb hinaus, „weil die Reiterliche Vereinigung uns empfohlen hat, den Nennschluss auf bis zu fünf Tage zu verkürzen“. Hintergrund: Sollte es doch noch grünes Licht für die betreffenden Events geben, sparen sich die Vereine die aufwendige Rückabwicklung.

Beim RV Lüdinghausen, wo am Vatertag traditionell der Startschuss für den Freiluftturnierreigen fällt, rechnen sie kaum mit einer entsprechenden Freigabe. „Die Tendenz geht klar dahin, die Wettbewerbe abzusagen beziehungsweise in den Herbst zu schieben“, erklärt Marlies Brinkmann . Aktuell gelte für ganz NRW ja eh das grundsätzliche Versammlungsverbot. Die RV-Geschäftsführerin hofft, dass beim Corona-Gipfel von Bund und Ländern am morgigen Donnerstag „konkret geregelt wird, ab wie vielen Menschen man von einer Großveranstaltung spricht“. Die nämlich bleiben republikweit bis zum 31. August verboten. Dann hingen die Reitvereine zumindest nicht länger in der Luft, so Brinkmann.

Und was, wenn die Politik weiter auf die geltenden Abstandsregeln pocht? Den Verkauf von Speisen und Getränken – ein erheblicher finanzieller Faktor für die Reitvereine – untersagt? Eine Geisterveranstaltung kommt für den RV Seppenrade laut Vorstandsmitglied Alfred Helmig jedenfalls nicht in Betracht: „Entweder ganz – oder gar nicht.“

In Senden denken sie derweil an eine Alternative zum Juli-Termin: „Denkbar wäre, ein Late-Entry-Turnier mit dem Vierkampf des Kreisreiterverbandes Anfang November zu verknüpfen“, so RV-Chef Ralph Wegener.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7388149?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35335%2F
Nachrichten-Ticker