Fußball: Serie
Drama mit Happy End – VfL Senden Kreismeister 1951

Lüdinghausen -

Schwarz-Rot gegen Schwarz-Gelb: Dieses Kräftemessen elektrisiert bereits vor 70 Jahren in der Steverstadt die Massen. Zwölf Monate später muss der VfL Senden auf dem Weg zur Kreismeisterschaft viele Steine aus dem Weg räumen.

Donnerstag, 30.04.2020, 17:52 Uhr aktualisiert: 05.05.2020, 18:08 Uhr
Die Meisterspieler des VfL aus dem Jahr 1951 (v.l.n.r.): Josef Pivl, Vorsitzender Hubert Eickens, Ludwig Winkelheide, Erich Prüsener, Helmut Ertelt, Ludwig Wagner, Hubert Potthoff, Helmut Luksch, Hans Wydra, Geschäftsführer Bernhard Heinemann, Josef Reismann, Georg Wydra und Gustav Soffke.
Die Meisterspieler des VfL aus dem Jahr 1951 (v.l.n.r.): Josef Pivl, Vorsitzender Hubert Eickens, Ludwig Winkelheide, Erich Prüsener, Helmut Ertelt, Ludwig Wagner, Hubert Potthoff, Helmut Luksch, Hans Wydra, Geschäftsführer Bernhard Heinemann, Josef Reismann, Georg Wydra und Gustav Soffke. Foto: VfL

Der Fußball schreibt seine eigenen Geschichten. So ist die erste Pointe der 1950er Jahre, dass Union Lüdinghausen das Meisterstück mit einem 2:0 vor 1000 Zuschauern ausgerechnet gegen Fortuna Seppenrade perfekt macht. Legendenstatus erlangt ein Jahr später die Pivl-Elf, die Mannschaft des VfL Senden um Josef Pivl, die auf dem Weg zur Kreismeisterschaft viele Steine aus dem Weg räumen muss. Eine Story zwischen tief betrübt und himmelhoch jauchzend.

Der Kreis Lüdinghausen lässt seine Mannschaften in zwei Gruppen spielen. Der VfL Senden liegt im Winter hinter der Reserve des BV Selm zurück und startet eine Aufholjagd. Die erhält einen Dämpfer, denn ein 3:2-Sieg gegen PSV Bork wird von der Spruchkammer kassiert. Der Schiri hat ein drittes Borker Tor nicht anerkannt, die jugendlichen PSV-Fans stürmen den Platz, beleidigen den Schiri und werden der Anlage verwiesen. Die Spruchkammer befasst sich mit dem Geschehen, erkennt den Sendener Sieg ab und setzt das Spiel neu an. Pivl und Co. lassen ihren Frust auf dem Feld raus: 9:0 heißt es bei der Neuauflage.

Das Drama nimmt am letzten Spieltag seinen Lauf. Der VfL Senden und BV Selm 2 trennen sich am letzten regulären Spieltag 1:1, beenden die Serie punktgleich und sehen sich zu einem Entscheidungsspiel in Nordkirchen wieder. Es geht wie die Saison in die Verlängerung. Zwei Treffer von Luksch lassen Senden jubeln. Der 2:1-Sieg bringt Senden in die Endspiele gegen Westfalia Wethmar. Am Cappenberger See gewinnt die Westfalia mit 3:2, zwei Mal treffen die Sendener dabei ins eigene Tor. In Senden setzt sich der VfL mit 3:0 durch. Da Tore nicht zählen, geht es wieder in die Verlängerung. Am 13. Mai 1951 gewinnt Senden am Olfener Kanal mit 3:0, Prüsener (2) und Luksch treffen. Anschließend gratuliert Kreisvorsitzender Anton Beckensträter zu Titel und Aufstieg.

Das Drama geht aber am grünen Tisch weiter. Ein Schiedsrichter, der im Spiel Oberaden gegen Wethmar der Westfalia beim Mogeln geholfen hat, pfeift das zweite Entscheidungsspiel in Senden. Er hat nach der Partie in Oberaden den Spielbericht neu erstellt und aus dem des Felds verwiesenen Hülsmann Kuckuck gemacht. Der Tausch fliegt auf, Westfalia-Funktionäre werden gesperrt. Und der Schiri soll deswegen beim 3:0-Sieg den VfL in Senden befangen gewesen sein. Die Bezirksspruchkammer setzt dieses Spiel neu an. Jetzt gewinnt Wethmar mit 3:2 in Senden, also zwei Mal 3:2 für die Westfalia, Senden schaut in die Röhre. Bis zum 21. Juni 1951. Die Verbandsspruchkammer beendet die Farce, kassiert das Urteil der Bezirksspruchkammer, annulliert das wiederholte Entscheidungsspiel und macht Senden damit zum Kreismeister. Durchatmen!

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7388300?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35335%2F
Nachrichten-Ticker