Badminton: Bundesliga
Saisonabbruch – kein Corona-Meister

Lüdinghausen -

Union Lüdinghausen, im Vorjahr Bundesliga-Vierter, hätte gute Chancen gehabt, 2020 noch besser abzuschneiden. Trotzdem hält Teammanager Michael Schnaase den endgültigen Abbruch der laufenden Spielzeit für richtig – aus mehreren Gründen.

Montag, 18.05.2020, 18:09 Uhr
2014 nahmen die Union-Spieler und Michael Schnaase (2.v.r.) den Hans-Riegel-Pokal in Empfang. 2020 wird kein Meister gekürt.
2014 nahmen die Union-Spieler und Michael Schnaase (2.v.r.) den Hans-Riegel-Pokal in Empfang. 2020 wird kein Meister gekürt. Foto: rau

Michael Schnaase hat einen besonderen Bezug zum Hans-Riegel-Pokal. Als Spieler des BV Mülheim stemmte er die Trophäe – ausgelobt für den Deutschen Mannschaftsmeister, gestiftet vom Sohn des Gründers eines Bonner Süßwaren-Imperiums – sechs Mal in die Höhe, als Teammanager des SC Union Lüdinghausen ein Mal. Dass nun, zum ersten Mal seit 1957, kein nationaler Champion gekürt wird, findet Schnaase „sehr schade“. Trotzdem hält er die jetzt gemeinsam von Verband ( DBV ) und Ligaausschuss (AfBL) getroffene Entscheidung, den Mitte März unterbrochenen Erstligabetrieb endgültig zu beenden, für alternativlos.

„Wir hätten mindestens zwei, wahrscheinlich drei Heimspiele ohne Publikum bestreiten müssen. Da im Badminton nun mal keine TV-Gelder fließen, wäre der finanzielle Verlust enorm gewesen.“ Mit dem Final Four, das Lüdinghausen zum zweiten Mal in Folge hätte erreichen können, wären weitere Kosten auf den Meister von 2014 zugekommen.

„Sportlich“, da ist sich der Manager sicher, „wären wir weit gekommen.“ Während mancher Mitbewerber um den Titel aufgrund der anhaltenden Reisebeschränkungen längst nicht alle Top-Spieler hätte einfliegen können, wäre die Anfahrt für die beiden Niederländer in Diensten des SC Union, Nick Fransman und Jelle Maas, ein Leichtes gewesen. Aber wer will schon Corona-Meister werden? Schnaase nicht: „Es wäre kein fairer Wettbewerb gewesen.“

Praktisch alle Erstligisten teilen die Auffassung der Lüdinghauser. Zumal auch die Auf- und Abstiegsfrage längst geklärt war (Mülheim und Freystadt verlassen freiwillig die Beletage, Schorndorf und Jena rücken nach). Warum sich die Verantwortlichen trotz des sehr einheitlichen Stimmungsbildes relativ viel Zeit mit der Entscheidung ließen? Zum einen, um juristisch auf der sicheren Seite zu sein. Zum anderen, weil der DBV jede Möglichkeit ausloten wollte, den so geschichtsträchtigen Wettbewerb vielleicht doch noch zu Ende zu bringen, wie es von Verbandsseite her heißt.

Bundesliga beginnt später

Die Bundesliga-Saison 2020/21 hätte am ersten Oktober-Wochenende (3./4.) beginnen sollen – mit zwei Union-Heimspielen. Da der Termin aber mit der zwei Mal verschobenen Team-WM in Dänemark kollidiert, beginnt die Spielzeit mit 14 Tagen Verzug. Vor eigenem Publikum treten die Lüdinghauser erst wieder im November an. Was laut Teammanager Michael Schnaase auch sein Gutes habe: „Bis dahin ist die neue Halle fertig.“ Etwaige Abstandsregeln seien dort besser einzuhalten als im Anton. (flo)

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