Badminton: Trainingsstart
Kein Vergleich zur Kleintierpflege – Union-Talente wieder in der Halle

Lüdinghausen -

Seit Mittwoch dürfen hiesige Sportler wieder in die Halle – unter bestimmten Voraussetzungen. Bei Union Lüdinghausen überlassen sie diesbezüglich nichts dem Zufall. Gerade die jungen Talente aus dem Bundes- und Landeskader haben den Trainingsstart herbeigesehnt.

Donnerstag, 28.05.2020, 17:56 Uhr aktualisiert: 28.05.2020, 18:00 Uhr
Torben Bölke, Juna Bartsch (kl. Bild) und Co. freuen sich, dass sie in die Halle dürfen. Rachmat Hidyajat(l.) ist ebenfalls bester Laune.
Torben Bölke, Juna Bartsch (kl. Bild) und Co. freuen sich, dass sie in die Halle dürfen. Rachmat Hidyajat(l.) ist ebenfalls bester Laune. Foto: flo (2)/Union

Gut eine Viertelstunde sind die Nachwuchs-Asse des SC Union Lüdinghausen im Anton, da öffnet Rachmat Hidajat zum ersten Mal die Hallentüren. Was bei Temperaturen von über 20 Grad ja grundsätzlich eine gute Idee ist, in dem Falle aber in erster Linie dazu dient, „die Aerosole zu vertreiben“, wie der Landesstützpunkttrainer erklärt. Nun dürfte die Gefahr, sich das Corona-Virus einzufangen, für die neun Kinder und Jugendlichen, die sich am Mittwochnachmittag über die gesamte Halle verteilen, eher klein sein. Zumal das Vorderfeld Tabuzone ist, die Spieler einander also selten näher als drei, vier Meter kommen. Trotzdem ist die Botschaft klar: Nur nichts falschmachen. Bloß nicht riskieren, dass der Trainingsbetrieb jetzt, wo es gerade wieder losgeht, wegen der kleinsten Unachtsamkeit ebenso schnell wieder eingestellt wird.

Juna Bartsch

Juna Bartsch

Das kann man auch am 08-Hygienekonzept, erstellt von den drei Oberliga-Akteuren Lena Seibert, Paula Jünemann und Frederik Stegemann, ablesen. Detailversessen führt das Union-Trio auf knapp 20 Seiten aus, was wann wie wo wem erlaubt ist (und was tunlichst zu vermeiden). Nebst anschaulicher Skizzen. Die Fleißarbeit der Seniorenspieler orientiert sich an den Vorgaben von Bundes- und Landesverband, vertieft sie aber in etlichen Belangen. Der Beigeordnete der Stadt, Matthias Kortendieck, sei bei der Abnahme ziemlich beeindruckt gewesen, schmunzelt Hans Werner Bartsch.

Rachmat Hidajat

Rachmat Hidajat

Dabei, so der Abteilungs-Vize, sei es höchste Zeit, dass die Talente wieder zu Ball und Schläger greifen: „Die Kinder wachsen ja noch.“ Nur wenige Zentimeter mehr könnten die Koordination gravierend beeinflussen. Da sei es mit Trockenübungen in den eigenen vier Wänden über einen so langen Zeitraum nicht getan – wenngleich NRW-Landestrainer Benjamin Tzschoppe ein erstklassiges Online-Training angeboten habe: „Die Jungs und Mädchen sind ganz schön ins Schwitzen gekommen.“

Bartsch muss es wissen. Sohn Joshua zählt zu den Top-Nachwuchsleuten im Verein, Tochter Aylia Bartsch gehört sogar – neben Leon Kaschura, Linus Emmerich und Aylia Vogt – dem „German Youth Team“ an. Ob sie die Einheiten unterm Dach vermisst hätten, will Hidayjat von seinen Schützlingen wissen. Eifriges Kopfnicken.

Zwar habe sie sich in den vergangenen beiden Monaten daheim und im Stadion fitgehalten, berichtet die elfjährige Bartsch. Aber: „Auf dem Court zu stehen und sich mit anderen zu messen, ist gleich was ganz anderes.“ Für die erste 90-Minuten-Einheit im Anton hat sie sich – auch das eine der strikten Vorgaben – Julika Block aus dem NRW-Kader als Trainingspartnerin ausgesucht. Den Gegner zu wechseln, ist untersagt, alles wird schriftlich fixiert.

Und doch sind die Anwesenden mit Feuereifer bei der Sache. In den ersten Wochen nach dem Ausbruch der Pandemie sei an Sport fast gar nicht zu denken gewesen, erinnert sich Tochter Bartsch. Wie sie die Zeit überbrückt hat? Hamster und Kaninchen hat sie versorgt. „Zwei, drei Mal“ sei sie mit Bruder Joshua, einem begeisterten Angler, beim Fischen gewesen. Alles schön und gut. Aber nicht im Mindesten so spannend wie eine Badminton-Einheit im Anton – trotz der Einschränkungen.

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