Badminton: Bundesliga
Der Max-Faktor – Weißkirchen zu Union Lüdinghausen

Lüdinghausen -

Da ist Union Lüdinghausen ein richtig dicker Fisch ins Netz gegangen: Vom Ligarivalen 1. BC Beuel kommt Max Weißkirchen. Der 23-Jährige war zuletzt drei Mal in Folge Deutscher Meister. Der Bonner hat aber noch mehr zu bieten.

Freitag, 19.06.2020, 17:21 Uhr
Die neue Nummer eins des SC Union Lüdinghausen: der „Mann mit dem Zauberstab“, Max Weißkirchen.
Die neue Nummer eins des SC Union Lüdinghausen: der „Mann mit dem Zauberstab“, Max Weißkirchen. Foto: flo

Die Frage, wer der beste Badminton-Spieler im Lande sei, ist nicht so leicht zu beantworten. Kai Schäfer, sagen die einen, da er im weltweiten Ranking am besten dasteht. Fabian Roth, meinen andere. Der Saarbrücker wurde einst als Nachfolger des großen Marc Zwiebler gehandelt, ehe ihn eine schwere Verletzung zurückwarf. Nimmt man indes die Resultate bei den nationalen Titelkämpfen in Ostwestfalen zum Maßstab, dann ist er die unangefochtene Nummer eins: Max Weißkirchen , Deutscher Einzel-Meister 2018, 2019 und 2020. Bielefeld 2021, es könnten also wahre Union-Lüdinghausen-Festspiele werden. Denn der diesbezüglich schon vorher erfolgsverwöhnte Erstligist hat sich für die kommende Spielzeit die Dienste des Bonners gesichert.

Ex-U 19-Europameister

Die vielleicht noch bessere Nachricht – nennen wir sie den Max-Faktor – für alle Union-Fans: Weißkirchen ist ein exzellenter Paarspieler. Bei der DM 2019 düpierte er an der Seite von Marvin Seidel alle übrigen Spezialisten. Gold im Einzel und im Doppel: Das hatte es über 30 Jahre nicht gegeben. Und 2015 wurde er mit der Lüdinghauserin Eva Janssens U19-Europameister im Mixed.

Union-Teammanager Michael Schnaase will den Transfer-Coup dennoch nicht als Kampfansage in Richtung des Serienmeisters verstanden wissen: „Die Saarbrücker sind weiter das Maß der Dinge – zumal sie sich im Damen-Einzel, ihrer einzigen Schwachstelle, prominent verstärkt haben.“ Auch rüsteten Klubs wie Refrath und Wipperfeld weiter auf. Aber: „Dank der Verpflichtung von Max haben wir in drei von fünf Disziplinen zusätzliche Optionen.“

„Mann mit dem Zauberstab“

Freuen dürfen sich die Lüdinghauser auch auf die einzigartigen Ballvorträge der künftigen Nummer eins. Als „Mann mit dem Zauberstab“ ist Weißkirchen in der Szene bekannt. Weil er mit dem Racket Dinge anstellt, die so in keinem Lehrbuch stehen. Und der 23-Jährige selbst: Will mit Union „den nächsten Schritt gehen“. Der Verein sei – wie Beuel – hochsympathisch, habe aber einen breiteren Kader und sei somit konkurrenzfähiger im Ringen um die Play-offs. Ein weiterer Grund für den Wechsel: „Dass Christoph Schnaase, mein Trainer am Stützpunkt in Mülheim, auch die Lüdinghauser Erstligamannschaft coacht“.

International verspürt Weißkirchen nach dem Premierensieg bei einem International-Challenge-Turnier – den Austrian Open kurz vor Corona – ebenfalls Aufwind. Seinen Union-Vorgänger Schäfer im Rennen um den einzigen deutschen Startplatz bei Olympia 2021 in Tokio noch abzufangen, dürfte „sehr, sehr schwer werden“. Indes lasse er „nichts unversucht“.

Mahmoud-Wechsel

Mit Aram Mahmoud hat Lüdinghausen einen weiteren Einzel-Mann für die kommende Saison verpflichtet. Der 22-Jährige ist aktuell die Nummer drei in den Niederlanden. Bei den dortigen Titelkämpfen im Februar schaltete er im Viertelfinale seinen künftigen Vereinskollegen Nick Fransman aus. „2019 hatten wir das Pech, dass Nick lange verletzt war. Nun können wir derlei Ausfälle besser kompensieren“, erklärt Teammanager Michael Schnaase. (flo)

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