Reiten: EM-Sichtung
Jil-Marielle Becks sattelt kurzerhand um

Ottmarsbocholt -

Bei der U 25-EM-Sichtung in Kronberg (Taunus) hat Jil-Marielle Becks (RV Lüdinghausen) auf Damon‘s Delorange zwei dritte Plätze belegt. Angesichts der Umstände war die 22-jährige Ottmarsbocholterin mit dem Abschneiden absolut einverstanden.

Dienstag, 30.06.2020, 19:07 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 19:24 Uhr
Freuten sich 2019 über EM-Gold mit der Mannschaft sowie Bronze in der Kür: Jil-Marielle Becks und Damon‘s Delorange. Am Wochenende landete das Paar ebenfalls zwei Mal auf dem Podium.
Freuten sich 2019 über EM-Gold mit der Mannschaft sowie Bronze in der Kür: Jil-Marielle Becks und Damon‘s Delorange. Am Wochenende landete das Paar ebenfalls zwei Mal auf dem Podium. Foto: Sina Kuiper/fn

Jil-Marielle Becks hatte den WN schon zu Beginn von Corona verraten, dass sie die Dinge gern weit im Voraus plane. Von jetzt auf gleich umswitchen, improvisieren, die Zügel aus der Hand geben: Das ist so gar nicht nach dem Geschmack der 22-jährigen, für den RV Lüdinghausen startenden Ottmarsbocholterin. Musste sie am Wochenende aber: „Mir blieb ja nichts anderes übrig. Hätte ich die erste Sichtung verpasst, würde die EM ohne mich stattfinden.“ Die U 25-Dressur-Europameisterschaft in Ungarn (17. bis 22. August) zählt zu den wenigen großen Wettkämpfen in diesem Jahr, die bislang nicht abgesagt wurden. Also sattelte Becks wohl oder übel um und düste mit ihrer Stute nach Kronberg. Dorthin war die Sichtung – gleichzeitig die erste Station des Piaff-Förderpreises – verlegt worden, weil in Warendorf, dem ursprünglichen Veranstaltungsort, das Leben im Zuge des erhöhten Infektionsgeschehens über Nacht stillstand.

„Warendorf wäre für uns ein Katzensprung gewesen“, stöhnt Becks. Kurze Anfahrt, zwei Prüfungen, ab nach Hause. Stattdessen: Reisestrapazen, Stall wie Hotel im Taunus auf den letzten Drücker buchen – und praktisch ohne Vorbereitung ins Viereck. „Das waren für uns gleich mehrere Handicaps“, weiß die vielfache Europameisterin. So gesehen seien die dritten Plätze, die das Paar in der Intermediaire II sowie im Grand Prix – jeweils hinter der zweifachen Siegerin Ann-Kathrin Lindner (Ilsfeld) auf Sunfire und Hannah Erbe (Krefeld) mit Carlos – belegte, sehr ordentlich gewesen: „Am Samstag hatte Delorange noch ein paar kleinere Fehler drin, aber tags darauf ist sie schon deutlich besser gegangen.“

Zumal es für die 13-jährige Damon-Hill-Tochter der erste Auftritt seit jenem beim K+K-Cup zu Beginn des Jahres in Münster war. Während der turnierlosen Zeit hatte Becks vor allem an Basics wie Kraft und Ausdauer gearbeitet – damit die Westfalenstute „beim Re-Start auf jeden Fall fit ist“. Ab sofort kümmern sich Pferd und Reiterin verstärkt um die Feinheiten bei den einzelnen Lektionen. Gut zwei Wochen bleibt dem Duo dafür, dann steht die zweite und entscheidende EM-Quali in Hagen am Teutoburger Wald an. Klingt, als hätte Jil-Marielle Becks einen Plan.

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