Fußball: Frauen-Kreisliga
Knifflige Kooperation: Union Lüdinghausen und Fortuna Seppenrade in Gesprächen

Lüdinghausen/Seppenrade -

Union Lüdinghausen, eigentlich gerade in die Kreisliga A aufgestiegen, meldet seine Damen vom Spielbetrieb ab. Helfen kann jetzt nur noch eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit dem Lokalrivalen.

Freitag, 17.07.2020, 17:21 Uhr
Fußball: Frauen-Kreisliga: Knifflige Kooperation: Union Lüdinghausen und Fortuna Seppenrade in Gesprächen

Der Jubel am Westfalenring über den Aufstieg in die A-Liga währte nur kurz. Da sich in der Zwischenzeit acht Frauen abgemeldet haben, zieht Union Lüdinghausen sein Damen-Team zurück. „Ex­trem bitter“, findet das Coach René Gückel, „wir haben so lange auf dieses Ziel hingearbeitet.“ Union-Vize Daniel Schürmann führt die Flut an Abgängerinnen vor allem auf Corona zurück.

Was der Rest macht? An der Stelle kommt womöglich Fortuna Seppenrade ins Spiel. Der Ortsrivale kriegt, ebenfalls personell bedingt, keine Zweite (in der Vorsaison direkter Union-Konkurrent) zusammen. Die einfachste Lösung – beide bilden eine Spielgemeinschaft – sieht die Wettbewerbsordnung des FLVW nicht vor. „Das geht nur bei zwei ersten Mannschaften“, erklärt Kreis-Chef Willy Westphal und nennt das Beispiel Heek/Oldenburg.

Option zwei, in der B-Liga gemeinsam unter schwarz-gelber Flagge zu segeln, kommt für einige Schwarz-Rote aus Prinzip kaum in Betracht. Man kennt die Vorbehalte. Deshalb loten Schürmann und Christel Behmenburg (Fortuna), Frauen-Koordinatorin im Kreis Ahaus/Coesfeld, gemeinsam mit Westphal eine dritte Möglichkeit aus. Letzterer hat bereits beim Vorsitzenden des Verbands-Fußball-Ausschusses, Reinhold Spohn, angefragt, ob nicht doch eine wie auch immer geartete Kooperation denkbar sei.

Die Fortuna-Funktionärin und der Union-Vertreter betonen, dass eine Lösung im Sinne der Spielerinnen her müsse. Es dürfe nicht sein, dass diese ihr Hobby aufgeben, nur weil sich zwei Klubs in Teilen beharken. „Unsere JSG bei den U17-Mädels funktioniert ja auch tadellos“, so Behmenburg.

TSG hofft wieder

Als seinerzeit die Damen des SC Union Lüdinghausen zum Meister der abgebrochenen Saison und A-Liga-Aufsteiger gekürt wurden, war der Ärger beim Tabellenzweiten Dülmen groß. „Das ist eine Katastrophe“, schimpfte TSG-Trainer Markus Dominiak. Weil es die gespielte „Dreierrunde“ offiziell gar nicht gibt – und damit auch keinen Herbstmeister (WN berichteten) – schauten die Blau-Gelben, Spitzenreiter nach der ersten Teilserie, in die Röhre. „Die Mädels sind alle sauer. Wir haben uns auch beim Kreis beschwert, aber das hat nichts gebracht“, erklärte der Coach. Sogar ein Boykott der kommenden Saison habe im Raum gestanden, heißt es.Von einer formellen Beschwerde der TSG weiß der Kreisvorsitzende Willy Westphal nichts: „Der Abteilungsvorstand hat mal angefragt, ob wir die Entscheidung transparent machen können. Das habe ich gemacht. Ich hatte den Eindruck, dass das auch verstanden wurde. Es war ein Kompromiss, der nie alle Seiten zufrieden stellen kann.“Da die Lüdinghauser aber ihr Frauen-Team abgemeldet haben, hoffen sie in Dülmen wieder. „Für Union tut es mir leid, es ist nie schön, wenn sich eine Mannschaft auflöst. Aber wenn wir die Chance bekommen, doch noch aufzusteigen, werden wir diese nicht verstreichen lassen“, erklärt Julia Wagner. Die stellvertretende Abteilungsleiterin und Standby-Spielerin hält auch ein Entscheidungsmatch zwischen der TSG und Osterwick für denkbar. Beide Teams hatten nach 13 Partien denselben Punktequotienten. (jp/flo)

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