Reiten: Dressur-EM
„Okay, mehr aber auch nicht“ – Jil-Marielle Becks löst Budapest-Ticket

Ottmarsbocholt -

Jil-Marielle Becks hat es geschafft: Die Ottmarsbocholterin fährt im August zum dritten Mal in Folge zur U 25-Europameisterschaft. Richtig glücklich wirkte sie nach der finalen EM-Sichtung in Hagen a.T. mit zwei dritten Plätzen indes nicht.

Sonntag, 19.07.2020, 20:24 Uhr
2019 in Italien gewannen Jil-Marielle Becks und Damon‘s Delorange Einzel-Bronze sowie Gold mit der Mannschaft.
2019 in Italien gewannen Jil-Marielle Becks und Damon‘s Delorange Einzel-Bronze sowie Gold mit der Mannschaft. Foto: Sina Kuiper/fn-press

Sebastian Heinze fand reichlich lobende Worte für Pferd und Reiterin: „Bei Damon’s Delorange haben die Piaffen jetzt eine andere Qualität, die Stute ist im Vergleich zum Vorjahr gereift. Und Jil-Marielle Becks reitet eh mit sehr viel Übersicht“, meinte der U 25-Dressur-Bundestrainer nach dem dritten Platz der für den RV Lüdinghausen startenden Ottmarsbocholterin im Grand Prix von Hagen am Teutoburger Wald. Damit war dem Paar, das zuvor bereits bei der Intermediaire-II-Prüfung denselben Rang belegt hatte, das EM-Ticket nicht zu nehmen.

Ebenfalls im August in Budapest dabei sind Hannah Erbe (Krefeld) mit Carlos, Ann-Kathrin Lindner (Ilsfeld) mit Sunfire oder Flatley und Raphael Netz (Aubenhausen) mit Lacoste. Sunfire war wie bei der ersten Sichtung im hessischen Kronberg in bestechender Form und trug seine Reiterin zu zwei weiteren Siegen. Zweite wurde – am Freitag wie am Sonntag – Erbe.

Nicht ganz so guter Dinge wie der Bundestrainer war Becks selbst. „Die Leistung war okay, mehr aber auch nicht“, kommentierte die 22-Jährige die Auftritte von Hagen gewohnt selbstkritisch. Bei Delorange mache sich „die fehlende Routine bemerkbar. Sie trainiert zwar gut, aber in den Prüfungen kann sie das nicht in Gänze bestätigen. Dort schleichen sich immer wieder kleinere Fehler ein.“ Dass der französische Richter – anders als die vier Kollegen – die Ritte der 13-jährigen Westfalenstute zwei Mal grotesk unterbewertete, fand die Reiterin ebenfalls „nicht so cool“.

So oder so: Bis Ungarn gebe es noch eine Menge zu tun. Um die fehlende Wettkampfpraxis ein Stück weit zu beheben, werden Becks und Delorange vor Ungarn noch einen Turnier-Stopp einlegen, das sei auch die Vorgabe des Bundestrainers. Sonst sehe sie für eine weitere Einzel-Medaille schwarz. Die deutsche Equipe hat dagegen Edelmetall fest im Visier. 2018 und 2019 gab’s für Becks und Co. EM-Gold. Zudem gewann die Ottmarsbocholterin vor zwei Jahren im niederländischen Exloo auf Damon‘s Satelite NRW den U 25-Grand Prix.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7500470?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35335%2F
Nachrichten-Ticker