Badminton: Bundesliga
Die orangene Revolution – fünf Niederländer für Union Lüdinghausen

Lüdinghausen -

Union Lüdinghausen hat zwei weitere junge Spieler aus den Niederlanden verpflichtet. Ties van der Lecq dürfte den Steverstädtern im Ringen um die Playoff-Ränge schon jetzt enorm helfen, Kelly van Buiten ist eher eine Wette auf die Zukunft.

Montag, 03.08.2020, 18:04 Uhr
Holland in Rot: Nick Fransman trägt seit 2013 das Union-Jersey. Ties van der Lecq und Kelly van Buiten tun es ihm künftig gleich.
Holland in Rot: Nick Fransman trägt seit 2013 das Union-Jersey. Ties van der Lecq und Kelly van Buiten tun es ihm künftig gleich. Foto: flo/Badminton NL

Schwarz und rot sind seit Menschengedenken die Vereinsfarben des SC Union Lüdinghausen . Zumindest das örtliche Badminton-Team aber erhält einen kräftigen Orange-Anstrich. Gleich drei Niederländer – Aram Mahmoud (WN berichteten), Ties van der Lecq und Kelly van Buiten – verstärken den Bundesligisten zur neuen Spielzeit. Dazu die beiden (Nick Fransman, Jelle Maas), die bereits in der Vergangenheit das Union-Trikot getragen haben. Wie sagt der Fußballer gleich: Hup, Holland, hup.

Lange Tradition

Die Wege zwischen Lüdinghausen und Arnheim, dem zwei Autostunden entfernten nationalen Badminton-Stützpunkt, sie waren immer schon kurz. Man denke an Ruud Bosch und Selena Piek, Teil jener Lüdinghauser Mannschaft, die vor sechs Jahren erstmals Deutscher Meister wurde. Oder, später, Eefje Muskens, die verletzungsbedingt früh ihre Karriere beenden musste und inzwischen wie Bosch dem Oranje-Trainerstab angehört. Aber derart viele Spieler auf einen Schlag: Das ist selbst für die den Niederländern so freundschaftlich verbundenen Unionisten eine kleine Revolution.

Ties van der Lecq

Ties van der Lecq

 

Wobei deren Teammanager Michael Schnaase halb Holland ja nicht deshalb verpflichtet hat, weil das so ein sympathisches Völkchen ist. Neben Dänen, Franzosen, Deutschen und Engländern zählen die Niederländer seit Jahren zu den Top-Nationen auf dem Kontinent. Und natürlich befeuern die Transfers die Sehnsucht der Fans, einen ähnlichen Coup zu landen wie 2014. Schnaase, sonst eher nicht für kernige Ansagen bekannt, glaubt, dass es an der Spitze der Bundesliga fortan wieder enger zugeht: Serienmeister Bischmisheim, Refrath, Wipperfürth (hat wie Lüdinghausen personell enorm zugelegt) und, mit Abstrichen, Wittorf sieht der Union-Chef „annähernd auf Augenhöhe“.

Kelly van Buiten

Kelly van Buiten

Vor allem von van der Lecq verspricht sich Schnaase eine Menge: „Trotz seiner erst 20 Jahre zählt Ties schon jetzt zu den besten Doppelspielern des Landes.“ Bei den nationalen Meisterschaften Anfang Februar bezwang der Youngster an der Seite von Ruben Jille die EM-Dritten Maas/Robin Tabeling. Der van-Buiten-Wechsel sei dagegen eher perspektivisch zu betrachten: „Natürlich bleibt Yvonne Li unsere unangefochtene Nummer eins. Aber sollte sie im Zuge der Olympia-Quali Anfang 2021 mal fehlen, wäre Kelly eine denkbare Alternative im Einzel.“ In ihrer Altersklasse sei die 18-Jährige in den Niederlanden nahezu konkurrenzlos.

Die US-Amerikanerin Iris Wang, vor einem Jahr als Li-Backup geholt, steht den Lüdinghau­sern in der Mitte Oktober beginnenden Spielzeit nicht mehr zur Verfügung. Zudem verlässt Kai Schäfer das Team. Alle übrigen Unionisten bleiben an Bord. Prominentester Neuzugang ist der vielfache Deutsche Meister Max Weißkirchen.

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