Fußball: Bezirksliga 9
Union Lüdinghausen gibt der Jugend eine Chance

Lüdinghausen -

Union Lüdinghausen hat am Sonntag seinen Kader für die Spielzeit 2020/21 offiziell präsentiert. Externe Neuzugänge: Fehlanzeige, sieht man von Coach Osman Köse ab. Die Schwarz-Roten schlagen aus voller Überzeugung einen anderen Weg ein.

Sonntag, 09.08.2020, 21:32 Uhr
Junges Gemüse: Der neue Chefcoach Osman Köse (r.) und seine Assistenten Daniel Schürmann (links daneben) sowie Ingo Witschenbach (h.l.) setzen auf folgende Neuzugänge: Felix Heck (h.v.l.) Felix Pickenäcker, Kai Blomenkemper; Kevin Koc (v.v.l.), Yannick Barenberg, Max Schmidt, Max Keuthage und Mathis Wichmann.
Junges Gemüse: Der neue Chefcoach Osman Köse (r.) und seine Assistenten Daniel Schürmann (links daneben) sowie Ingo Witschenbach (h.l.) setzen auf folgende Neuzugänge: Felix Heck (h.v.l.) Felix Pickenäcker, Kai Blomenkemper; Kevin Koc (v.v.l.), Yannick Barenberg, Max Schmidt, Max Keuthage und Mathis Wichmann. Foto: flo

Es ist ein spannendes Experiment – für beide Seiten. Auf der einen Osman Köse , der eine verheißungsvolle Profi-Karriere vor sich hatte, ehe ihn eine schwere Verletzung jäh stoppte, für den es aber der erste Job als Senioren-Trainer ist. Und auf der anderen ein abermals verjüngtes Union Lüdinghausen , das – im Gegensatz zu den erklärten Aufstiegsanwärtern Nordkirchen und Roj – nicht auf teure Zukäufe setzt, sondern auf den eigenen Nachwuchs.

Nicht weniger als sieben vorjährige A-Junioren waren bei der offiziellen Teampräsentation am Sonntag zugegen. Der achte Neuzugang, Torsteher Yannick Barenberg, ist kaum älter und war in der Vorsaison im Wesentlichen für die Zweite der Schwarz-Roten im Einsatz. Ihnen gegenüber stehen durchaus namhafte Abgänger wie Kapitän Sven Görlich (folgt Ex-Trainer Tobias Tumbrink zum Landesligisten BSV Roxel) oder Keeper Mirco Fabry, den es ausbildungsbedingt in die Bezirksliga 7 zu Phönix Essen verschlägt.

Alle müssen lernen – auch der Trainer-Novize

Der erste Eindruck: könnte passen. „Die Jungs sind bisher sehr angetan von den Einheiten, die der neue Coach anbietet“, lobt Daniel Schürmann . Der sportliche Leiter der Lüdinghauser und Ingo Witschenbach fungieren nicht etwa als Aufpasser des Trainer-Novizen. Vielmehr nehmen sie Köse Dinge im organisatorischen Bereich ab – „was Osmans ausdrücklicher Wunsch war“, wie Witschenbach betont.

Aus 23 Spielern binnen sechs Wochen eine funktionierende Einheit zu schmieden: Damit hat Köse genug zu tun. Der Ex-Schalker bittet in dem Zusammenhang um Geduld: „Die Vorbereitung ist ja nicht mit dem ersten Spieltag am 6. September zu Ende.“ Schon gar nicht für die 18-, 19-Jährigen im Kader. Aber auch er selbst müsse viele Dinge erst lernen. Zum Beispiel? „Die jungen Leute nicht zu überfordern.“ Taktisch von einer Minute auf die andere umswitchen: Für den ehemaligen Berufsfußballer zählt das zu den leichtesten Übungen – „hilft mir nur nichts, wenn ich die Spieler nicht mitnehme“.

Ziel: der neuerliche Klassenerhalt

Welpenschutz also für den Union-Kindergärten? Jein, erklärt Ingo Witschenbach: „Bei vier Absteigern kannst du nicht erst im Oktober zu punkten anfangen.“ Schon der allererste Gegner, SuS Olfen, zähle zu den Teams, die der Co-Trainer auf Augenhöhe mit den Lüdinghausern wähnt: „Die darfst du nicht enteilen lassen.“

Denn eines stehe ja mal fest, so Schürmann: „Wir haben seit dem Bezirksligaaufstieg 2016 fast immer ums sportliche Überleben gekämpft. Wieso sollten wir uns diesmal andere Ziele setzten? Zumal die Staffel 9 eher noch hochkarätiger besetzt ist als die 11.“ Beim neuerlichen Unternehmen Klassenerhalt setzt der Union-Vize „vor allem auf den Zusammenhalt der Truppe und unsere enorme Heimstärke“.

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