Badminton: Comeback
Karin Schnaase-Beermann zurück auf dem Court

Lüdinghausen -

Fast drei Jahre hat Karin Schnaase-Beermann keinen Schläger mehr in der Hand gehabt, jetzt kehrt die erfolgreichste Unionistin aller Zeiten auf den Court zurück. Ihre neuen Teamkollegen haben die 35-Jährige mit offenen Armen empfangen.

Freitag, 21.08.2020, 18:08 Uhr
Sieht schon wieder nach Badminton aus: Karin Schnaase-Beermann beim Training der zweiten Mannschaft am Donnerstagabend.
Sieht schon wieder nach Badminton aus: Karin Schnaase-Beermann beim Training der zweiten Mannschaft am Donnerstagabend. Foto: flo

Lange bitten ließ sich Karin Schnaase-Beermann nicht: „Ich habe dem Verein so viel zu verdanken, dass es für mich immer selbstverständlich war, ein bisschen was davon zurückzugeben.“ Bemerkenswert ist das Comeback der 35-Jährigen trotzdem in vielerlei Hinsicht. Die ehemalige Deutsche Meisterin, EM-Dritte, Team-Europameisterin und Olympia-Teilnehmerin hatte schließlich mehr als zweieinhalb Jahre keinen Schläger in der Hand. „Ich wusste gar nicht, ob ich den Ball noch treffe“, scherzt die Rückkehrerin.

Im Ernst: Schlagtechnik und -repertoire seien nicht das ganz große Problem, das sei ein bisschen wie Fahrradfahren. Aber? „Ich habe immer extrem von meiner Athletik gelebt. Und die war nach der langen Auszeit logischerweise weg.“ Schnaase-Beermann hat ja nach ihrem Karriereende 2017 nicht nur kein Badminton mehr gespielt, sondern „überhaupt keinen Sport gemacht. Die Prioritäten hatten sich einfach verschoben.“

Lose Anfrage nach dem Aufstieg

Zwei Töchterchen haben ihr Mann, Ex-Union-Fußballer Matthias Beermann, und sie in der Zwischenzeit bekommen, das zweite Anfang 2020. Dann kam auch noch Corona, sodass sich die Rückkehr auf den Court zusätzlich verzögerte: „Kurz nach dem Aufstieg der Zweiten hatten Rachmat Hidajat und mein Papa schon mal lose angefragt, ob ich mir einen Einsatz in der Regionalliga vorstellen könne.“ Hidajat trainiert den Drittligisten, Michael Schnaase ist Bundesliga-Teammanager, Abteilungsleiter und Union-Gesamtvorsitzender.

Schnaase-Beermann konnte sich das sogar sehr gut vorstellen, zumal „vom ersten Training an der Spaß zurück war“. Vor der endgültigen Zusage habe sie aber erst mal ihre künftigen Mitspieler gefragt, wie die so über die Personalie denken: „Das war mir ganz wichtig. Ich will ja niemandem den Platz streitig machen.“ Die Sorge erwies sich als unbegründet, alle hätten den Entschluss begrüßt. Auch Paula Jünemann, in der Vorsaison die Nummer eins der Lüdinghauser Reserve: „Sie meinte, sie könne sich noch so viel von mir abschauen.“ Auch muss die 19-Jährige keinesfalls um ihre Einsätze bangen. In den ersten Partien etwa (siehe oben) an diesem und dem kommenden Wochenende ist Schnaase-Beermann privat verhindert.

Erstligaeinsätze? Wieso nicht?

Michael Schnaase denkt derweil schon über etwaige Auftritte in der Beletage nach. „Wenn Not am Mann ist: Wieso nicht?“, so die Tochter. Während der ex­trem stressigen Vorbereitung auf Rio 2016 war sie „sehr froh, dass Yvonne Li mich in der Liga dann und wann vertreten hat“. Jetzt ist es die Nummer eins der Lüdinghauser, die zu den Spielen in Tokio im nächsten Jahr will und womöglich nicht immer verfügbar ist. Wie gesagt: Schnaase-Beermann gibt gern zurück, wenn es um ihren Herzensverein geht.

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