Fußball: Bezirksliga 9
Osman Köse nicht mehr Coach des SC Union Lüdinghausen

Lüdinghausen -

Osman Köse ist nicht mehr Trainer des SC Union Lüdinghausen. Sieben Tage vor dem Ligastart hat der erst kürzlich verpflichtete Coach die Brocken hingeschmissen. Eskaliert ist die Situation am Sonntagnachmittag beim Testspiel zwischen Union und dem SV Bösensell.

Montag, 31.08.2020, 10:51 Uhr
Haben sich nichts mehr zu sagen
Haben sich nichts mehr zu sagen Foto: flo

Die Ouvertüre war laut Spielplan ja erst für den 6. September vorgesehen. Derby in Olfen, erster Akt für Osman Köse . Doch die Premiere ist abgeblasen. Der neue Trainer des Fußball-Bezirksligisten Union Lüdinghausen ist schon wieder der alte. Ein Paukenschlag.

Unmittelbar nach dem lauten Knall waren beide Seiten – Ex-Coach und Verantwortliche – bemüht, moderate Töne anzuschlagen. Er wolle sich am Dienstag „vernünftig von der Mannschaft verabschieden“, erklärte Köse nach seiner Demission am Sonntagabend auf WN-Anfrage. Der sportliche Leiter der Schwarz-Roten, Daniel Schürmann betonte derweil, dass „Osman enormen Sachverstand mitbringt“ und „die Spieler sehr angetan von seinen Übungseinheiten“ waren.

Kompetenzgerangel

Das Problem? Offenbar stimmte die Chemie zwischen Schürmann und Köse nicht mehr. Der ehemalige Trainer verweist mit einigem Recht darauf, dass er – und nur er – für die sportlichen Belange des Teams zuständig sei. Schürmann, der zuletzt gemeinsam mit Ingo Witschenbach auf der Bank assistierte, sei ihm da manches Mal in die Parade gefahren. Eskaliert ist das Ganze am Sonntagnachmittag bei der Generalprobe, dem Testspiel gegen den SV Bösensell (1:2).

Köse, just aus einem achttägigen Urlaub zurück, hatte darauf gepocht, jene elf Mann spielen zu lassen, die er auch für das erste Ligamatch vorgesehen hatte. Nachvollziehbar, sieben Tage vor Saisonbeginn ist die Zeit für Experimente nach allgemeinem Dafürhalten vorbei.

Schürmann wiederum verweist darauf, dass zwei Mann aus Köses Wunschformation verletzungsbedingt gar nicht zur Verfügung gestanden hätten. Und: „Ingo und ich haben in der vergangenen Woche das Training geleitet, haben das Team in den Spielen gegen Ahlen und Roxel gecoacht. Wir reißen uns wirklich nicht um dieses Amt. Aber es ist doch klar, dass wir in dieser Phase näher an der Mannschaft dran waren als Osman und man uns in der Situation zumindest anhören sollte.“

Ein weiterer Knackpunkt: „Ich stelle nur nach Leistung auf“, sagt Köse, der Ex-Profi. Wer wann was für den Verein geleistet habe, interessiere ihn nicht. Schürmann dagegen findet, „dass man mit verdienten Spielern und Leuten aus dem Umfeld so einfach nicht umgeht. Wir sind keine Berufsfußballer. Umso mehr zählt bei uns das Miteinander.“

Interimsduo in Olfen auf der Bank

 

Letztlich also (auch) eine Kommunikationspanne. Ein „Missverständnis“, wie es auf der Union-Facebookseite lapidar heißt. „Als Daniel mir in der Pause dann noch einen Spruch gedrückt hat, war für mich das Thema durch“, so Köse, der sich umgehend ins Auto setzte und heimdüste. Und nun? Bis Sonntag bleibt es laut Schürmann, wie es ist: „Ingo und ich werden das Team auf die Partie in Olfen vorbereiten und dort wohl auch auf der Bank sitzen.“ Alles weitere: Zukunftsmusik.

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