Fußball: Altkreis-Serie
Einer geht noch rein – Herzschlagfinale für Union Lüdinghausen

Lüdinghausen -

2005 scheint Union Lüdinghausen im Rennen um den Landesligaaufstieg praktisch am Ziel. Doch in der langen Nachspielzeit beim Parallelspiel schießt Mitbewerber ATC Lünen ein Tor. Und noch eins. Und noch eins . . .

Freitag, 25.09.2020, 17:44 Uhr
Bezirksligameister wird 2005 Union Lüdinghausen: Markus Bohr (h.v.l.), Andreas Weber, Dr. Frank Zurwonne, Tobias Albrink, Jens Gückel, Thorsten Janning, Marco Vogel, Christoph Wisse, Sascha Kirchhof, Michael Jung, Christian Brox, Emil Schwick, Stefan Pougin, Pawel Grondei, Walter Möllerfeld; Tobias Höning (v.v.l.), Thorsten Albers, Freddy Nolte, Rene Moltrecht, Max Frömbsdorff, Thorsten Zastrow, Torsten Schnaase, Werner Langenkämper, Ralf Bülskämper, Dieter Püyn und Sherim Kabashi (liegend vorne).
Bezirksligameister wird 2005 Union Lüdinghausen: Markus Bohr (h.v.l.), Andreas Weber, Dr. Frank Zurwonne, Tobias Albrink, Jens Gückel, Thorsten Janning, Marco Vogel, Christoph Wisse, Sascha Kirchhof, Michael Jung, Christian Brox, Emil Schwick, Stefan Pougin, Pawel Grondei, Walter Möllerfeld; Tobias Höning (v.v.l.), Thorsten Albers, Freddy Nolte, Rene Moltrecht, Max Frömbsdorff, Thorsten Zastrow, Torsten Schnaase, Werner Langenkämper, Ralf Bülskämper, Dieter Püyn und Sherim Kabashi (liegend vorne). Foto: Jochen Sänger

„Ein Spiel dauert 90 Minuten“. Wenn Fußball nur so einfach wäre, wie Sepp Herberger es einst formuliert hat. Die Spieler des SC Union Lüdinghausen würden es im Mai 2005 sofort unterschreiben. Als Bernd Melchers an Ostern das Traineramt abgibt und Volker Schulz übernimmt, spricht an der Stever niemand von der Meisterschaft. Der Titel scheint für BW Alstedde oder den ATC Lünen reserviert zu sein. Sie sind dem Feld enteilt, beginnen dann aber Federn zu lassen.

Die Jäger aus Lüdinghausen schaffen es, vor dem letzten Spieltag mit Lünen nach Punkten gleichzuziehen. Die Tordifferenz spricht mit 56:53 knapp für Lünen. Bis zum Wettschießen am letzten Spieltag. Union muss drei Tore aufholen. Nach jedem Treffer hören die Spieler nur „noch eins“ und immer wieder „noch eins“. Der VfL Kamen hat dem Angriffswirbel der 08er nichts entgegenzusetzen. 9:1 steht es beim Abpfiff.

In Bergkamen ist immer noch nicht Schluss

Und in Bergkamen, wo Lünen gastiert? Führt der Rivale zur gleichen Zeit mit 2:0. Nur: Eine schwere Verletzung hat für eine Pause gesorgt. Es geht weiter. 3:0, 4:0, 5:0 – ein Treffer noch, und Lüdinghausen ist Vizemeister. Die Spannung am Mittelkreis in Kamen ist nicht zu überbieten. Bitte nicht noch ein Tor! Abpfeifen! Wie kann das sein, dass immer noch gespielt wird? Mittendrin Heinz Piezocha, ein freier Journalist, mit dem die WN sich wöchentlich austauschen. Er erlöst die Steverstädter: Schluss in Bergkamen, Union ist Meister!

Fortuna zwei Mal Meister

Auf dem Berg übernimmt Marco Habicht die Regie. Nach erfolgreicher Torejagd für Davaria Davensberg wird er mit Seppenrade zwei Mal Meister. 18 Gegentore bestätigen 2006, dass die beste Abwehr Titel gewinnt. Ohne den Meistermacher, der in Südkirchen anheuert, muss die Elf gleich wieder die Reise ins Oberhaus antreten. Mit Rückkehrer Habicht läuft es wieder. Die Fortunen setzen sich ab und wollen schon Pfingsten den Titelgewinn feiern. Doch Habicht mag es spannend: Seppenrade führt im Duell der Schwarz-Gelben gegen den SC Capelle mit 3:2. Nachspielzeit. Eine scharfe Freistoßflanke trifft den Kopf des Spielertrainers, Eigentor, Ausgleich, Meisterfeier ausgefallen. Zwei Wochen später holen die Rosendörfler ihr Meisterstück in Bork nach.

Zwischen den Seppenrader Titeln meldet sich mal wieder der VfL Senden zu Wort. Die Truppe von Wolfgang Leifken lässt vier Spieltage vor Schluss den TuS Ascheberg im direkten Aufeinandertreffen bis auf einen Punkt herankommen. Beide gewinnen die nächsten Spiele. Am Ende jubelt Senden nach einer doppelten Nullnummer: Dem VfL reicht ein 0:0 in Stockum, da Ascheberg in Nordkirchen ebenfalls 0:0 spielt.

Daten, Fakten, Kurioses

Meister: Bezirksliga: Union Lüdinghausen (2005); Kreisliga: GW Selm (2005), Fort. Seppenrade (2006/2008), VfL Senden (2007), FC Nordkirchen (2009).Kurios: Referee Michael Norden leitet Spiele im Kreis. 2006 stellt sich heraus, dass der vermeintliche Herr Norden unter falschem Namen lebt und wegen Betrugs sowie Urkundenfälschung gesucht wird.Internet: Mit dem DFBNet schafft der Verband 2006 eine Plattform, in der die Berichte online zu sehen sind.Rot: Eine rote Karte, die Nordkirchens Spielertrainer Ralf Bülskämper im Dress der Zweiten sieht, wird auf Drängen des FCN als gelb-rote Karte im Spielbericht notiert. Der Schwindel fliegt auf, wird von der Sportjustiz aufgearbeitet und bringt eine Sperre für den Spieler sowie einen Punktabzug für Nordkirchen mit sich.

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