Fußball: 2. Bundesliga
Marco Antwerpen: „Wir ticken identisch“

Seppenrade -

Im Interview mit den WN erklärt Marco Antwerpen, was seine Ziele mit den Würzburger Kickers sind, wieso er sich auf die Zusammenarbeit mit Felix Magath freut – und wer der beste Co-Trainer ist, den man sich nur wünschen könne.

Freitag, 16.10.2020, 21:02 Uhr
Auch in Würzburg wieder Seite an Seite: der Seppenrader Marco Antwerpen (r.) und sein langjähriger Co-Trainer, der Werner Kurtulus Öztürk.
Auch in Würzburg wieder Seite an Seite: der Seppenrader Marco Antwerpen (r.) und sein langjähriger Co-Trainer, der Werner Kurtulus Öztürk. Foto: Jürgen Peperhowe

Seit gut 14 Tagen ist Marco Antwerpen Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten Würzburger Kickers . Das erste Spiel unter seiner Regie gegen die SpVgg Greuther Fürth endete 2:2. Die Gäste glichen – nach einer strittigen Eckstoßentscheidung – erst in der 92. Minute aus. Vor dem Duell der Mainfranken am morgigen Sonntag (18. Oktober), 13.30 Uhr, mit Holstein Kiel stand der Mann aus dem Rosendorf unserem Redaktionsmitglied Florian Levenig Rede und Antwort.

 

Dauerte ein Spiel tatsächlich 90 Minuten, wäre es ein perfekter Einstand in Würzburg gewesen.

Antwerpen: Stimmt, leider hat uns Greuther Fürth in der Nachspielzeit den Sieg noch entrissen.

Bei den Kickers ist Felix Magath in beratender Funktion tätig. Haben Sie keine Sorge, dass er sich in sportliche Belange einmischt?

Antwerpen: Felix Magath hat so viel erreicht wie nur wenige Trainer in der Bundesliga. Davon kann ich in meiner Tätigkeit doch nur profitieren.

Wenn man nach den Gründen sucht, wieso Ihr Engagement in Braunschweig nicht verlängert wurde, liest man höchstens, Sie seien „ein konsequenter Typ“. Was ein komischer Vorwurf wäre.

Antwerpen: Ich kenne bis heute keinen einzigen Grund, wieso man mich bei der Eintracht nicht mehr wollte. Ich weiß nur, dass der sportliche Leiter, Peter Vollmann, gern in der Konstellation weitergearbeitet hätte.

Wie wichtig ist es – in einer neuen Liga, an einem neuen Ort – mit Kurtulus Öztürk einen engen Vertrauten an der Seite zu haben?

Antwerpen: Sehr wichtig. Wir arbeiten seit Jahren vertrauensvoll zusammen. Aber es ist ja nicht nur das gute persönliche Verhältnis. Wir ticken auch in puncto Fußball identisch. Ich kann mir schlicht keinen besseren Co-Trainer als „Kutte“ vorstellen.

Ihr Vorgänger Michael Schiele – Aufstiegsheld wie Sie – wurde nach nur zwei Partien entlassen. Ist das „das Geschäft“?

Antwerpen: Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich dazu nicht äußere. Zumal ich die Vorgeschichte nicht kenne.

Was ist Ihr Ziel? Der Klassenerhalt?

Antwerpen: Mein Ziel? Am Sonntag gegen Kiel drei Punkte zu holen.

Und mittelfristig?

Antwerpen: Den Verein in der Liga zu etablieren. Ansonsten tue ich mich mit Prognosen schwer.

Weil die zweite Liga so ausgeglichen ist?

Antwerpen: Weil im Fußball alles möglich ist. Zum Beispiel Siege, die einem in der Nachspielzeit entrissen werden (lacht). Im Ernst: Während die Dinge in der ersten Liga – zumal auf den Champions-League-Rängen – relativ vorhersehbar sind, ist das in der zweiten tatsächlich seltener der Fall.

Würzburg war auf dem Transfermarkt sehr aktiv. Einen Namen vermissen wir allerdings, Martin Kobylanski. Dem haben Sie schon bei Preußen Münster das Toreschießen gebracht. Und auch am Aufstieg der Eintracht war er maßgeblich beteiligt.

Antwerpen: Ich glaube, Martin fühlt sich in Braunschweig ganz wohl. Aber man soll niemals nie sagen.

Von Seppenrade braucht man mit dem Auto knapp vier Stunden bis Würzburg. Allzu oft wird man Sie demnächst also nicht im Rosendorf antreffen.

Antwerpen: Nein. Ich sehe mich gerade nach einer Bleibe im Süden um. Andererseits ist die Entfernung jetzt nicht so riesig, dass ich, wenn es die Zeit erlaubt, nicht auch mal in der Heimat vorbeischaue.

Zur Person

Marco Antwerpen, 49, hat als Spieler über 200 Regionalligapartien für Preußen Münster, Fortuna Köln und RW Essen bestritten. Dabei gelangen dem Offensivmann 70 Treffer. Als Trainer war der gebürtige Unnaer mit RW Ahlen, Viktoria Köln, Preußen Münster und Eintracht Braunschweig durchweg erfolgreich. Die Eintracht führte er im Sommer, nach einem sagenhaften Schlussspurt, ins Bundesligaunterhaus. Antwerpen lebt seit vielen Jahren in Seppenrade. (flo)

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