Badminton: Bundesliga
Holland in Not – Saison für Manager Schnaase unplanbar

Lüdinghausen -

Am Sonntag (18. Oktober), 13 Uhr, bestreitet Union Lüdinghausen bei Liganeuling SG Schorndorf sein erstes Saisonmatch. Für Teammanager Michael Schnaase ist schon die Vorbereitung der pure Stress. Bei den Denmark Open sorgt eine Unionistin weiter für Furore.

Samstag, 17.10.2020, 06:24 Uhr aktualisiert: 19.10.2020, 16:34 Uhr
Ob Jelle Maas (l.) und/oder Nick Fransman, beide aus den Niederlanden, am Sonntag in Schorndorf dabei sind, ist noch nicht raus.
Ob Jelle Maas (l.) und/oder Nick Fransman, beide aus den Niederlanden, am Sonntag in Schorndorf dabei sind, ist noch nicht raus. Foto: flo

Am Sonntag (18. Oktober) geht die Jubiläumsspielzeit in der Badminton-Bundesliga los. Saison Nummer 50, da muss man kein Prophet sein, dürfte die bislang komplizierteste werden. Darüber, über das erste Match in Schorndorf (Beginn: 13 Uhr), wirtschaftliche Sorgen und vieles mehr hat sich unser Redaktionsmitglied Florian Levenig mit dem Teammanager des SC Union Lüdinghausen , Michael Schnaase , unterhalten.

 

Drücken Sie fleißig den Gegnern der Union-Spieler bei den Denmark Open die Daumen?

Schnaase: Natürlich nicht (lacht). Ich freue mich über die tollen Auftritte von Max Weißkirchen und Yvonne Li in Odense – auch, wenn das für uns bedeutet, dass sie möglicherweise in Schorndorf fehlen.

Nicht, dass sie am Sonntag selbst zum Schläger greifen müssen.

Schnaase: Gott bewahre. Wir werden – Stand jetzt – mit vier Herren und zwei Damen anreisen. Linda Efler wird dabei sein, dazu wahrscheinlich Eva Janssens und Josche Zurwonne, notfalls mein Sohn Christoph.

Was ist mit den ausländischen Spielern?

Schnaase: Ciara Torrance und Roman Zirnwald sind nicht eingeplant, zumal Roman als Österreicher Probleme bei der Einreise hätte. Bei den Holländern sieht es so aus, dass sie am Samstag auf Corona getestet werden. Liegt ein negatives Ergebnis rechtzeitig vor, dürfen wir sie morgen einsetzen.

Was Positives: Die Gerichte haben das Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg für Einreisende aus Risikoländern gekippt.

Schnaase: Stimmt. Und ganz ehrlich: Wo hätte ich die betreffenden Leute sonst unterbringen sollen?

Angesichts aller Unwägbarkeiten: Was ist punktemäßig drin am Sonntag?

Schnaase: Wären wir, wie ursprünglich geplant, in voller Besetzung angetreten, hätte ich gesagt: drei Zähler, also das Maximum. So würde ich mich schon über zwei Punkte freuen.

Die Liga war 2019/20, bedingt durch die Olympia-Quali, so ausgeglichen wie nie. Jetzt kommt auch noch Corona dazu. Sind da Prognosen überhaupt zulässig?

Michael Schnaase mit Yvonne Li (r.) und Linda Efler

Michael Schnaase mit Yvonne Li (r.) und Linda Efler Foto: Foto: flo

Schnaase: Im Grunde nicht. Die Neulinge Jena und Schorndorf sowie München werden wohl um den Klassenerhalt kämpfen, wobei die SG aus meiner Sicht der stärkere Aufsteiger ist. Für die anderen sieben Teams sollte das Erreichen der Playoffs das Ziel sein.

Sie waren in den vergangenen Jahren beim Formulieren der Saisonziele eher zurückhaltend. Im Frühjahr – nach dem Weißkirchen-Coup, aber vor Corona – klang das anders. Kann Union an den Titelgewinn 2014 oder die Vizemeisterschaft 2016 anknüpfen?

Schnaase: Gäbe es dieses Virus nicht, würden wir tatsächlich um die Plätze eins bis vier spielen. Wir haben einen relativ breiten, qualitativ hochwertigen Kader mit allein drei amtierenden Deutschen Meistern. Aber auch die Konkurrenz hat aufgerüstet. Neben Serienmeister Bischmisheim und Refrath sehe ich vor allem Wipperfeld weit vorn. Trittau und Wittorf sind ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Im zweiten Einzel haben Sie künftig die Qual der Wahl. Wird mal Nick Fransman, mal Neuzugang Aram Mahmoud zum Einsatz kommen?

Schnaase: Nicht unbedingt. Da Nick und Aram gute Doppelspieler sind, ist denkbar, dass beide gemeinsam zum Einsatz kommen.

Am 7. und 8. November stehen die ersten Heimspiele an. Planen Sie mit Zuschauern? Und falls ja: Mit wie vielen?

Schnaase: Da ich derzeit nur von Woche zu Woche planen kann, ist das Thema relativ weit weg – auch wenn wir uns regelmäßig mit den Gesundheitsbehörden austauschen. Aber man muss ja nur mal in die Nachbarschaft schauen: Im Kreis Unna etwa ruht der Sportbetrieb fast komplett.

Wären Geisterpartien wirtschaftlich überhaupt darstellbar?

Schnaase: Eine berechtigte Frage. Allein die Corona-Tests schlagen mit 600 bis 700 Euro pro Spiel zu Buche. Brechen auch noch die Eintrittsgelder und die Bewirtung weg, könnten wir das ohne zusätzliche Sponsoren kaum stemmen.

Regie führt in der Meisterschaft zum ersten Mal der Deutsche Badminton-Ligaverband (DBLV), ein bisschen vergleichbar mit der DFL im Fußball – nur nicht ganz so mächtig und finanzstark, oder?

Schnaase: Nein, das muss ja alles erstmal anlaufen. Dass die Liga sich fortan selbst vermarktet und freier in ihren Entscheidungen ist, dürfte den Vereinen aber mittelfristig helfen. Erst 2019/20 haben sich wieder zwei Klubs aus der Beletage zurückgezogen. Das darf sich in dieser Häufigkeit nicht wiederholen.

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