Badminton: Saar-Lor-Lux-Open
Yvonne Li nicht nur auf dem Court stark

Lüdinghausen -

Als hätte es die Corona-Pause nie gegeben: Yvonne Li (Union Lüdinghausen) glänzte nicht nur bei den Denmark Open, sondern auch beim Heimturnier in Saarbrücken. Auf dem glatten Parkett namens Facebook macht die 22-Jährige ebenfalls eine gute Figur.

Dienstag, 03.11.2020, 16:09 Uhr
Erreichte in Odense das Halbfinale und in Saarbrücken sogar das Endspiel: Yvonne Li.
Erreichte in Odense das Halbfinale und in Saarbrücken sogar das Endspiel: Yvonne Li. Foto: flo

Gleich am Morgen nach dem Finale von Saarbrücken hat sich Yvonne Li via Facebook gemeldet. Was jetzt nicht so ungewöhnlich ist, immerhin zählen das Erreichen des Endspiels bei den Saar-Lor-Lux-Open und der sportlich noch hochwertigere dritte Platz zuvor bei den Denmark Open zu den bis dato größten Erfolgen der 22-Jährigen. Es wurde dann aber keiner dieser „Zwei Mal Podium – yeah!“-Posts, wie ihn Spitzensportler sonst absetzen, sondern ein sehr langer, bemerkenswert reflektierter Beitrag, in dem Li auch jene nicht zu erwähnen vergaß, denen es gerade nicht so gut geht. Die um ihren Job und ihre Gesundheit fürchten.

„Relativ spontan“ habe sie die Zeilen verfasst, erzählt Li. Sie sei halt „dankbar dafür, wieder an Turnieren teilnehmen zu können. Die Menschen, die dort mit viel Leidenschaft im Einsatz waren, haben die Durchführung erst möglich gemacht. Ich bin froh, dass ich denen mit meinem guten Abschneiden etwas zurückgeben konnte.“ Gleichzeitig mag die Lüdinghauserin kein Aufhebens machen um den vielfach gelikten, kommentierten und geteilten Beitrag.

Kraftraubende Matches

Lieber spricht die 22-Jährige über ihre jüngsten, fulminanten Auftritte auf dem Court. Etwa den Vorschlussrundensieg in Saarbrücken über die dänische Ex-Top-15-Spielerin Line Kjaersfeldt (13:21, 23:21, 21:15) – nach Abwehr von fünf Matchbällen. Oder die Drei-Satz-Erfolge in Odense über Kristin Kuuba (Estland) und Lianne Tan (Belgien), Schwester von Ex-Unionist Yuhan Tan – Matches, in denen sie viele Körner gelassen habe. So seien auch die anschließenden Niederlagen gegen Olympiasiegerin Carolina Marín (Spanien) in Odense und die Schottin Kirsty Gilmour (Saarbrücken) ein Stück weit erklärbar. Zumal beide „aggressiv und mit enormem Tempo“ agiert hätten.

Trotzdem überwiege eindeutig das Positive: Nach der langen Wettkampfpause und anhaltenden Kniebeschwerden sei sie ohne die ganz großen Erwartungen nach Skandinavien gereist und „vor allem froh, dass das Knie gehalten hat“. Jetzt ist erstmal wieder Pause (immerhin dürfen die Nationalspieler trotz des neuerlichen Lockdowns in Mülheim trainieren). Die Bundesliga setzt bis mindestens Januar aus, das erste von möglichen drei Turnieren in Bangkok steht in zehn Wochen an.

Ob die Lüdinghauserin dort startet, ist noch nicht raus: „Da die Weltrangliste seit April eingefroren ist, weiß ich gar nicht, ob mein 44. Platz überhaupt zur Teilnahme reicht.“ Und selbst wenn: 14 Tage Quarantäne, nur um dann womöglich jeweils in Runde eins gegen eine Top-Asiatin rauszufliegen, rechtfertige unter Umständen nicht den immensen Aufwand. Mehr dazu vielleicht ja demnächst in den sozialen Medien. . .

Karger Stundenlohn für Max, den Marathon-Mann

Auch wenn die Preisgelder im Vergleich mit anderen Sportarten lächerlich gering ausfallen: Die knapp 5000 Dollar, die Max Weißkirchen bei den Denmark und den Saar-Lor-Lux-Open insgesamt eingestrichen hat, sind für einen Badminton-Profi an sich ein hübsches Sümmchen. Setzt man es allerdings in Relation zu der Zeit, die der Neu-Lüdinghauser dafür auf dem Court schuften musste, verbleibt ein ziemlich karger Stundenlohn. Oder? „Stimmt“, lacht der 24-Jährige. Alle vier Begegnungen, die der Deutsche Meister in Saarbrücken bestritt, gingen über drei Sätze. Epische 77 Minuten dauerte allein das Viertelfinal-Match zwischen „Marathon-Mann“ Weißkirchen und dem späteren Turniersieger Toma Popov (Frankreich).Kaum zügiger war die Partie tags zuvor in der Runde der letzten 16 vonstatten gegangen, in der der Union-Neuzugang Rasmus Genke – aktuell die Nummer 17 in der Welt und im Saarland an eins gesetzt – niederrang. Ebenjenen Dänen, der Weißkirchen zuvor im Viertelfinale von Odense noch relativ locker in zwei Durchgängen bezwungen hatte. „Ganz so leicht wollte ich es ihm kein zweites Mal machen“, so der DBV-Akteur. Bei den Saar-Lor-Lux-Open war sogar nochmehr drin für den Steverstädter, der im Entscheidungssatz gegen Popov mit 18:16 führte, in den folgenden fünf Ballwechseln aber jeweils das Nachsehen hatte. Trotzdem: Nach der langen Wettkampfpause „überhaupt mal wieder zu zocken“, habe richtig Laune gemacht. Das gelte ohne Abstriche auch für die ersten Bundesligaeinsätze. Mit Union-Doppelpartner Ties van der Lecq verbinde ihn fast schon so was wie Freundschaft. Entsprechend gefreut hat sich Weißkirchen, dass der Niederländer und dessen Landsfrau Debora Jille in Saarbrücken erst im Halbfinale die Segel streichen mussten. (flo)

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