Badminton: Mixed-Team-EM
Freifahrtschein nach Finnland? Li, Efler und Co. hoffen trotz Quali-Absage

Lüdinghausen -

Corona ist den deutschen Nationalspielern in Diensten des Bundesligisten SC Union Lüdinghausen zuletzt des Öfteren in die Quere gekommen. Jetzt wurde auch das Qualifikationsturnier für die Mixed-Team-EM 2021 abgesagt. Trotzdem dürfen die drei Unionisten hoffen.

Donnerstag, 19.11.2020, 17:03 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 17:10 Uhr
Linda Efler (r.) und Yvonne Li haben offenbar gute Chancen, den DBV trotz des abgesagten Qualifikationsturniers bei der EM-Endrunde zu vertreten.
Linda Efler (r.) und Yvonne Li haben offenbar gute Chancen, den DBV trotz des abgesagten Qualifikationsturniers bei der EM-Endrunde zu vertreten. Foto: flo

Es war alles angerichtet. Am zweiten Dezemberwochenende hätten in Dessau-Roßlau, wenn auch wohl ohne Publikum, Gastgeber Deutschland, Bulgarien, die Isle of Man und Slowenien ihr Qualifikationsturnier für die Badminton-Mixed-Team-EM im kommenden Februar (16. bis 20.) in Vantaa/Finnland bestreiten sollen. Das örtliche Gesundheitsamt hatte bereits grünes Licht gegeben, auch die üblichen Quarantänebestimmungen (zehn Tage Isolation nach der Einreise) wären außer Kraft gesetzt gewesen, da es sich um eine internationale Meisterschaft handelt. Lediglich einen Negativtest hätten alle Beteiligten vorlegen müssen. Am Dienstag jedoch wurde das Event gestrichen, nachdem zunächst die Isle of Man und später auch Slowenien sowie Bulgarien abgesagt hatten.

„Bei der Isle of Man war wohl das Problem, dass die Spieler über Großbritannien hätten einreisen müssen, was aktuell nicht möglich ist“, erklärt Martin Kranitz . Wieso auch Slowenien und Bulgarien den Trip nach Sachsen-Anhalt gecancelt haben (die Veranstalter waren bereits auf eine Dreier-Runde eingestellt), weiß der DBV-Sportdirektor im Detail nicht – wohl aber, wie das Ganze sportlich zu bewerten sei: „Ich gehe davon aus, dass wir als bestplatziertes Team in der Weltrangliste nach Finnland reisen.“ Ein Experten-Panel des Kontinentalverbandes soll darüber befinden, an wen das EM-Ticket geht. Für die Deutschen spricht überdies, dass sie bei der vergangenen EM, 2019 in Dänemark, Silber gewannen.

Einen neuen Termin für die Quali zu finden, hält Kranitz für ausgeschlossen: „Unsere Top-Leute sind fast den gesamten Januar über bei den Thailand Open und den anschließenden World Tour Finals an gleicher Stelle im Einsatz.“ Für den Sieg in Dessau wären nach Lage der Dinge neben der DBV-Auswahl eh nur die Bulgaren um das Weltklassedoppel Gabriela Stoeva/Stefani Stoeva in Betracht gekommen. Ein Entscheidungsmatch zwischen den beiden Top-Nationen dürften die Regularien indes kaum vorsehen. Insofern spricht vieles dafür, dass die drei deutschen Nationalspieler in Diensten des SC Union Lüdinghausen (Yvonne Li, Linda Efler , Max Weißkirchen) und ihr Coach, Bundestrainer Christoph Schnaase, einen Freifahrtschein nach Finnland ausgestellt bekommen – immer vorausgesetzt, dass die Endrunde wie geplant stattfindet und nicht pandemiebedingt ebenfalls gestrichen wird.

Torrance und van der Lecq im Einsatz?

Noch nicht gecancelt sind bislang vier der übrigen fünf Quali-Turniere. In Gruppe 3 haben die Niederländer um den Lüdinghauser Ties van der Lecq, die ihr Heimrecht an Österreich abtreten, beste Chancen, das EM-Ticket zu lösen. Enger dürfte es in Portugal (springt für Spanien ein) zugehen, wo sechs Nationen um einen Platz bei der Europameisterschaft streiten. Erste Anwärter auf den Gruppensieg sind Spanien und Schottland (mit Unionistin Ciara Torrance). In England und Belgien (statt Russland) wird – Stand jetzt – ebenfalls gespielt, in Frankreich nicht. (flo)

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