Volleyball: 2. Bundesliga
Ex-Unionisten Orthmann und Prolingheuer endlich vereint

Lüdinghausen/Senden -

In den 1990er-Jahren waren die Männer des Moerser SC – national wie international – eine richtig große Nummer. Jetzt soll es zumindest mal wieder zurück in die Beletage gehen. Helfen bei diesem Unterfangen sollen ein Lüdinghauser und ein Sendener.

Freitag, 27.11.2020, 17:41 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 17:17 Uhr
Die Altkreis-Flügelzange: Marvin Prolingheuer (kl. Bild/M.) und Felix Orthmann (l.) decken die Gegner des Moerser SC in schöner Regelmäßigkeit mit Schlägen ein.
Die Altkreis-Flügelzange: Marvin Prolingheuer (kl. Bild/M.) und Felix Orthmann (l.) decken die Gegner des Moerser SC in schöner Regelmäßigkeit mit Schlägen ein. Foto: Jürgen Sabarz/MSC

Schaut man sich die bisherigen Volleyball-Stationen von Felix Orthmann und Marvin Prolingheuer an, fällt einem zum einen die Vielzahl an Vereinen auf, für die beide bereits aktiv waren (Union Lüdinghausen, Volleyball-Internat Frankfurt, TV Bühl). Dass sie dabei aber, zum anderen, nie zusammen auf dem Parkett standen. „Stimmt“, lacht Orthmann, „ich bin Marvin immer hinterhergelaufen“. Jetzt jedoch, beim Moerser SC , sind er, der Lüdinghauser, und der Sendener Prolingheuer tatsächlich vereint. Beim Vorhaben des MSC, in die Beletage zurückzukehren, kommt den Ex-Unionisten ein entscheidender Part zu.

Dabei hätte nicht viel gefehlt, und Orthmann, 24, wäre erneut auf den Spuren des sechs Jahre Älteren gewandelt: „Der Plan war ja, dass ich nach fünf Spielzeiten in der Bundesliga ins Ausland wechsele.“ Angebote gab es. Zum Beispiel aus Italien, wo nicht nur seine hocherfolgreiche Schwester Hanna am Ball ist, sondern eben auch Prolingheuer zuletzt zwei Jahre als Profi verbracht hat. Dann kam: Corona.

„Ich hab’ das alles noch vor Ort miterlebt“, berichtet der 2,08-Meter-Power-Hitter aus der Stevergemeinde. Nebst mehrwöchiger Ausgangssperre und Gehaltskürzung. Für Orthmann waren das ein paar Ungewissheiten zu viel. Also die Planänderung: Niederrhein statt Bella Italia, wo kurz zuvor bereits Prolingheuer unterschrieben hatte. Vom Volleyball allein leben kann man dort – anders als auf dem Stiefel – nicht. Dafür hat der 24-Jährige einen Ausbildungsplatz bei einer großen Duisburger Metallfirma gefunden. „Es ist schon ein Unterschied zur ersten Liga, wo du an fünf Tagen zehn Mal trainierst“, erklärt Orthmann. Sein Mitstreiter, ein gelernter Fachinformatiker, kann das nur bestätigen: „Ich arbeite in Vollzeit bei einer Bank. Das ließe sich mit einem Engagement eine Klasse höher kaum vereinbaren.“

Marvin Prolingheuer (M.)

Marvin Prolingheuer (M.)

Trotzdem, versichern beide, sei der Ehrgeiz groß, Moers genau dorthin zu geleiten. Dafür hätten sie den baumlangen Ex-Nationalspieler und den zehn Zentimeter kürzeren Orthmann schließlich geholt, wie Teammanager Hans-Peter Heisig ausführt: „Wir wollen ins Oberhaus, ganz klar. Dazu sollen Marvin und Felix nicht nur die nötigen Punkte im Angriff beisteuern. Wir haben sie auch deshalb geholt, damit sie unsere jungen Talente an die Hand nehmen.“ Prolingheuer (Diagonal) und Orthmann (Außen/Annahme) bilden, wenn man so will, die Altkreis-Flügelzange beim MSC.

Ihr Job ist es zudem, den jungen Leuten, wenn nötig, die Flausen auszutreiben. „Nach der verheißungsvollen Vorbereitung war der eine oder andere offenbar der Meinung, dass der Aufstieg ein Selbstläufer ist“, moniert Orthmann. Prompt ging der Auftakt beim TuS Mondorf in die Hose (1:3). Zum Glück sind die Mitspieler offenbar lernfähig, die anschließenden fünf Matches gingen allesamt an den Titelanwärter.

Somit ist alles angerichtet vor den Knaller-Heimspielen am heutigen Samstag (28. November) gegen Spitzenreiter SV Lindow-Gransee und, acht Tage später, den Tabellenzweiten Kieler TV (beide noch mit weißer Weste). „Danach wissen wir, wo wir stehen“, prophezeit Prolingheuer, bei dem es, trotz aller Routine, „ziemlich kribbelt. Dass da zwei Teams kommen, die uns richtig fordern werden, erhöht bei mir nur noch die Vorfreude.“

Übrigens zählt auch der Moerser SC zu den eingangs erwähnten Vereinen, deren Dress das Stever-Duo in der Vergangenheit bereits trug – Prolingheuer in jungen Jahren in der Beletage, Orthmann als U 20-Mann. „Ich saß seinerzeit ein paar Mal auf der Tribüne und habe Marvin angefeuert“, erinnert sich der Jüngere. Sich in Lüdinghausen, wo für sie alles anfing, zu treffen, sei dagegen aus Zeitgründen ungleich schwerer gewesen. Im Grunde gab es in der Vergangenheit nur einen gemeinsamen Fixpunkt – das Grasbahnrennen auf dem Westfalenring. Gas geben: Davon verstehen schließlich beide eine Menge.

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