Badminton: Thailand Open
Streng abgeschottet – Li und Efler in Bangkok in der Blase

Lüdinghausen -

Nächste Woche steigt in der thailändischen Hauptstadt Bangkok das erste von drei hochdotierten Turnieren. Etliche Top-Leute müssen pandemiebedingt passen. Dafür sind gleich zwei Akteure des Bundesligisten Union Lüdinghausen am Start.

Dienstag, 05.01.2021, 17:16 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 17:20 Uhr
Yvonne Li (r.) schlägt in Thailand im Einzel auf, Klubkollegin Linda Efler im Doppel.
Yvonne Li (r.) schlägt in Thailand im Einzel auf, Klubkollegin Linda Efler im Doppel. Foto: flo

Mit Fernreisen ist das in diesen Zeiten ja so eine Sache. Andererseits habe der Verband niemanden dazu gedrängt, am Sonntag das Flugzeug mit Ziel Bangkok zu besteigen, wie Badminton-Chefbundestrainer Detlef Poste beteuert: „Alle Spieler nehmen aus freien Stücken an den Turnieren teil.“ Und: Die Asiaten seien in Sachen Corona-Vorbeugung inzwischen Vorbild für den Rest der Welt. Insofern sei der DBV guter Dinge, dass seine Top-Leute – darunter die Lüdinghauserinnen Yvonne Li und Linda Efler – in ein paar Wochen gesund und munter aus Thailand zurückkehren.

Dort findet ab dem kommenden Dienstag (12. Januar) eine Art Super-Turnier, bestehend aus den Yonex Open, den Toyota Open und schließlich den World-Tour-Finals, statt. Im günstigsten Falle sind die Union-Asse also bis Ende Januar beschäftigt – und immer Teil einer nahezu hermetisch abgeriegelten Blase. Aktuell säßen die deutschen Spieler im Hotelzimmer und warteten darauf, das Training, ebenfalls streng abgeschottet und unter Anleitung von DBV-Coach Xu Yan Wang, aufnehmen zu dürfen.

Während Doppel- und Mixedspielerin Efler Stammgast bei Wettbewerben der so genannten 1000er-Serie, zu denen die beiden bevorstehenden zählen, ist, muss Li regelmäßig um die Teilnahme bangen. Oft genug führt sie die Reserveliste an – um dann doch nicht berücksichtigt zu werden. Was mit Lis Weltranglistenposition zu tun hat. Die Deutsche Meisterin ist im bis Februar eingefrorenen internationalen Ranking die Nummer 44. Doch nur die 32 Besten einer jeden Disziplin sind für die wichtigsten Turniere weltweit – vier in Asien, dazu die All England Championships – qualifiziert.

Die Lüdinghauserin ist also – noch – darauf angewiesen, dass besser platzierte Konkurrentinnen nicht antreten. Im aktuellen Fall war es das chinesische Team, das die Anreise pandemiebedingt frühzeitig gecancelt hatte (da zu Wochenbeginn Superstar Kento Momota positiv auf Covid-19 getestet wurde, fehlen auch die Japaner komplett bei den mit jeweils einer Million Dollar dotierten Open).

Poste findet dennoch, „dass sich Yvonne die Teilnahme durch ihre teils herausragenden jüngsten Auftritte verdient hat“. Bei den Denmark Open erreichte sie die Runde der letzten Vier, beim Heimturnier in Saarbrücken stand sie im Endspiel. Auch sei sie inzwischen in der Lage, den Topstars der Szene wie Tai Tsu Ying (Taiwan) oder Carolina Marín (Spanien) zumindest phasenweise Paroli zu bieten. Lis Klubkollegin Efler und Doppelpartnerin Isabel Herttrich (Saarbrücken) sieht der Chefbundestrainer ebenfalls „im Aufwind“. Li hätte in Bangkok zunächst auf eine Japanerin treffen sollen, Efler/Herttrich bekämen es demnach mit einer indonesischen Paarung zu tun. Poste hält indes für denkbar, dass das Feld aufgrund der Flut an Absagen neu durchgemischt wird.

BSP sicher

Während sich Yvonne Li und Linda Efler in Fernost mit den Besten der Welt messen, hat Neu-Unionist Max Weißkirchen das Training nach den Feiertagen am Bundesstützpunkt Mülheim aufgenommen. In der riesigen Innogy-Halle verläuft sich aktuell eine Handvoll Kaderathleten, maximal einer je Spielfeldhälfte. „Der BSP“, sagt Chefbundestrainer Detlef Poste nur halb im Scherz, „ist momentan der sicherste Ort in Mülheim.“ (flo)

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