Fußball: Kreisliga A 2 Ahaus/Coesfeld
Ein bisschen zu ruhig – Fortuna-Coach Abdul-Latif leidet im Lockdown

Seppenrade -

Mahmoud Abdul-Latif, Trainer des aktuellen A-Liga-Zweiten Fortuna Seppenrade, hat gerade viel Zeit für die Familie und den neuen Job als Immobilienmakler. Nur auf sein liebstes Hobby muss der 38-Jährige bis auf Weiteres verzichten.

Sonntag, 10.01.2021, 16:51 Uhr aktualisiert: 10.01.2021, 17:00 Uhr
Sitzende Tätigkeiten übt Mahmoud Abdul-Latif – zumindest in der Freizeit – nicht so gern aus.
Sitzende Tätigkeiten übt Mahmoud Abdul-Latif – zumindest in der Freizeit – nicht so gern aus. Foto: flo

Zum Beispiel „Puppen anziehen“. Oder „Wassermalfarben ausprobieren“. Ebenfalls hoch im Kurs: „gemeinsame Spaziergänge“. Was man als Vater einer dreijährigen Tochter sonntags halt so macht, da alles andere gegen die Corona-Schutzverordnung verstieße. Bloß nicht falsch verstehen: Mahmoud Abdul-Latif liebt die Wochenenden daheim. Aber es gibt nun mal etwas, das dem Coach des SV Fortuna Seppenrade beinahe ebenfalls so viel Freude bereitet wie ein freier Sonntag mit Frau und Kind: der Fußball. Und weil das Ausüben einer Mannschaftssportart nach Ansicht der Virologen nicht ganz so ungefährlich ist wie, sagen wir, das Ankleiden von Puppen, leidet Abdul-Latif.

Es mag Trainer im Altkreis geben, die ihr liebstes Hobby mit einer ähnlichen Akribie betreiben wie der Vortänzer der Schwarz-Gelben. Aber kaum einer agiert dabei an der Seitenlinie so leidenschaftlich wie der Coach aus dem Rosendorf. Bisweilen schießt er dabei, auch das ist kein Geheimnis, übers Ziel hinaus. Er müsse da in manchen Momenten ruhiger werden, räumt Abdul-Latif selbst ein. Aber ein monatelanges Kick-Verbot, dessen Ende noch gar nicht absehbar ist: Das ist diesem Fußballvernarrten dann doch ein bisschen zu ruhig.

Dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 gewann der 38-Jährige noch Positives ab. Er hatte sich soeben beruflich umorientiert und ist seither als Immobilienmakler tätig: „In einen neuen Job hineinzufinden, das braucht Zeit. Die hatte ich.“

Aber irgendwann hätte er dann schon gerne die Abende oder die Sonntage am Platz verbracht: „Es sind ja nicht nur die Übungseinheiten oder die Pflichtspiele, die ich vermisse. Mir fehlt auch das Drumherum. Gerade hier in Seppenrade, wo das Vereinsleben einen so hohen Stellenwert hat.“

Nach dem Training noch ’ne Runde im Klubheim quatschen, mit dem Staff, den Leuten aus der Zweiten oder der Dritten – „und sei es nur über Corona. Ich halte diesen Austausch – das Miteinander – für wichtig. Gerade in schwierigen Zeiten.“ Zum Glück gibt es da noch die Whatsapp-Gruppe der ersten Mannschaft. Frotzeleien, auch die liebt Abdul-Latif, hätten dort Hochkonjunktur, seit Co-Trainer Thomas Oesteroth und er zur Lauf-Challenge bitten: „Die Jungs müssen allmählich in die Gänge kommen – falls es im Frühjahr doch wieder um Punkte geht.“ Für die drei Schnellsten gibt es kleine Preise, auf die drei Langsamsten warten kleine Strafaktionen. Längst sind die ersten Zusatzwetten abgeschlossen. Finn Arns lässt eine Kiste Bier springen, sollte der Coach ihn im teaminternen Ranking überflügeln – und umgekehrt. Der Top-Torschütze des A-Liga-Tabellenzweiten könne die Getränke schonmal kalt stellen, schlägt sein Trainer vor: „Ich kenne doch Finn. Den hänge ich locker ab – selbst mit kaputten Knien.“ Und auf die Gefahr hin, dass das Töchterchen in Puppen-Modefragen fortan ohne den väterlichen Rat auskommen muss.

Abdul-Latif und Oesteroth erste Ansprechpartner

Wer das kickende Personal in der Folgesaison anleitet, entscheiden sie bei Fortuna Seppenrade üblicherweise kurz vor der Jahreshauptversammlung. Wann und in welcher Form die 2021 stattfindet, weiß derzeit nur niemand. Und bis ultimo warten können die Verantwortlichen natürlich auch nicht. Deshalb werde es in der Sache zeitnah Gespräche geben, kündigt Obmann Max Kemmann an. Und: „Mahmoud Abdul-Latif sowie Thomas Oesteroth sind unsere ersten Ansprechpartner.“ (flo)

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