Badminton: Turnierabsage
Risiken unkalkulierbar – German Open erneut gecancelt

Lüdinghausen/Mülheim -

2020 waren die German Open, pandemiebedingt, früh gecancelt worden – als erstes großes Sportereignis im Land überhaupt. Und auch 2021 wird es das bedeutendste Turnier auf deutschem Boden nicht geben. Die Absage hat gesundheitliche, aber auch finanzielle Gründe.

Donnerstag, 11.02.2021, 16:59 Uhr aktualisiert: 11.02.2021, 17:53 Uhr
Yvonne Li (Einzel/r.), Linda Efler (Doppel/Mixed) und weitere Spieler des SC Union Lüdinghausen wären in Mülheim am Start gewesen.
Yvonne Li (Einzel/r.), Linda Efler (Doppel/Mixed) und weitere Spieler des SC Union Lüdinghausen wären in Mülheim am Start gewesen. Foto: flo

Wieso die German Open in Mülheim für Yvonne Li ein so besonderes Turnier sind, hat die Nummer eins des Bundesligisten Union Lüdinghausen den WN im Vorjahr verraten: „Weil es das einzige ist, zu dem ich mit dem Fahrrad anreisen kann.“ Üblicherweise sind die Badminton-Asse Vielflieger, hetzen von Kontinent zu Kontinent – erst recht, wenn sie sich für Olympia qualifizieren wollen. Da aber die besten deutschen Einzel-Spieler, darunter auch Neu-Unionist Max Weißkirchen, am Bundesstützpunkt an der Ruhr leben und trainieren, sind die Wege entsprechend kurz.

Das mit dem Fahrrad hat dann 2020 ebenso wenig geklappt wie das mit Tokio. Kurz nach Bekanntwerden eines Corona-Falles in NRW wurden die German Open gecancelt – als erstes großes Sportereignis im Land überhaupt. Viele hielten die Absage damals für überstürzt – heute weiß man, dass es eine weitsichtige und vor allem alternativlose Entscheidung war. Wie der nationale Verband ( DBV ) und die Organisatoren am Donnerstagnachmittag bekannt gegeben haben, müssen sich Fans wie Aktive ein weiteres Jahr gedulden. Zum zweiten Mal in Folge verhindert die Pandemie, dass vom 9. bis zum 14. März die Weltbesten der Branche in Mülheim aufschlagen. „Aufgrund der unkalkulierbaren Entwicklung des Infektionsgeschehens und der damit verbundenen Beschränkungen werden die German Open auch 2021 nicht stattfinden“, heißt es in dem Schreiben.

Gesundheitliche wie finanzielle Unwägbarkeiten

„Wir haben die unterschiedlichsten Szenarien in Bezug auf die Durchführung des Turniers einer umfassenden Risikobewertung unterzogen. Letztlich sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass wir die German Open absagen sollten“, erklärt Thomas Born, DBV-Chef und Co-Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft Badminton Deutschland (VBD). Neben den gesundheitlichen Risiken seien auch die wirtschaftlichen unkalkulierbar.

Für die Veranstaltung war ein umfassendes Sicherheitskonzept – etwa die Einrichtung einer Sportler-„Bubble“ – sowie der Verzicht auf Zuschauer vorgesehen. Mehr als 400 Spieler aus über 40 Nationen hatten für das bedeutendste Turnier auf deutschem Boden gemeldet, darunter die Superstars Kento Momota (Japan) und Carolina Marín (Spanien).

Gerade bei den Top-Asiaten ist Mülheim auch deshalb so beliebt, weil sie sich dort normalerweise auf die All England Open (17. bis 21. März) – kein Wettbewerb in Europa hat einen höheren Stellenwert – einstimmen. Der Publikumszuspruch ist für hiesige Verhältnisse gewaltig, in Nicht-Corona-Jahren bevölkern 12 000 Besucher die Westenergie-Arena.

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