Badminton: Gold-Coup 2013
Ein magischer Moment – Schnaase-Beermann und Co. entzaubern Dänen

Lüdinghausen -

Badminton ist ein Sport, bei dem acht gemischte Mannschaften um die Kontinentalkrone kämpfen – und am Ende gewinnt immer Dänemark. Na ja: fast immer. Die Lüdinghauserin Karin Schnaase-Beermann blickt auf den Gold-Coup vor sieben Jahren zurück.

Samstag, 13.02.2021, 05:45 Uhr aktualisiert: 13.02.2021, 05:50 Uhr
Karin Schnaase-Beermann (links kniend), Juliane Schenk (daneben) sowie DBV-Sportdirektor Martin Kranitz (h.v.l.), Marc Zwiebler, Michael Fuchs, Olga Konon, Oliver Roth, Carla Nelte (mit Pokal), Johannes Schöttler, Dieter Domke, Birgit Michels, Ingo Kindervater, Johanna Goliszewski, der damalige Chef-Bundestrainer Holger Hasse und Einzel-Coach Xu Yan Wang waren für den Gold-Coup vor sieben Jahren verantwortlich.
Karin Schnaase-Beermann (links kniend), Juliane Schenk (daneben) sowie DBV-Sportdirektor Martin Kranitz (h.v.l.), Marc Zwiebler, Michael Fuchs, Olga Konon, Oliver Roth, Carla Nelte (mit Pokal), Johannes Schöttler, Dieter Domke, Birgit Michels, Ingo Kindervater, Johanna Goliszewski, der damalige Chef-Bundestrainer Holger Hasse und Einzel-Coach Xu Yan Wang waren für den Gold-Coup vor sieben Jahren verantwortlich. Foto: DBV

Die Gewinner der Europameisterschaft für gemischte Mannschaften seit 1996 könnten selbst Badminton-Laien hersagen. Mit Dänemark macht man da im Prinzip nichts falsch. Beziehungsweise: fastnichts. Während die Skandinavier bei den 14 Austragungen seither 13 Mal triumphierten (17 Mal insgesamt), mussten sie sich 2013, in Russland, im Finale tatsächlich dem deutschen Team beugen.

Zur siegreichen DBV-Auswahl zählte auch Karin Schnaase-Beermann . Etwas überraschend sei der Gold-Coup von Ramenskoje gewesen, klar. Aber keine Sensation: „Wir hatten uns schon was ausgerechnet, da wir gerade im Damenbereich richtig stark besetzt waren.“ Im Jahr zuvor, in Amsterdam, hatten ihre Mitstreiterinnen und sie die Über-Nation erstmals im Finale einer Frauen-Team-EM bezwungen. „Ich denke, dass wir den Dänen, die in Europa – egal in welchem Wettbewerb – ausschließlich auf Titel getrimmt sind, schon da einen Stich versetzt hatten.“

Aus Rivalinnen werden Teamplayer

Hinzu kam, dass die Einzel-Spezialistinnen Juliane Schenk , Olga Konon und Schnaase-Beermann ganz passable Doppelspielerinnen waren, „wir also bei der Aufstellung tricksen konnten“. Der entscheidende Faktor aber, so die Lüdinghauserin, „war die extreme mannschaftliche Geschlossenheit“. Zwar waren Schenk, Konon und Schnaase-Beermann über Jahre Rivalinnen, national wie international. Aber sobald ein Teamwettbewerb anstand, sei von Konkurrenz nichts zu spüren gewesen: „Keine war neidisch, dass die andere gespielt hat und man selbst nicht. Alle hatten eine Aufgabe, sei es bei der Videoanalyse, sei es im Training.“

Bemerkenswert: Selbst die Aufstellung vor dem Endspiel wurde basisdemokratisch geregelt. Schnaase­Beermann, im Gruppenendspiel gegen Spanien (4:1) erfolgreich mit von der Partie, verzichtete auf einen möglichen Einsatz im Doppel an der Seite von Birgit Michels, „weil Juli im Doppel für den Gegner extrem eklig spielt. Das erschien uns erfolgversprechender.“ War es dann auch, Michels/Schenk holten den entscheidenden Punkt zum in dieser Höhe nie für möglich gehaltenen 3:0.

Der Seriensieger war entzaubert – der Underdog bis in die Haarspitzen motiviert, wie sich Schnaase­Beermann mit einem Schmunzeln erinnert: „Einer von uns hatte mitbekommen, dass bei den Dänen eine Flasche Sekt im Gepäck war. Für die war das völlig undenkbar, ein EM-Finale zu verlieren. Das hat uns noch zusätzlich angestachelt.“ Am Ende war es die DBV-Auswahl, die die Korken knallen ließ.

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