Badminton: Mixed-Team-EM
Nichts ist unmöglich – DBV-Auswahl auf Medaillenjagd

Lüdinghausen -

Am Dienstag (16. Februar) beginnt im finnischen Vantaa (nahe der Hauptstadt Helsinki) der prestigeträchtige Mannschaftswettbewerb. Vor zwei Jahren gewann Deutschland etwas überraschend die Silbermedaille. Geht 2021 sogar noch mehr?

Freitag, 12.02.2021, 19:31 Uhr
Fiebert aus der Ferne mit: Einzel-Bundestrainer und Union-Coach Christoph Schnaase.
Fiebert aus der Ferne mit: Einzel-Bundestrainer und Union-Coach Christoph Schnaase. Foto: flo

„Akklimatisieren müssen sich unsere Spieler jedenfalls nicht“, lacht Christoph Schnaase . Stimmt schon, arktische Temperaturen – im finnischen Winter normal – herrschen seit Tagen selbst im Münsterland. Aber auch sonst sieht der Einzel-Bundestrainer und Coach des Badminton-Bundesligisten Union Lüdinghausen die deutsche Mannschaft mit Blick auf die Mixed-Team-EM ab Dienstag (16. Februar) in Vantaa gut aufgestellt.

Der Gewinn einer neuerlichen Medaille – es wäre die sechste in Folge für eine DBV-Auswahl – sei definitiv möglich, glaubt Schnaase. Vorentscheidend dürfte diesbezüglich gleich das erste Kräftemessen in drei Tagen mit den Schotten um die Lüdinghauserin Ciara Torrance sein. Team Scotland sei „im Kommen, aber wir sind der Favorit und wollen dieser Rolle gerecht werden“.

Dänen wirklich übermächtig?

Selbst die übermächtigen Dänen, in einer Neuauflage des 2019er-Endspiels zweiter Gegner der Deutschen am Mittwoch, sollten sich ihrer Sache nicht zu sicher sein, meint der Disziplin-Coach: „Im Herren-Doppel sowie im Mixed sind wir auf Augenhöhe. Wenn Yvonne Li einen guten Tag erwischt, dann ist auch im Damen-Einzel was möglich.“ Drei denkbare Punkte also, mehr bräuchte es nicht, um den Titelverteidiger in die Knie zu zwingen. Zumal das Damen-Doppel Linda Efler/Isabel Herttrich (Lüdinghausen/Saarbrücken) nach dem Erreichen der World-Tour-Finals in Bangkok ebenfalls mit reichlich Rückenwind anreist.

Chancenlos werden wohl Max Weißkirchen (Union) oder Fabian Roth (Bischmisheim) sein, sollte Dänemark Superstar Viktor Axelsen aufbieten – respektive Anders Antonsen, der seinem Landsmann zuletzt in Thailand eine seltene Niederlage beibrachte. Umso wichtiger, dass sich die deutschen Einzel-Asse im abschließenden Gruppenmatch am Donnerstag (alle 17 Uhr MEZ) gegen Außenseiter Finnland schadlos halten. Während Unionistin Li in sämtlichen Partien gesetzt sein dürfte, geht Schnaase davon aus, dass bei den Männern „mal Max, mal Fabian zum Einsatz kommt. Da beide sehr unterschiedliche Spielertypen sind, wird das wohl auch vom jeweiligen Gegner abhängen.“

Schnaase ist selbst nicht vor Ort, wäre es aber gerne: „Die Atmosphäre bei der Team-EM ist immer eine besondere, gerade weil die Spieler ja sonst bei Turnieren meist Einzelkämpfer sind. Die lechzen förmlich nach diesen wenigen Mannschaftswettbewerben.“

Wird Deutschland Gruppenerster oder -zweiter, wäre Bronze bereits sicher. Allerdings könnte das DBV-Team am Freitag erneut auf Top-Favorit Dänemark treffen, da die beiden Halbfinalpaarungen erst nach der Vorrunde ausgelost werden.

Strenge Vorgaben

Bereits am gestrigen Freitag hat sich der DBV-Tross auf den Weg nach Vantaa gemacht, da sich Spieler und Trainer gemäß den Bestimmungen des Gastgeberlandes in eine mehrtägige Isolation begeben müssen. Gibt es trotz der strengen Sicherheitsvorkehrungen einen Corona-Fall, wird die betroffene Mannschaft komplett und umgehend aus dem Turnier genommen. Der oder die Infizierte kommt – wie auch etwaige Doppelpartner sowie Zimmergenossen – für 14 Tage in Finnland in Quarantäne. Jene deutschen Spieler, die bei den Swiss Open (2. bis 7. März) um Punkte für die Olympia-Quali kämpfen, würden daher vorsorglich einzeln im Hotel untergebracht, erklärt Sportdirektor Martin Kranitz. (flo)

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