Badminton: Mixed-Team-EM
Schreien mit Maske strengt an – Yvonne Li zum Halbfinal-Drama

Lüdinghausen -

Auch mit etwas Abstand kann sich Yvonne Li (Union Lüdinghausen) nur bedingt über den Gewinn der Bronzemedaille bei der EM in Vantaa/Finnland freuen. Zu bitter sei die Halbfinalniederlage gegen Seriensieger Dänemark gewesen. Eine Analyse.

Sonntag, 21.02.2021, 17:21 Uhr aktualisiert: 22.02.2021, 16:48 Uhr
Gewann drei von vier Einzeln in Finnland und hatte somit maßgeblichen Anteil am Gewinn der Bronzemedaille bei der Mixed-Team-EM: die Lüdinghauserin Yvonne Li.
Gewann drei von vier Einzeln in Finnland und hatte somit maßgeblichen Anteil am Gewinn der Bronzemedaille bei der Mixed-Team-EM: die Lüdinghauserin Yvonne Li. Foto: Badminton Europe/Koen Mutton

Die eigene Dreisatzniederlage gegen Mia Blichfeldt hatte Yvonne Li ( Union Lüdinghausen ) tags darauf, auf dem Weg zum Flieger, bereits abgehakt: „Die Leistung war schon okay.“ Ihre Gegnerin, die sie im ersten Duell mit Dänemark am Mittwoch noch in zwei Durchgängen bezwungen hatte, sei halt diesmal aggressiver gewesen – und immer dann zur Stelle, „sobald ich mein eigenes Tempo nicht halten konnte“.

Zu knapsen hatte die 22-Jährige – und das sagt einiges über den Wert dieses Mannschaftswettkampfs für jeden Einzelnen aus – am Halbfinal-Aus an sich. Zum zweiten Mal binnen 48 Stunden hatten sich die Deutschen der Über-Mannschaft auf dem Kontinent bei der Mixed-Team-EM in Vantaa/Finnland knapp mit 2:3 beugen müssen. „Selten war die Chance, Dänemark zu schlagen, so groß. Was die Niederlage für uns umso bitterer macht“, meinte Li.

Impressionen von den Titelkämpfen 2021 in Vantaa/Finnland

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  • Badminton Mixed Team EM 2021 Finnland

    Foto: Badminton Europe/Koen Mutton
  • Badminton Mixed Team EM 2021 Vantaa/Finnland

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  • Badminton Mixed Team EM 2021

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  • Schottland Mixed Team EM Badminton 2021 Union Lüdinghausen

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  • Badminton Mixed Team EM 2021 Vantaa/Finnland Union Lüdinghausen

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  • Mixed Team EM Badminton 2021 Ruben Jille

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  • Union Lüdinghausen Badminton Mixed Team EM 2021

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  • Badminton Mixed Team EM 2021 Finnland

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  • Badminton Mixed Team EM 2021 Finnland

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  • Badminton Mixed Team EM Yvonne Li Union Lüdinghausen Vantaa 2021

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  • Union Lüdinghausen Badminton Mixed Team EM 2021

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  • Badminton Mixed Team EM 2021 Vantaa/Finnland Halbfinale

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  • Badminton Mixed Team EM 2021 Vantaa/Finnland Halbfinale

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  • Badminton Mixed Team EM 2021 Vantaa Finnland

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  • Badminton Mixed Team EM 2021 Vantaa Finnland

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  • Badminton Mixed Team EM 2021 Vantaa/Finnland

    Foto: Badminton Europe/KOEN MUTTON

Im abschließenden Damen-Doppel schien dieses an Wendungen eh reiche Match eine weitere unvorhergesehene Kehre zu nehmen. Maiken Fruergaard/Amalie Magelund führten im entscheidenden dritten Durchgang mit 20:15, ehe Isabel Herttrich und Kilasu Ostermeyer den ersten Matchball abwehrten. Den zweiten. Den dritten. Den vierten. Und dann war es doch vorbei. Was mit einer stimmungsvollen Team-Präsentation an Dienstag begonnen hatte (eine Mischung aus neuseeländischem Haka und indianischem Regentanz), fühlte sich drei Tage später, weit nach Mitternacht Ortszeit, maximal enttäuschend an.

Dabei hatten die deutschen Spieler nicht nur auf dem Court, sondern auch auf der Tribüne in der ansonsten leeren Vantaa-Arena vollen Einsatz gezeigt. „Schreien mit Maske“, scherzte Li, „ist ganz schön anstrengend.“ Die Mannschaft, sie sei seit dem etwas überraschenden Gewinn der Silbermedaille 2019 in Kopenhagen noch enger zusammengerückt, so die dreimalige Deutsche Meisterin: „Alle im Team geben ihr Bestes, ob sie nun spielen oder nicht.“

Und noch etwas war anders als 2019: Der Nimbus der über Jahrzehnte als unschlagbar geltenden Dänen hat in Finnland ganz schön gelitten (auch wenn sie das Endspiel gegen Frankreich dann doch wieder standesgemäß mit 3:0 gewannen und bei der 26. Austragung seit 1972 zum 18. Mal triumphierten). Ob der Seriensieger dann halt 2023 fällig sei? So weit mag Li nicht vorausschauen: „Zumal die Dänen in den kommenden beiden Jahren ja auch nicht schlafen werden.“ Kurzfristig sei daher Wundenlecken angesagt, räumte Li ein, ehe es zurück in die Heimat ging.

4 Fragen an Martin Kranitz

Martin Kranitz war zwei Tage nach dem unglücklichen EM-Aus schon wieder guter Dinge.

Mit ein bisschen Abstand: Können Sie sich über Bronze freuen?

Kranitz: Natürlich, das Team hat ja Großartiges geleistet. Nur die Krönung ist ausgeblieben.

Bröckelt die dänische Übermacht?

Kranitz: Ich würde es anders formulieren: Wir haben während Corona gut gearbeitet und den Abstand verkürzt. Was man indes konstatieren muss: Absolute Weltklasse sind die Dänen nur im Herren-Einzel.

Ein Wort zu unseren beiden Lüdinghausern.

Kranitz: Max Weißkirchen hat sich nach dem enttäuschenden ersten Einsatz, der nach seiner Krankheitspause nicht ganz unerwartet kam, im Halbfinale deutlich gesteigert. Das sollte ihm mit Blick auf die nächsten Wochen Auftrieb geben. Auf Yvonne Li war die ganze Woche Verlass – was übrigens für alle Deutschen gilt.

Die Frage, ob mit Linda Efler noch mehr drin gewesen wäre, erübrigt sich also?

Kranitz: Ja. Gerade Kilasu Ostermeyer hat das an der Seite von Isabel Herttrich ganz toll gemacht. 

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