Badminton: Bundesliga
Punkterunde für Union Lüdinghausen vorbei, Titeljagd nicht

Lüdinghausen -

Um Punkte wird in dieser Spielzeit nicht mehr gespielt. Was nicht heißt, dass – wie 2020 – kein Mannschaftsmeister gekürt wird. Am Final-Four-Termin (19./20.) halten die Entscheider fest. Dazu gibt es eine interessante Neuerung.

Montag, 22.02.2021, 17:21 Uhr aktualisiert: 22.02.2021, 17:37 Uhr
Vor zwei Jahren erreichten Josche Zurwonne (l.), Jelle Maas und Co. das bislang letzte Final Four. Dort will Union Lüdinghausen auch 2021 wieder hin.
Vor zwei Jahren erreichten Josche Zurwonne (l.), Jelle Maas und Co. das bislang letzte Final Four. Dort will Union Lüdinghausen auch 2021 wieder hin. Foto: flo

Öfter mal was Neues: Nachdem sich die Erst- und Zweitligisten zunächst darauf verständigt hatten, bereits Ende Februar wieder den Spielbetrieb aufzunehmen, ehe der Termin dann auf das Wochenende nach Ostern verschoben wurde und die Playoff-Teilnehmer in einer Einfachrunde ermittelt werden sollten, steht nun fest: In der Beletage und im Unterhaus wird gar nicht mehr um Punkte gespielt. Was freilich nicht heißt, dass (wie 2020) kein Meister gekürt wird. Im Gegenteil: „Es gibt ein klares Bekenntnis der Mehrzahl der Erstligavereine und des Ligaverbandes, die Saison sportlich zu Ende zu führen“, macht DBLV-Chef Arno Schley deutlich. Der neue Plan: Das Final Four findet wie geplant am dritten Juniwochenende (19./20.) statt, ermittelt werden die vier Teilnehmer in zwei vorgeschalteten Quali-Turnieren.

Bis kommenden Montag (1. März) müssen die zehn Erstbundesligisten der Liga verbindlich mitteilen, ob sie an einem der beiden Halbfinalwettbewerbe teilnehmen wollen. Für Union Lüdinghausen ist das laut Teammanager Michael Schnaase keine Frage, „selbstverständlich sind wir da mit von der Partie“. Dem Vernehmen nach sind sieben weitere Teams interessiert. Ließe sich wunderbar durch zwei teilen. Vier Mannschaften je Vorqualifikation, jeder spielt gegen jeden – und die beiden Bestplatzierten reisen zum Endturnier. „Drei Partien an einem Wochenende wären absolut machbar“, glaubt Schley. Weiterer Vorteil im Sinne der Corona-Vorbeugung: Die Klubs müssten nicht kreuz und quer durch die Republik reisen, sondern bildeten eine zweitägige Blase. Dass das funktionieren kann, haben die jüngsten internationalen Groß-Events in Thailand und Finnland gezeigt.

Terminfindung problematisch

Problematischer dürfte es sein, ein passendes Datum für die Halbfinals zu finden. Die Zeitspanne – von Mitte April bis Mitte Juni – ist riesig. Hintergrund: Der Weltverband aktualisiert beinahe täglich seinen Turnierkalender. „Wir wollen im Sinne des sportlichen Wettbewerbs, dass die Vereine ihre besten Leute aufbieten. Somit dürfen unsere Qualifikationsturniere nicht mit denen für Olympia kollidieren“, erklärt Schley.

Auch der Föderalismus bereitet dem Liga-Boss Kopfschmerzen: „Im Süden darf fast überall trainiert und gespielt werden, im Norden geht fast gar nichts.“ In NRW, dem Bundesland mit den meisten Bundesligisten, entscheiden die Behörden mal so, mal so. Union-Mann Schnaase ist überrascht, dass etwa in Wipperfeld und Refrath bereits fleißig geübt wird, während in Lüdinghausen die Hallen weiter dicht sind.

Die bislang fünf Klubs, die laut Schley eines der beiden Quali-Turniere ausrichten wollen, kommen – wenig überraschend – sämtlich aus dem Süden und Westen. Serienmeister Bischmisheim hat, wie man hört, seinen Hut bereits in den Ring geworfen. Grundsätzlich kann sich das auch Schnaase vorstellen: „Dazu bräuchten wir aber zeitnah einen verbindlichen Termin.“ Weitere Unwägbarkeit: Wann die neue Leistungssporthalle zur Verfügung steht. Laut Stadtsprecherin Anja Kleykamp wird das „im Sommer“ sein – wohl zu spät für die Lüdinghauser. Das Anton wäre für ein Event dieser Größenordnung schlicht zu klein.

Meinung: Voll die Seuche

An sich ist der Föderalismus in Deutschland eine gute Idee. Was die Mütter und Väter des Grundgesetzes nicht ahnen konnten: Dass gut 70 Jahre später ein Virus die Republik lahmlegen würde. Seither macht – gefühlt – jedes Bundesland, was es will. Zu den Leidtragenden dieser scheinbaren Willkür zählen auch die Badminton-Profis. Wieso zehn von elf Süd-Zweitligisten, aber nur ein Vertreter aus dem Norden aktuell spielen dürften, möge einem bitte mal jemand erklären. Beinahe absurd wird es, wenn – wie in NRW – auch noch die Kreise und Kommunen im Hinblick auf Lockerungen ein Wörtchen mitreden. Dass der DBLV und die zehn Erstligisten trotzdem unverdrossen nach Lösungen suchen, wie die Saison doch noch zu retten sei, ehrt sie. Nur: Ein fairer Wettbewerb scheint da kaum möglich. (flo)

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7832783?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35335%2F
Nachrichten-Ticker