Motorsport: Absage
Trister runder Geburtstag – AMSC Lüdinghausen cancelt Grasbahnrennen

Lüdinghausen -

Am 13. Mai (Christi Himmelfahrt) stehen auf dem Oval des Westfalenrings in Lüdinghausen zum zweiten Mal in Folge alle Räder still. Die neuerliche Absage des Grasbahnrennen sei alternativlos, beteuern die Verantwortlichen. Ein AMSC-Mann ist doppelt gekniffen.

Dienstag, 02.03.2021, 13:18 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 13:28 Uhr
Tausende Zuschauer, die dicht an dicht stehen und Lokalmatador Christian Hülshorst zujubeln: Auch 2021 ist das pandemiebedingt nicht möglich.
Tausende Zuschauer, die dicht an dicht stehen und Lokalmatador Christian Hülshorst zujubeln: Auch 2021 ist das pandemiebedingt nicht möglich. Foto: Niklas Tüns

Es ist das bei Weitem größte Einzelsport-Event im Altkreis. Tausende Besucher drängeln sich alljährlich an Christi Himmelfahrt beim Grasbahnrennen auf dem Westfalenring in Lüdinghausen. Da man sich aber tausende drängelnde Besucher in Zeiten von Corona eher nicht vorstellen mag, hat der örtliche Auto- und Motorsportclub ( AMSC ) das Rennen frühzeitig abgesagt. Somit stehen – wie schon 2020 – am Vatertag (13. Mai) alle Räder still.

Anfang März beginnen die Organisatoren üblicherweise damit, die Veranstaltung zu bewerben. In den Fachzeitschriften, den WN, dem Hörfunk, den sozialen Netzwerken – und auf den riesigen Plakatwänden, die einen bereits am Ortseingang begrüßen. Was Personal bindet und nicht unerhebliche Kosten verursacht. Daher sei es jetzt an der Zeit gewesen, schweren Herzens die Reißleine zu ziehen, wie AMSC-Sprecher Ulf Klingenberg ausführt: „Die Absage betrübt uns besonders, da der Verein in diesem Jahr 70 Jahre alt wird. Die aktuelle Lage lässt aber keine Planungssicherheit zu. Ob, wie und in welchem Rahmen was möglich sein kann, ist derzeit nicht abschätzbar.“

Unklare Lage an den Grenzen

Ein Hygienekonzept zu erstellen, das die Gesundheit aller gewährleistet, ist auf dem weitläufigen Areal praktisch unmöglich. Nummerierte Plätze, mit denen man – wie in Fußballstadien – die Nebenleute auf Abstand halten könnte, gibt es keine. Und selbst wenn: „Dürfte nur ein Bruchteil der Fans aufs Gelände, rechnet sich das Ganze nicht mehr. Zumal das Rennen dann auch für die Sponsoren nicht mehr ganz so interessant wäre“, weiß Christian Hülshorst, der als Fahrer und Beisitzer im Vorstand doppelt gekniffen ist. Mit den Einnahmen am Vatertag bestreitet der AMSC einen wesentlichen Teil des Klublebens.

„Hülse“, der hofft, „vielleicht im Juli“ wieder auf den Bock steigen zu dürfen, und Klingenberg nennen noch einen weiteren Grund für die Absage (die fünfte in sieben Jahrzehnten): die unklare Lage an den Grenzen. Die traditionsreiche Veranstaltung trägt ja nicht umsonst den Zusatz „international“ im Namen. Insbesondere für die Fahrer von der Insel, in Lüdinghausen stets in großer Zahl vertreten, erweist sich der Ärmelkanal aktuell als unüberwindbares Hindernis.

Von der Absage betroffen sind auch der Zwei-Stunden-Mofa-Wettbewerb am Vorabend des Feiertages sowie das Rasenmäher-Event, das im Juni hätte stattfinden sollen. Das 81. Auflage des Grasbahnrennens steigt am 26. Mai 2022.

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