Fußball: Ein Jahr Corona
Ein Geben und Nehmen – wie Union Lüdinghausen der Pandemie trotzt

Lüdinghausen -

Seit März 2020 hält Corona den Freizeitsport in Atem. Wie es Union Lüdinghausen geschafft hat, in den zwölf Monaten seither halbwegs unbeschadet durch die Pandemie zu kommen, erklärt der stellvertretende Leiter der kickenden Abteilung, Daniel Schürmann.

Mittwoch, 10.03.2021, 17:49 Uhr
Jordi Fey (M.), F-Jugend-Kicker, freut sich über den schicken Pulli, den ihm die U 9-Trainer Frank Fey und Marcel Merg (r.) überreichen.
Jordi Fey (M.), F-Jugend-Kicker, freut sich über den schicken Pulli, den ihm die U 9-Trainer Frank Fey und Marcel Merg (r.) überreichen. Foto: flo

Genau vor einem Jahr erreichte das Virus den Altkreis – und stellte allerorts das Vereinsleben auf den Kopf. Wie es die (meisten) Fußballklubs geschafft haben, die größtmögliche, seit 365 Tagen andauernde Krise zu meistern, sei hier am Beispiel von Union Lüdinghausen skizziert.

Stichwort Solidarität. Was die Politiker im Großen einfordern, funktioniere auch, wenn man es aufs Lokale runterbricht, glaubt Daniel Schürmann , der nicht nur den örtlichen Bezirksligisten coacht, sondern auch als Abteilungsvize amtiert: „Würde jeder sein eigenes Ding machen und auf den persönlichen Vorteil schauen, könnten wir den Laden dichtmachen.“ Nur gemeinsam sei Corona beizukommen, so die Botschaft der Nullachter.

Mitglieder und Förderer bleiben Verein treu

Schürmanns besonderer Dank geht an die rund 450 Aktiven, „die alle bei der Stange geblieben sind, obwohl wir ihnen seit dem vergangenen Frühjahr logischerweise vieles von dem nicht bieten konnten, was sie bei Union gewohnt sind.“ Gleiches gelte für die Sponsoren, die den Schwarz-Roten ebenfalls ausnahmslos die Treue gehalten hätten.

Beides sei nicht selbstverständlich, findet Schürmann, der gleichzeitig versichert, der Verein habe in den vergangenen zwölf Monaten nicht bloß die Hand aufgehalten. Ja, die Mitgliedsbeiträge seien trotz Pandemie weiter geflossen. Was angesichts der Fixkosten – nur ein Beispiel: die Abgaben an den Verband (WN berichteten) – anders nicht zu handlen sei, wolle man keine Landeshilfen in Anspruch nehmen.

Die Verantwortlichen hätten aber eben auch etwas zurückgegeben: „Unsere Gönner haben an Weihnachten eine gute Flasche Wein und ein Dankesschreiben erhalten. Und für die Jugendteams gab es beim Trainingsstart in dieser Woche Union-Pullis, die eigens für den Anlass angefertigt wurden.“ 250 insgesamt. Zudem seien sämtliche Mannschaftskassen – die der Senioren und Alten Herren etwas großzügiger – aufgefüllt worden.

Gemeinsam stark

Auch das sei gemeinschaftsstiftend, erklärt Schürmann: „Klar hätten wir jedem Einzelnen soundsoviel Euro überweisen können. Das Geld ist aber aus unserer Sicht besser angelegt, wenn sich die ganze Truppe damit nach Corona einen schönen Abend beim Italiener oder beim Griechen macht.“ Zumal davon zusätzlich die heimische Wirtschaft profitiere, die ihrerseits in Teilen die Nullachter finanziell unterstütze.

Ein Geben und Nehmen also, ein Miteinander in schweren Zeiten. Womit sich, wie der Fußball-Vize weiter ausführt, unbedingt auch die übrigen Union-Abteilungen angesprochen fühlen dürften: „Gerade jetzt, beim Re-Start, wo sich die Kinder bestmöglich auf der Anlage verteilen müssen, kooperieren wir hervorragend mit unseren Leichtathleten sowie mit den Turnern und Gymnastiksportlern.“

Überdies sei das Zusammenspiel mit der städtischen Verwaltung „sensationell“, lobt Schürmann. Am Samstagmorgen – wenige Stunden, nachdem Düsseldorf die Schutzverordnung aktualisiert hatte – habe der Beigeordnete Matthias Kortendieck via WhatsApp grünes Licht für die Rückkehr auf den Kunstrasen gegeben.

Re-Start: Kreise beraten am Donnerstag

Willy Westphal, Vorsitzender des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld, war „irritiert“. Hintergrund: die an die Presse durchgesteckte Info, dass Anfang Mai ab der Bezirksliga aufwärts wieder der Ball rollen soll. Das sei mit den Kreisen nicht abgestimmt gewesen. Deren 29 Vertreter würden am Donnerstag virtuell über das weitere Vorgehen beraten. Nicht ausschließen mag Westphal, dass aufgrund der zuletzt positiven Entwicklung auf Kreisebene sogar eher geflemmt werden darf als in den höheren Ligen.Ähnlich argumentiert Westphals Kollege für den Kreis Münster, Norbert Krevert: „Sollte es möglich sein, Mitte oder Ende April um Punkte zu spielen, müssen wir auch das in Betracht ziehen.“ Beide Funktionäre halten es weiter für denkbar, die Hinrunde – ohne Wochenspieltage – bis Ende Juni abzuschließen, warnen aber: In zwei oder vier Wochen könne die Situation schon wieder eine ganz andere sein. (flo)

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