Motorsport: Supermoto-Pilot
Der ganz spezielle Nervenkitzel – AMSC-Mann Durau startet durch

Lüdinghausen -

Die neuerliche Absage des Grasbahnrennens findet Dominik Durau „extrem schade“. Schließlich ist es das Heimrennen für den Mann vom AMSC Lüdinghausen. Ganz ausbremsen konnte den 26-jährigen Nottulner zuletzt aber nicht mal Corona.

Donnerstag, 11.03.2021, 17:47 Uhr aktualisiert: 11.03.2021, 17:50 Uhr
Offroad in Aktion (l.) sowie ohne Helm und Renn-Dress: der für den AMSC Lüdinghausen startende Nottulner Dominik Durau.
Offroad in Aktion (l.) sowie ohne Helm und Renn-Dress: der für den AMSC Lüdinghausen startende Nottulner Dominik Durau. Foto: red

Schon als kleiner Junge – da war er noch auf vier Rädern, beim Kart-Slalom, unterwegs – hatte Dominik Durau diesen Traum: „Einmal an Christi Himmelfahrt am Band zu stehen.“ Kenner, Lüdinghauser zumal, wissen natürlich, was gemeint ist – die Startvorrichtung beim alljährlichen, internationalen Grasbahnrennen auf dem Westfalenring. Jetzt, da er seinen Kindheitstraum längst realisiert hat, darf es für den Mann vom AMSC Lüdinghausen gern etwas mehr sein. „Ein Platz auf dem Podium wäre schon ganz schön.“ Allerdings ist der Angriff aufs Treppchen in der Enduro-Klasse für den Moment abgeblasen.

 

Wie berichtet, haben die Organisatoren das größte Sport-Event weit und breit vor wenigen Tagen zum zweiten Mal in Folge abgesagt. Wegen, klar, Corona. Der Lokalmatador, der aus Havixbeck stammt und kürzlich nach Nottuln umgezogen ist, aber bereits seit seinem achten Lebensjahr für den örtlichen Auto- und Motorsportclub startet, findet das „extrem schade“. Er hat ja noch eine Rechnung offen mit dem Ring. Bislang steht für ihn ein vierter Platz beim Heimrennen in den Büchern. 2019, bei der bis dato letzten Austragung, schien Durau reif für die Medaillenränge – ehe ihn ein Mitbewerber kurz nach dem Start abräumte.

Viel Unterstützung

„Berufsrisiko“, zuckt der AMSC-Pilot mit den Schultern. Wobei das so nicht ganz korrekt ist. Obwohl die Fahrer viel Zeit und Geld in den heiß geliebten Zweiradsport investieren: Leben können davon in Deutschland die Allerwenigsten. 2020 hat Durau, der seine Brötchen als Fensterbauer verdient, noch mehr draufgezahlt als sonst. Für die Fahrerlizenz zum Beispiel. Oder die acht Reifensätze. Einer je Rennen, von denen aber im Vorjahr vier abgesagt wurden. Trotzdem jammert der 26-Jährige nicht: „Meine Freundin, die Familie – alle unterstützen mich, wo es nur geht. Außerdem habe ich ein paar treue Sponsoren.“

Abgesehen davon sei er froh, dass er zuletzt überhaupt starten durfte – anders als seine Vereinskollegen, die Grasbahnspezialisten Christian Hülshorst und Jens Benneker. Durau fährt seit ein paar Jahren in der Supermoto-IDM-Serie. Besonderer Nervenkitzel: der ständige Wechsel zwischen Asphalt, Schotter und Gelände – auf profillosen (!) Reifen. Der Steverstädter hat diesen heißen Ritt mit bis zu 165 Sachen auf seiner Husqvarna SS 450 2020 besonders gut hinbekommen. Drei Mal – im tschechischen Cheb, in Oschersleben und in Schleiz – landete er in den Top Ten.

Nächster Aufstieg

Somit war am Ende der verkürzten Saison der Aufstieg in die zweithöchste Kategorie der Internationalen Deutschen Meisterschaft (S 2) perfekt. Außerdem wurde Durau Gesamtvierter der ADAC-Westfalen-Meisterschaft.

Was er sich für 2021 vorgenommen habe? „Da die Klasse für mich Neuland ist: erstmal lernen.“ Acht Läufe sind im Frühjahr und Sommer angesetzt. Los geht es am zweiten Maiwochenende (8./9.) im sächsischen Großenhain – falls das Virus Dominik Durau nicht ein weiteres Mal in die Quere kommt.

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