Volleyball: Pokalsieg
Mag(yar)ischer Moment – Sina Fuchs’ Titel-Premiere in Ungarn

Lüdinghausen -

Sina Fuchs hat am Wochenende mit Fatum Nyíregyháza das Pokal-Final-Four in Budapest gewonnen. Für die 28-jährige Lüdinghauserin war es der erste Triumph in einem nationalen Wettbewerb überhaupt. Ein zweiter soll in Kürze folgen.

Montag, 15.03.2021, 18:28 Uhr aktualisiert: 15.03.2021, 18:34 Uhr
Ihr erster Pott: Sina Fuchs mit der Trophäe, die es nach dem Pokalfinale am Wochenende in Budapest gab.
Ihr erster Pott: Sina Fuchs mit der Trophäe, die es nach dem Pokalfinale am Wochenende in Budapest gab. Foto: Fatum Nyíregyháza

Als Sina Fuchs noch beim USC Münster spielte, war spätestens in der Runde der letzten Vier Feierabend. 2018, mit dem VC Wiesbaden , erreichte die Lüdinghauserin immerhin das Pokalfinale, in dem der VCW aber dem Dresdner SC unterlag – vor 10 000 Zuschauern in der Mannheimer SAP-Arena. Am Wochenende, im Endspiel um den ungarischen Cup, waren es genau null Besucher. Was Fuchs’ Laune aber kaum zu trüben vermochte. Schließlich hat sie im reifen Volleyballerinnenalter von 28 Jahren mit Fatum Nyíregyháza ihre erste nationale Trophäe gewonnen. „Und für die nötige Stimmung“, lacht die Steverstädterin, „haben wir halt selbst gesorgt.“

Souveränes 3:0

Am Vormittag nach dem großen Triumph klingt Fuchs am Telefon noch ein bisschen abgekämpft. Was weniger am Endspielduell mit Swietelsky-BRSE lag, das ihr aktuelles Team ziemlich souverän mit 3:0 für sich entschied (dramatischer war da schon das Halbfinale tags zuvor gegen Gastgeber UTE Budapest, als Nyíregyháza einen 0:2-Rückstand noch umbog). Vielmehr hätten Fuchs und Co. während und nach der gut zweistündigen Rückfahrt „noch ein bisschen gefeiert“. Natürlich im Rahmen des Erlaubten, wie die Endzwanzigerin beteuert. Die Pandemie, sie ist auch in Ungarn ein Thema, kaum ein Erstligateam sei – trotz regelmäßiger Schnelltests – ohne positiven Covid-19-Fall durch die Saison gekommen.

Richtig krachen lassen kann es der frischgebackene Pokalsieger schon deshalb nicht, da bereits am Wochenende die Halbfinals in der Liga anstehen, die Hauptrunde hat Nyíregyháza auf Rang eins beschlossen. Die Playoffs werden im Best-of-five-Modus ausgetragen, sechs Siege fehlen also noch zum ganz großen Coup. „Klar wollen wir jetzt das Double“, versichert die Außenangreiferin.

Das Team sei ein ziemlich bunt gemischter Haufen, in dem – neben einer Handvoll Ungarinnen – Spielerinnen aus Bulgarien, Slowenien, der Slowakei, Puerto Rico und Venezuela unter Vertrag stehen. Die Deutsche nicht zu vergessen, die 2020 vom spanischen Erstligisten CV Alcobendas kam. Kurz nach dem ersten Corona-Ausbruch, der in Madrid und Umgebung besonders heftig gewütet hatte, war Fuchs Hals über Kopf in die Heimat geflüchtet.

„Flucht“ aus Alcobendas

Im Sommer kam dann die Offerte aus Nyíregyháza. Deutschland verlassen hatte die langjährige Bundesligaspielerin 2019. Um ihren Horizont zu erweitern. Land und Leute kennenzulernen. Kultur und Sprache. Aus nächster Nähe, wie man so sagt. Gar nicht einfach, solange Distanz das Gebot der Stunde ist. Unmittelbar nach ihrer Ankunft in Budapest gab es „zwei Tage Sightseeing“ in der Hauptstadt. Ansonsten bewege sie sich „in unserer Bubble“. Abgeschottet vom Rest der Gesellschaft, die sich seit gut einer Woche im nächsten harten Lockdown befindet. Nyíregyháza, 120 000 Einwohner, im Nordosten des Landes gelegen, sei eigentlich eine hübsche Universitätsstadt. Momentan aber „sind die Straßen verwaist“.

Nach ihrem hoffentlich zweiten Titelgewinn geht’s um Ostern rum zurück nach Lüdinghausen. Das Geschehen bei ihrem Heimatverein Union verfolge sie mit regem Interesse, „vielleicht kann ich ja der Eröffnung der neuen Sporthalle beiwohnen“. Nach dem Pokalerfolg habe sie etliche WhatsApp-Glückwünsche erhalten. Von der Familie, den Jugendtrainern Achim Franke und Niklas Domanik, ehemaligen Mitspielerinnen wie Lea Adolph.

Pläne? Schwierig

Was als Nächstes anstehe? „Das ist relativ schwer planbar“, so Fuchs. Zumal unklar sei, wie eng die Profiklubs den Gürtel 2021/22, nach der Krise, schnallen müssen. Grundsätzlich könne sie sich eine Rückkehr in die Bundesliga ebenso vorstellen wie den Verbleib in Ungarn. Oder sie schlage ihre Zelte ganz woanders auf: „Mal sehen, was meine Agentin so im Köcher hat.“

CEV-Pokal

Eine weitere Ex-Unionistin, Hanna Orthmann, bestreitet heute und am 23. März (Dienstag) mit Saugella Monza die Finals um den CEV-Pokal. Gegner im zweitwichtigsten Kontinentalwettbewerb nach der Champions League ist Galatasaray Istanbul. 2019 hatten Orthmann und die Italienerinnen den Challenge-Cup gewonnen.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7868749?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35335%2F
Nachrichten-Ticker