Volleyball: Interview
Umwerfend erfolgreich – Hanna Orthmann gewinnt mit Monza CEV-Cup

Lüdinghausen -

Hanna Orthmann – ausgebildet bei Union Lüdinghausen, seit Mitte 2017 Italien-Profi – und Saugella Monza haben in zwei recht einseitigen Duellen mit Galatasaray Istanbul den CEV-Pokal gewonnen. Fehlt nur noch eine Trophäe in der persönlichen Sammlung der 22-Jährigen.

Donnerstag, 25.03.2021, 18:01 Uhr aktualisiert: 25.03.2021, 18:22 Uhr
Das haut die stärksten Frauen um: Hanna Orthmann (r.) und Teamkollegin Edina Begic nach dem Triumph in Istanbul.
Das haut die stärksten Frauen um: Hanna Orthmann (r.) und Teamkollegin Edina Begic nach dem Triumph in Istanbul. Foto: CEV

Was für eine Demonstration: Dank zweier klarer 3:0-Finalerfolge über Galatasaray Istanbul – wahrlich keine Laufkundschaft im Damen-Volleyball – hat Saugella Monza am späten Dienstagabend den CEV-Pokal, den zweitwichtigsten Vereinswettbewerb in Europa, gewonnen. Mittendrin: die Lüdinghauserin Hanna Orthmann . Am Tag nach der Rückkehr aus der Türkei stand die 22-jährige Außenangreiferin unserem Redaktionsmitglied Florian Levenig Rede und Antwort.

 

Am Mittwoch blieb Ihr Handy stumm. War das Spiel in Istanbul anstrengender, als das Ergebnis es vermuten lässt? Oder war die Party danach so wild?

Orthmann: Weder noch (lacht). Okay, ein bisschen gefeiert haben wir schon. Aber das Match ging erst sehr spät zu Ende. Und am nächsten Morgen waren wir bereits um halb sechs auf, um den Flieger zu kriegen. Nach der Ankunft in Italien mussten dann alle dringend eine Runde schlafen.

Hatten Sie mit mehr Gegenwehr im Rückspiel gerechnet?

Orthmann: Schon. Zumal Galatasaray das Halbfinale zuvor gegen Beziers nach der Auswärtsniederlage noch umgebogen hatte. Aber wir haben es geschafft, Istanbuls zwei, drei Top-Angreiferinnen weitgehend aus dem Spiel zu nehmen. Das war der Schlüssel.

Vermutlich hätten nicht mal ein paar Tausend fanatische Gala-Fans Ihr Team stoppen können. Trotzdem: Wie sehr schmerzt es, bei einem so großen Match vor leeren Rängen zu spielen?

Orthmann: Es waren 150 Offizielle da, die ordentlich Krach gemacht haben. Mich persönlich hätte es allerdings nicht gestört, wäre die Halle voll gewesen. Im Gegenteil. Man weiß ja, wie emotional gerade die Anhänger in der Türkei, aber auch unsere Tifosi sind. Da geht schon etwas von diesem besonderen Flair flöten.

2019 hat Monza den Challenge-Cup gewonnen, 2021 den CEV-Pokal. 2023 wäre demnach die Champions League fällig, richtig?

Orthmann: Na ja, wir sind froh, dass wir uns als drittbestes Team der Liga überhaupt für die Königsklasse qualifiziert haben. Das Level dort ist noch eine ganze Ecke höher. Aber ja: Den Pokal hätte ich schon noch gern in meiner persönlichen Sammlung (lacht).

Bekommen Sie mit, wie sehr die Menschen in der Heimat bei wichtigen Partien mitfiebern?

Orthmann: Klar. Die ersten Glückwünsche waren direkt nach dem letzten Ballwechsel in Istanbul auf dem Handy. Als Jugendpatin des Vereins freue ich mich besonders über die Videogrüße der Union-Mädchen.

Ostern in Lüdinghausen ist trotzdem gestrichen, oder?

Orthmann: Ja, das Wiedersehen mit der Familie muss ein paar Wochen warten. Zum einen coronabedingt. Zum anderen, da jetzt die Liga-Playoffs beginnen.

Was hat Monza sich dafür vorgenommen?

Orthmann: Zunächst mal das Viertelfinale gegen Chieri zu gewinnen.

Conegliano – 24 Spiele, 24 Siege – war in der Hauptrunde das Maß aller Dinge. Ist der Scudetto bereits vergeben?

Orthmann: Natürlich ist die Mannschaft Favorit – aber sie ist nicht unverwundbar. Das Gute ist, dass wir erst im Endspiel auf Conegliano treffen könnten.

Bleiben Sie in Monza?

Orthmann: Dazu kann und darf ich mich noch nicht äußern.

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