Reiten: Auszeit
Plan B in der Satteltasche – Jil-Marielle Becks hofft auf baldige Rückkehr

Ottmarsbocholt -

Lange nichts von Jil-Marielle Becks gehört. Ob sich die 23-jährige Ottmarsbocholterin, die für den RV Lüdinghausen startet, coronabedingt vom Spitzensport abgewandt hat? Von wegen. Becks wartet nur auf den richtigen Zeitpunkt fürs Comeback.

Freitag, 02.04.2021, 05:26 Uhr aktualisiert: 02.04.2021, 05:30 Uhr
Bloß kein weiteres verlorenes Jahr: Jil-Marielle Becks und ihr 13-jähriger Westfalen-Wallach Damon’s Satelite NRW.
Bloß kein weiteres verlorenes Jahr: Jil-Marielle Becks und ihr 13-jähriger Westfalen-Wallach Damon’s Satelite NRW. Foto: flo

Über Monate in der Öffentlichkeit rar gemacht hat sich Jil-Marielle Becks (RV Lüdinghausen) auch in der Vergangenheit schon. Ende 2017 zum Beispiel. Bloß hatte sie damals ein konkretes Ziel – den aufwendigen Übergang von Prix St. Georges zu Intermediaire II – vor Augen. Nun macht es in der Pandemie wenig Sinn, sich konkrete Ziele zu setzen (um die sich das Virus im Zweifel eh nicht schert). Insofern ist die aktuelle Turnierpause der schon in jungen Jahren hochdekorierten Dressurreiterin aus Ottmarsbocholt kaum mit der vergangenen vergleichbar.

Immerhin scheint ein Ende in Sicht. Wobei: Als sie kürzlich die Einladung zum Maimarkt – Station eins der Piaff-Förderpreis-Serie – erhielt, sei die 23-Jährige „fast ein bisschen geschockt gewesen“, schmunzelt Becks. Das seien ja nur noch gute vier Wochen. Für eine, die die Dinge aus Überzeugung langfristig plant, beinahe ein Affront.

EM-Sichtung und erste U 25-DM

Ob sie Ende des Monats in Mannheim starte, sei indes noch gar nicht raus. Vielleicht lieber warten bis Pfingsten, wenn in Wiesbaden geritten wird? Oder gar bis Balve, wo Anfang Juni zum ersten Mal nationale U 25-Meister gekürt und Pferde wie Reiter für die Heim-EM in Hagen am Teutoburger Wald (8. bis 12. September) gesichtet werden?

Becks, vielfache Europameisterin in den Nachwuchsklassen, ist zwiegespalten. Einerseits sei da die Sehnsucht nach den großen Wettkämpfen – schon deshalb, um Damon’s Satelite NRW und Damon’s Delorange eine Bühne zu geben: „Die sind jetzt 13 und 14, also im besten Dressuralter. Ein weiteres verlorenes Jahr wäre für sie echt tragisch.“

Auf der anderen Seite sei Corona ja längst noch nicht besiegt. Auch die aktuell grassierende, besonders tückische Pferdeherpes-Variante treibe sie um: „Da hängen Existenzen dran.“ Von der emotionalen Last der Betroffenen ganz zu schweigen. Mit den Tieren durch das Land zu gondeln, sei da vielleicht nicht die allerbeste Idee.

Dann lieber Sebastian Heinze nach Otti einladen. Der U 25-Nationalcoach schaut regelmäßig bei seinen Kader-Schützlingen vorbei. Im Freien sei das gut zu handhaben, so Becks, die 2020 „viel und gut trainiert“ hat. Vor allem seien ihre jungen Tiere dabei nicht zu kurz gekommen: „Wenn wir zu Turnieren fahren, dann bin ich oft drei, vier Tage nicht daheim.“

Wolle man Corona partout etwas Positives abgewinnen, dann dies: dass mehr Zeit für die Ausbildung ihrer Nachwuchspferde bleibe. Den nächsten Satelite. Die nächste Delorange. Scheint so, als hätte Jil-Marielle Becks zumindest einen Plan B in der Satteltasche.

Delorange wieder fit

Im August 2020 musste Jil-Marielle Becks die Teilnahme an der U 25-EM kurzfristig absagen. Da Damon’s Delorange nicht zu 100 Prozent fit war, entschieden Reiterin, Bundestrainer und Veterinäre, dass ein Start in Ungarn wenig Sinn ergebe. Inzwischen sei die 14-jährige Damon-Hill-Tochter aber wieder für kommende Großtaten bereit, so Becks: „Ihr geht’s gut, sie ist bei Kräften und kann die Rückkehr ins Viereck kaum erwarten.“

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