Badminton: Bundesliga
Union Lüdinghausen vor lösbarer Aufgabe

Lüdinghausen -

Wie der Ligaverband (DBLV) jetzt bekanntgegeben hat, wetteifern am zweiten Juni-Wochenende Gastgeber Bischmisheim, Union Lüdinghausen, BW Wittorf und die SG Schorndorf um zwei Final-Four-Tickets. Das Ziel der Nullachter dürfte klar sein.

Dienstag, 06.04.2021, 16:43 Uhr aktualisiert: 07.04.2021, 14:22 Uhr
Vor zwei Jahren, beim Final Four in Willich, belegten Josche Zurwonne (l.), Jelle Maas und Co. den undankbaren vierten Platz.
Vor zwei Jahren, beim Final Four in Willich, belegten Josche Zurwonne (l.), Jelle Maas und Co. den undankbaren vierten Platz. Foto: flo

Immerhin: Um die Unterbringung von Linda Efler muss sich Michael Schnaase , Teammamanager des Badminton-Bundesligisten Union Lüdinghausen , keine Gedanken machen. Die 26-Jährige lebt und trainiert bekanntlich am Bundesstützpunkt in Saarbrücken, wo am zweiten Juni-Wochenende (12./13.) eines von zwei Playoff-Turnieren stattfindet. In deren Rahmen werden je zwei Teams ermittelt, die sieben Tage drauf (19./20. Juni), voraussichtlich im niedersächsischen Cloppenburg, das Final Four um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft bestreiten.

Saarbrücken also. Die deutlich weitere Anreise, Hotelunterbringung für Spieler und Tross: Aus finanzieller Sicht wäre es Schnaase lieber, nähmen die Steverstädter am anderen Ausscheidungsturnier teil, das der 1. BC Wipperfeld, also ein NRW-Verein, ausrichtet. „Da könnten wir abends problemlos nach Lüdinghausen fahren“, rechnet der Teammanager vor.

Erfolgreicher Umweg?

Betrachtet man die Sache indes rein sportlich, könnte der Umweg über das Saarland für die Steverstädter sogar erfolgversprechender sein. Während bei der Parallelveranstaltung mit den hochgewetteten Gastgebern, dem amtierenden Vizemeister TV Refrath und Union-Angstgegner TSV Trittau drei absolute Schwergewichte versammelt sind (dazu Aufsteiger Jena), scheinen die Lüdinghauser Aufgaben lösbarer. Ja, Serienmeister und Ausrichter Bischmisheim zählt auch 2021 zu den Top-Titelanwärtern. Aber mit der SG Schorndorf und BW Wittorf-Neumünster warten eben dazu zwei Gegner, die auf dem Papier nicht ganz so stark einzuschätzen sind.

Wobei Schnaase an der Stelle vorsichtig ist: „Wittorf hat sich in den ersten beiden Saisonspielen im Oktober richtig stark präsentiert.“ Aufsteiger Schorndorf wiederum war beim 1:6 gegen Union im Herbst zwar chancenlos, habe aber mit dem ehemaligen Weltranglistenzweiten Jan Ø. Jørgensen (fehlte gegen Lüdinghausen) eine echte Waffe in der Hinterhand.

Trotzdem: Ziel des Deutschen Meisters des Jahres 2014 muss die neuerliche Final-Four-Teilnahme sein. Vor zwei Jahren, in Willich, belegten die personell gehandicapten Lüdinghauser den undankbaren vierten Platz (zumindest dieses Schicksal bliebe der Mannschaft im Falle der Qualifikation für das Finalturnier erspart, da es erstmals kein Spiel um Platz drei geben wird).

Erstes Duell vorentscheidend

Vorentscheidend in der Jo-Deckarm-Halle dürfte gleich das erste Spiel am Samstag, 10 Uhr, zwischen Union und Wittorf sein. Abends (19 Uhr) trifft Lüdinghausen auf Schorndorf. Tags darauf (11 Uhr), im Duell mit dem neunfachen Champion und Titelverteidiger Bischmisheim, geht es für die Nullachter idealerweise nur mehr darum, wer den Gruppensieg davonträgt.

So weit mag Schnaase freilich noch gar nicht denken. Es gebe weiter „viele große Fragezeichen. Was ist zum Beispiel mit unseren vier Spielern aus den Niederlanden (aktuell Hochrisikogebiet – d. Red.)? Dürfen die überhaupt nach Deutschland?“ Stünden Roman Zirnwald, der Österreicher, und/oder die Schottin Ciara Torrance zur Verfügung? Trotz der erheblichen Kosten „müssen wir schon mit dem bestmöglichen Team in Saarbrücken antreten. Sonst können wir uns die Reise gleich sparen.“

Zuschauer: Ja, nein, vielleicht

Während Liga-Boss Arno Schley eher davon ausgeht, dass die beiden Playoff-Turniere unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, ist man in Saarbrücken verhalten optimistisch. Geradeerst wurde ein landesweites Modellprojekt mit zahlreichen Lockerungen beschlossen. Denkbar wäre, die Joachim-Deckarm-Arena, die in Nicht-Corona-Zeiten 2000 Menschen Platz bietet, bei einem entsprechenden Rückgang des Infektionsgeschehens zumindest für eine begrenzte Zahl an Besuchern zu öffnen, heißt es aus der Geschäftsstelle der Bischmisheimer. Deutlich kleiner ist die Halle in Wipperfürth (Fassungsvermögen: 700). Aber auch Andreas Lamsfuß, Chef des Ausrichters 1. BC Wipperfeld, hat die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, „dass wir zwischen 200 und 300 Zuschauern reinlassen dürfen“. (flo)

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