Fußball: Corona-Frust
Enttäuschend hoch zehn – Kara und Gamen steigen wieder nicht auf

Lüdinghausen -

Schon jetzt habe sein Team, die SG Gahmen, gehobenes Bezirksligaformat, glaubt Bülent Kara, Ex-Coach des SC Union Lüdinghausen. Aufsteigen darf es trotzdem nicht. Bereits 2020 hatten der Verband und das Virus die Lüner ausgebremst.

Donnerstag, 22.04.2021, 19:53 Uhr aktualisiert: 22.04.2021, 19:58 Uhr
War gut zwölf Monate Cheftrainer der ersten Mannschaft von Union: Bülent Kara (2.v.r.).
War gut zwölf Monate Cheftrainer der ersten Mannschaft von Union: Bülent Kara (2.v.r.). Foto: flo

Auch wenn der Entschluss des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW), die Saison ohne Wertung zu canceln, niemanden mehr überrascht haben dürfte: Der Frust, er sitzt tief bei Spielern wie Offiziellen der SG Gahmen . Der Lüner A-Ligist sieht sich zum zweiten Mal binnen eines Jahres um den Lohn seiner Arbeit gebracht.

Rückblick: Im vergangenen März, vor dem ersten Lockdown, war die Elf des Lüdinghausers Bülent Kara Zweiter der Kreisliga A 2 Dortmund. Alstedde, damals Tabellenführer, war fortan Bezirksligist, Gahmen nicht. So weit, so schlecht. Was Kara und Co. noch mehr auf die Palme brachte: Aus der Parallelstaffel gingen gleich drei Mannschaften hoch. Die Dortmunder Klubs seien dem Verband offenbar wichtiger als jene aus der Peripherie, argwöhnten (nicht nur) die Gahmener.

2021 gar kein Aufsteiger

Weil es diesmal – anders als 2020 – gar keine Aufsteiger gibt, schaut die SG wieder in die Röhre. Die erste Elf war vor der Saison nochmals verstärkt worden, schlug in der Vorbereitung zwei Landesligisten, gab bis Ende Oktober nicht einen einzigen Zähler ab und hat laut Kara „schon jetzt gehobenes Bezirksligaformat“. Daher sei die Annullierung „für uns enttäuschend hoch zehn“.

Corona, findet der Ex- Coach der Nullachter, sei „ein ernstes Thema. Ich kenne persönlich Menschen, die schwer erkrankt oder sogar gestorben sind. Die Gesundheit steht über allem. Trotzdem kann es nicht sein, dass deshalb im Amateursport mit zweierlei Maß gemessen wird und wir zum wiederholten Mal die Dummen sind.“

Was jetzt? Bricht alles zusammen? „Das glaube ich eigentlich nicht“, sagt Kara. Weder drohe nach seinem Kenntnisstand ein personeller Aderlass, noch würden sich Sponsoren im großen Stil abwenden. Ob Gahmen juristisch gegen den neuerlichen Nichtaufstieg vorgehe? „Zumindest prüfen wir alle Optionen, die auf dem Tisch liegen.“

Spieler motivieren? Schwierig

Und Kara selbst? Bleibt er? Er müsse, sagt der Steverstädter, die Dinge zunächst sacken lassen. Grundsätzlich liebe er den Job bei der SG: „Das ist ‘ne tolle Truppe, die seit anderthalb Jahren kein Pflichtspiel verloren hat. Aber wie soll ich die Jungs nach diesen Tiefschlägen motivieren, einen dritten Anlauf zu nehmen? Wieder bei null zu beginnen?“

Sollte es 2022 doch mit der Meisterschaft klappen: Wäre er dann gern in derselben Staffel unterwegs wie der Verein, für den er einst tätig war? „Ich mag Union wirklich sehr, kenne noch viele Leute am Westfalenring und würde mich freuen, wenn die Erste ein weiteres Mal die Klasse hält. Aber ganz ehrlich? Von mir aus kann Gahmen auch in der Bezirksliga Pusemuckel kicken. Hauptsache, wir steigen endlich auf.“

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