Fußball beim FC Matellia Metelen
Die gute Seele der Matellia

Metelen -

Eine Frau im Vorstand eines Fußballvereins – das ist eher eine Seltenheit. In der Vechtegemeinde ist das aber nichts Besonderes mehr. Seit 2012 gehört Uta Weyring dazu. Nach kurzem Zögern hat sie den Posten der Geschäftsführerin übernommen und diese Entscheidung nie bereut.

Montag, 23.12.2013, 15:12 Uhr

Geschäftsführerin Uta Weyring fühlt sich im Vorstand der Matellia-Fußballabteilung sehr wohl.
Geschäftsführerin Uta Weyring fühlt sich im Vorstand der Matellia-Fußballabteilung sehr wohl. Foto: Mareike Katerkamp

Weibliche Mitglieder in Fußballvereinen sind längst keine Seltenheit mehr. Trotzdem sind Frauen in den Abteilungsleitungen noch immer rar gesät. Beim FC Matellia Metelen ist das anders. Seit 2012 sitzt dort Uta Weyring als Geschäftsführerin im Vorstand und hat gemerkt: Vereinstätigkeit ist ein hartes Stück Arbeit. Für Männer genauso wie für Frauen.

Jeden Abend verbringt Weyring eine halbe Stunde vor dem Laptop. Allein zum Wohl der Matellia-Fußballer. Dann kümmert sie sich um das offizielle Postfach, verteilt Nachrichten an die richtigen Ansprechpartner und nimmt eventuelle Spielverlegungen in Angriff. Hat sie am Wochenende Stadiondienst, kommen nochmal einige Stunden hinzu: Clubheim aufschließen, Getränke verteilen und dafür sorgen, dass die Handtücher im Kabinentrakt gewaschen sind.

Wenn die gebürtig aus Wanne-Eickel stammende Metelenerin vom Umfang ihrer Aufgaben als Geschäftsführerin berichtet, denkt sie unweigerlich und mit einem Schmunzeln an ihren Vorgänger Markus Wesseler : „Ich glaube, Markus hat mir den wirklichen Aufwand bewusst verschwiegen.“

Als Wesseler seine Nachfolgerin vor zwei Jahren fragte, ob sie seinen Posten als Geschäftsführer übernehmen möchte, hatte die 48-Jährige erst noch abgewunken. „Ich dachte, das kann besser ein altbewährtes Mitglied machen“, erzählt Weyring. Doch Wesselers Abgang rückte näher, und ein neuer Geschäftsführer war noch immer nicht gefunden. Schließlich überlegte sich Weyring die Sache. Mulmig war ihr dabei dennoch zu Mute. Denn selbst gegen den Ball getreten hatte sie nicht. Stattdessen war Weyring lange Zeit auf der Laufbahn unterwegs: Bis zu ihrem 18. Lebensjahr galt die Leichtathletik als ihr Steckenpferd. Sympathien mit der Matellia-Fußballabteilung hegte sie aber auch schon vor ihrer Mitgliedschaft im Vorstand. „Das ist wichtig für so ein Amt. Sonst hätte ich das auch nicht gemacht“, betont das einzige weibliche Vorstandsmitglied des Fußballvereins aus der Vechtegemeinde. 1983 fuhr Weyring zum ersten Mal zu einem Spiel der Matellia , wieder aufgeflammt ist ihre Verbundenheit zum Verein auch durch ihre Tochter Lena: „Sie spielt Fußball , seit sie 13 ist.“

Mittlerweile ist Weyringnicht mehr aus dem Vorstand wegzudenken. Für sie spielt es keine Rolle, ob nun Männer oder Frauen die Geschicke führen. „Viel wichtiger ist es, dass wir überhaupt noch engagierte ehrenamtliche Kräfte finden. Egal, ob männlich oder weiblich“, so die Geschäftsführerin.

An der Arbeit selbst gefällt ihr vor allem der direkte Kontakt zu den Mannschaften. „Der Job ist ein guter Ausgleich zu meinem sonstigen Alltag. Und man bekommt so viel von den Vereinsmitgliedern zurück. Ich wurde von Anfang an herzlich aufgenommen“, erinnert sich Weyring.

Ganz mit den Klischees kann die Metelenerin dann aber doch nicht aufräumen. „Ein unordentliches Clubheim wird von den Männern schon mal gerne übersehen“, erzählt sie lachend. Und fügt hinzu: „Männer sehen vieles eben einfach etwas lockerer.“ Die dreifache Mutter ist es längst gewohnt, sich in Sachen Fußball behaupten zu müssen. Als Fan von Werder Bremen steht sie auch in ihrer Familie des Öfteren mal ganz alleine da. „Werder-Anhänger zu sein, ist für mich momentan leider eher eine etwas traurige Angelegenheit. Ansonsten gibt es hier in Metelen doch nur Schalker“, weiß Weyring um den Beliebtheitsgrad der „Königsblauen“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2119987?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35351%2F2595143%2F2595146%2F
Liveticker: Preußen Münster - 1. FC Magdeburg
Fußball: 3. Liga: Liveticker: Preußen Münster - 1. FC Magdeburg
Nachrichten-Ticker