Tischtennis beim TTV Metelen
Der Fritz Walter des TTV Metelen

Metelen -

Vor 60 Jahren betrat Josef Wenninghoff die ganz große Tischtennis-Bühne. Als 22-Jähriger nahm der Metelener an der Weltmeisterschaft in Stockholm teil und erreichte dort im Doppel das Achtelfinale. Nur einer von vielen Erfolgen des TTV-Urgesteins, das am Sonntag seinen 80. Geburtstag feiert.

Samstag, 11.02.2017, 07:02 Uhr

Der Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft 1959 war für Josef Wenninghoff (l.) einer seiner größten Erfolge.
Der Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft 1959 war für Josef Wenninghoff (l.) einer seiner größten Erfolge. Foto: TTV Metelen

„Ohne ihn wäre unser Verein gar nicht so bekannt geworden“, ist sich Günter Born sicher. Der Ehrenvorsitzende des TTV Metelen spricht über Josef Wenninghoff, der wesentlich dazu beitrug, dass die Tischtennisspieler aus der Vechtegemeinde deutschlandweit Beachtung fanden. Am morgigen Sonntag feiert Wenninghoff, der in den 50er und 60er Jahren zu den besten deutschen Zelluloidartisten gehörte, seinen 80. Geburtstag.

1957 – also vor sechs Jahrzehnten – betrat Wenninghoff die ganz große Bühne. Der Deutsche Tischtennisbund nominierte den Münsterländer für die Weltmeisterschaft in Stockholm . Zuvor hatte Wenninghoff bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin an der Seite von Ulla Paulsen (Kaltenkirchen) im Mixed gewonnen – einer von insgesamt acht nationalen Titeln, die der Metelener im Lauf seiner Karriere sammelte.

An die WM in der schwedischen Hauptstadt erinnert sich Wenninghoff auch heute noch gerne zurück. Vor allem die Doppelkonkurrenz mit dem Bochumer Bernie Vossebein ist dem TTV-Urgestein bestens in Erinnerung geblieben. Bei den Wettbewerben in den Königlichen Tennishallen gab es Siege gegen Paarungen aus Südafrika, Schweden und Portugal, ehe sich im Achtelfinale die Ungarn Ferenc Sidó und Elemer Gyetvay als zu stark erwiesen.

Wenninghoff, der als jüngstes von fünf Geschwistern aufwuchs, landete zwei Jahre später den ganz großen Coup – den Gewinn der deutschen Mannschaftsmeisterschaft mit dem TTV Metelen. „Jupp war ein begnadeter Spieler. Er hatte eine super Vorhand, eine super Rückhand und eine super Verteidigung. Er war der perfekte Allrounder“, erinnert sich Jürgen Langer, der 1959 als Jüngster zum Meisterteam gehörte.

Vor allem Wenninghoffs Rückhand ist in Erinnerung geblieben. Aus dem Handgelenk heraus geschlagen war sie seine beste Waffe. „Die plötzlichen Richtungswechsel des Balles waren für den Gegner nicht zu lesen. Das war der Wahnsinn“, weiß Günter Born, der unzählige Partien Wenninghoffs für den TTV gesehen hat.

Wenninghoff, der als Saalmeister bei der Seidenweberei Gebhard angestellt war und später das St. Sophien-Heim für Menschen mit Behinderung leitete, wurde schon als 15-Jähriger in die erste Mannschaft integriert. Von 1952 bis 1973 stand er für das Sextett aus der Vechtegemeinde in der Ober- und Bundesliga an den Platten. „Anfragen anderer Vereine dürfte es gegeben haben, aber für Jupp gab es nur unseren Verein. Insofern kann man schon sagen, dass er der Fritz Walter des TTV Metelen ist“, findet Born.

Von 1976 bis 1991 half Wenninghoff als Aktiver mit, als der TTV nach jähem Ende der goldenen Bundesliga-Jahre einen Neuanfang auf Bezirksebene wagte. Dass die Metelener Rückschlagsportler relativ schnell wieder in den höheren Amateurklassen zu finden waren, hätte zu einem großen Teil auch an Wenninghoff gelegen, erklärt Jan Tewes. Der zweite Vorsitzende des TTV hat aufgrund seines Alters Wenninghoff zwar nicht mehr live im Wettkampfbetrieb sehen können, doch Tewes hat sich viel über Wenninghoff berichten lassen – über die Weltmeisterschaft in Stockholm, das DM-Finale 1959 in Berlin und natürlich über die spektakuläre Rückhand.

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