Radsport
Stenings Höllenritt zur Wartburg

Ochtrup -

Thorsten Stening hat seit zehn Jahren mit Haut und Haaren dem Radmarathon verschrieben. In dieser Zeit meisterte der Ochtruper viele Herausforderungen. Aber der „Flèche Allemagne“ war für ihn so hart wie noch kein Rennen zuvor.

Mittwoch, 03.05.2017, 14:05 Uhr

Thorsten Stening kurz vor dem Ziel: Mit der Wartburg im Rücken und der Ankunft vor Augen, wurden die letzten Kilometer für den Ochtruper Randonneur zu einer Triumphfahrt.
Thorsten Stening kurz vor dem Ziel: Mit der Wartburg im Rücken und der Ankunft vor Augen, wurden die letzten Kilometer für den Ochtruper Randonneur zu einer Triumphfahrt. Foto: Burning Roads

Thorsten Stening liebt die Herausforderung im Sattel. Strecken bis zu 600 Kilometern nonstop hat der Marathon-Radrennfahrer aus Ochtrup schon zurückgelegt. Jetzt stellte sich Stening einer ganz besonderen Aufgabe– dem „Flèche Alle­magne“.

Dabei handelt es sich um einen Teamwettbewerb, an dem Randonneure (Marathon-Radrennfahrer) aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen. Ziel der Mannschaften, die von unterschiedlichen Ausgangspunkten starteten, war die Wartburg in Eisenach . Voraussetzung für eine Teilnahme: Die Gesamtstrecke musste mindestens 360 Kilometer lang sein und in 24 Stunden bewältigt werden.

„Ich hatte im Vorfeld ziemlichen Respekt, denn die Herausforderung war sehr groß. Schließlich liegt der Flèche am Anfang der Saison, dementsprechend früh muss man die langen Distanzen im Training absolviert haben. Das ist angesichts des langen Winters nicht ganz einfach“, stellte sich Stening auf ein hartes Rennen ein.

Zusammen mit Ben Urbanke (Berlin), Franz Driessen (Wasserberg) und Tobias Solbach (Düsseldorf) – allesamt erfahrene Langstreckler – ging es am Samstagmorgen um 8.30 Uhr auf die Piste. Die ersten 160 der insgesamt 400 Kilometer waren am späten Nachmittag ab solviert. „Doch danach wurde das Streckenprofil anspruchsvoller“, verwies der in Metelen aufgewachsene Stening auf die Ausläufer des Sauerlandes und die Warburger Börde. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit hatte das Quartett zwei Drittel der Distanz geschafft und sich mit einem kohlenhydratreichen Abendessen (Reis, Nudeln, Salat) belohnt. Aber das schwerste Teilstück sollte noch kommen.

„In Nachhinein muss ich sagen, dass es einen Fléche Allemagne vor und einen nach dem Abendessen gab. Denn was sich im weiteren Verlauf des Rennens abspielte, werde ich nie vergessen“, so Stening.

Die einsetzenden Minusgrade machten dem Töpferstädter und seinen Mitfahrern zu schaffen. Obwohl dick eingepackt, zog die Kälte komplett durch und saugte den Pedaleuren alle Kraft aus den Körpern. Dazu kam die Müdigkeit. „Zu diesem Zeitpunkt hat der Kopf übernommen. Das war nur noch eine Sache des Willens. In solchen Situationen ist es von großem Vorteil, in einer erfahrenen Mannschaft diesen unwirtlichen Umständen zu trotzen“, weiß der ehemalige Fußballtorwart von Matellia Metelen und Arminia Och­trup.

Bei Sonnenaufgang war das „Burning-Roads-Team“ aus Ochtrup kurz vor Eisenach immer noch voll im Zeitplan. Als nach den letzten sehr schwierigen Anstiegen die Wartburg in Sicht kam, gab es für Stening die maximale Endorphinausschüttung. „Wir haben auf der Strecke echt gelitten, daher fühlten sich die letzten Kilometer wie eine Triumphfahrt an. Das Ankommen war für mich wie die Landung auf dem Mond“, freute sich der Ausdauersportler hinterher.

„Das war sicherlich mein härtestes Rennen, aber auch mein schönstes“, strahlte der rundum glückliche Stening auf der Wartburg. Einen Wunsch hatte der 39-Jährige aber doch: „Hoffentlich wird das Wetter beim nächsten Flèche wärmer.“

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