Fußball: Kreisliga A Steinfurt
Doppelpower auf Langenhorster Trainerbank macht sich bezahlt

Ochtrup -

Die SpVgg Langenhorst/Welbergen setzt als einer von ganz wenigen Vereinen im Kreis Steinfurt auf eine Doppellösung auf der Trainerbank. Thorsten Bäumer und Thomas Fraundörfer haben mit den Schwarz-Gelben in der abgelaufenen Saison als Aufsteiger die Klasse gerockt. Für die beiden Coaches kein Neuland, denn schon als aktive Kicker bildeten die beiden ein kongeniales Duo.

Mittwoch, 19.06.2019, 12:30 Uhr
SpVgg-Trainer Thorsten Bäumer bezeichnet es als einen echten Glücksgriff . . . ,
SpVgg-Trainer Thorsten Bäumer (r.) bezeichnet es als einen echten Glücksgriff, Thomas Fraundörfer (l.) ins nBoot geholt zu haben. Foto: Marc Brenzel

Thorsten Bäumer und Thomas Fraundörfer sind nicht nur dicke Kumpel, sondern coachen auch gemeinsam die Fußballer der SpVgg Langenhorst/Welbergen. Im Vorjahr schafften sie den lang ersehnten Aufstieg in die A-Liga, die abgelaufene Saison beendeten sie als Tabellensiebter. So gut waren die Schwarz-Gelben noch nie. Grund genug für WN-Sportredakteur Marc Brenzel , den beiden Langenhorster „Jahrhunderttrainern“ auf den Zahn zu fühlen.

Herr Bäumer, wie wichtig war es für den Erfolg, dass Sie Thomas Fraundörfer im Sommer 2017 mit ins Boot geholt haben?

Thorsten Bäumer: Das war ein absoluter Glücksgriff und das entscheidende Puzzleteil zum Aufstieg. Nicht nur, weil Thomas im Gegensatz zu mir einen Trainerschein besitzt. Wir ergänzen uns super.

Das soll ja auch schon zu Spielerzeiten beim SV Wilmsberg so gewesen sein, oder?

Thomas Fraundörfer: Stimmt. Thorsten war Mittelstürmer, ich dahinter oder auf den Flügeln unterwegs. Da habe ich ihm ein paar Tore aufgelegt.

Sie waren 2013/14 ja selbst mal als alleiniger Coach für die SpVgg zuständig. Wie kam es, dass sie drei Jahre später in veränderter Position zurückgekehrt sind?

Fraundörfer: Aufgrund meines Berufs als Bereitschaftspolizist kann ich dem Fußball gegenüber kaum Zugeständnisse machen. Dafür sind wir an den Wochenenden zu oft im Einsatz. So ist das aber eine gute Lösung. Nachdem mich Thorsten gefragt hat, ob ich mit ihm zusammen den Job machen wolle, stand ich schon wenig später auf dem Platz.

Wie sind denn die Kompetenzen aufgeteilt? Wer hat den Hut auf?

Bäumer: Wenn es hart auf hart kommen würde – ich. Aber so weit ist es noch nie gekommen. Natürlich haben wir auch mal unterschiedliche Meinungen, aber ich lasse mich gerne von Thomas‘ Argumenten überzeugen oder wir treffen uns in der Mitte. Es geht um die Zusammenarbeit, da muss keiner nach vorne preschen.

Aus Kreisen der Mannschaft wurde mal behauptet, es gäbe bei den Trainern die Rollenverteilung „Guter Bulle, böser Bulle“. Ist da was dran?

Bäumer: Thomas bevorzugt vielleicht eine direktere Ansprache als ich, aber ich kann auch laut werden, wenn es sein muss.

Fraundörfer: Thorsten mag nach außen hin etwas ruhiger wirken, aber wir kennen uns schon über 30 Jahre. Daher weiß ich, was in ihm vorgeht. Was die Ansprachen angeht, halten wir es mal so, mal so. Im Laufe der Zeit habe ich viel dazu gelernt. Wir bewegen uns auf der unteren Amateurebene, da muss die Kirche im Dorf bleiben.

Wie rege ist der Austausch während der Saison?

Bäumer: Wir befinden uns natürlich in einem intensiven Austausch, aber der findet nicht täglich statt. Ich bekomme schon von den Spielern genug Nachrichten am Tag. Irgendwann muss mit der ganzen Whats­App‘erei und den SMS ja auch mal Schluss sein. Aber Thomas kann sich sicher sein, dass ich den Kontakt zu ihm schon bald wieder aufnehmen werde.

Was hat den Ausschlag gegeben, dass die Mannschaft eine so überragende Serie abgeliefert hat?

Bäumer: Es hat sich einfach bezahlt gemacht, dass wir uns nicht in die A-Liga hochgegrätscht haben, sondern in den vergangenen Jahren immer Fußball spielen wollten. Wir haben genug Jungs, die mit einem Kontakt spielen können. Hinzu kommen mit Sven Murawski ein super Betreuer und ein super Umfeld.

Und was ist in der nächsten Saison möglich?

Fraundörfer: Unser Problem ist der schmale Kader mit 15 bis 18 Leuten. Mal ­gucken, was möglich ist, wenn wir optimal durchkommen, sprich die langen Verletzungen ausbleiben.

Bäumer: Ich will das jetzt nicht an einem Tabellenplatz festmachen. Wichtiger ist mir, dass wir die Jungs, die aus der A-Jugend hochkommen, weiterbringen. Es gilt, die Basis zu schaffen, dass der Verein noch länger in der A-Liga spielen kann. Ich weiß gar nicht, wie lange es her ist, dass Langenhorst/Welbergen überhaupt mal zwei Saisons hintereinander in dieser Klasse war.

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