Vor 25 Jahren holte sich der FC Matellia den Ex-Profi als Spielertrainer
Alco Joosten hatte in Metelen eine richtig tolle Zeit

Metelen -

Ein Kicker mit Charisma – das war Alco Joosten schon zu seinen Profizeiten bei Wattenscheid 09 und beim ASC Schöppingen. Vor 25 Jahren stieg der Niederländer dann in das Trainergeschäft ein. Und zwar beim FC Matellia Metelen, der unbedingt aus der B-Liga heraus wollte und dafür einen Leader suchte. Der Plan ging auf: Die Matellia stieg auf, und Joosten hatte eine richtig tolle Zeit bei den Schwarz-Weißen.

Freitag, 17.07.2020, 14:02 Uhr
Beim ASC Schöppingen und auch bei der SG Wattenscheid 09 kam Alco Joosten (M.) vorwiegend als Rechtsverteidiger zum Einsatz.
Beim ASC Schöppingen und auch bei der SG Wattenscheid 09 kam Alco Joosten (M.) vorwiegend als Rechtsverteidiger zum Einsatz. Foto: WN

Für Karsten Pabel ist er „einfach genial“ gewesen. „Mit der beste Trainer, den ich als Fußballer je hatte“, schwärmt der 2. Vorsitzende des FC Matellia Metelen. „Ein ganz Abgewichster, der einem den Fußball super vermitteln konnte.“ Der, auf den Pabel seine kleine Laudatio hält, ist Alco Joosten . Von 1995 bis 1998 trainierte der Niederländer die Matellia-Kicker und führte sie dabei in die A-Liga zurück.

Warum sich ein Ex-Profi mit 32 Zweitliga-Einsätzen für Wattenscheid 09 und gestandener Oberliga-Akteur mit 179 Partien für den ASC Schöppingen vor einem Vierteljahrhundert unbedingt einen B-Ligisten als erste Trainerstation aussuchte, beantwortet Joosten ganz cool: „Ich wollte weg vom ASC Schöppingen, hatte auch schon ein gewisses Alter erreicht, und der Matellia-Vorstand mit Clemens Kauling und Reiner Weßling hat sich sehr um mich bemüht. Also warum nicht?“

„Alco damals zu uns zu holen, war gar nicht so kompliziert. Wir haben uns zwei, drei Mal zusammengesetzt, und dann hat er zugesagt. Ein Trainer, mit dem man über alles sprechen konnte und für den der Zusammenhalt das Wichtigste war“, erinnert sich Weßling, der Mitte der 90er Jahre dem Club aus der Vechtegemeinde vorstand. „Nur vor einer Sache war er bange: Wenn es gewittert hat, war Alco der Erste, der in die Kabine gerannt ist.“

Ansonsten war der Defensivspezialist aus Roden bei Groningen, der 1990 mit dem ASC Schöppingen den Westfalenpokal gewann, ein ganz Robuster. „Ich bin keinem Pressschlag aus dem Weg gegangen“, stellt der mittlerweile 57-Jährige klar. Und das, obwohl er am liebsten ohne Schienbeinschoner auflief. „Alles, was mich irgendwie beengt hat, konnte ich nicht gut haben. Hochgezogene Stutzen, Verbände oder eben Schienbeinschoner“, erklärt Joosten, dem in seiner aktiven Laufbahn auch Angebote aus der Bundesliga vorlagen.

Als die FIFA 1990 das Tragen von Schienbeinschonern zur Pflicht machte, musste sich Joosten anpassen. Aber auf seine Weise . . . „Ich habe mir extra kleine gekauft, für E-Jugendliche. Die haben mich nicht ganz so stark behindert, und die Schiris konnten auch nix mehr sagen“, schmunzelt Joosten, der auch auf eine sportliche Vergangenheit beim FC Twente Enschede zurückblicken kann.

In den ersten beiden Spielzeiten unter dem Niederländer musste die Matellia erst der DJK Burgsteinfurt und dann dem TuS Laer den Vortritt lassen. „Man kann ja nicht alles haben. Die Konkurrenz war auch wirklich stark“, weiß der Coach noch genau. Im dritten Anlauf tüteten die Metelener dann den langersehnten Aufstieg ein. „Eine tolle Zeit. Das Publikum war echt heißblütig, und die Jungs im Team waren alle voll in Ordnung.“

Seine Amtszeit im Kreisoberhaus blieb allerdings nur von kurzer Dauer, denn nach einem halben Jahr trennten sich die Beteiligten. Er hätte einfach nicht mehr die ausreichende Zeit gehabt, argumentiert Joosten rückblickend.

„Aber nicht nur als Trainer war Alco super, auch abseits des Platzes ist er ein echter Top-Typ gewesen“, dreht Karsten Pabel das Rad der Zeit zurück. Ein Zuspiel, das Joosten gerne aufnimmt: „Natürlich muss auf dem Feld Disziplin herrschen, aber nach dem Spiel soll es auch gemütlich und gesellig sein“, brachte der Übungsleiter den Leistungs- und den Sozialgedanken prima unter einen Hut.

Nach seinem Engagement bei der Matellia coachte Joosten noch im Jugendbereich des ASC Schöppingen und Mitte der 90er Jahre zwei Saisons lang den Kreisligisten SV Eggerode. Mittlerweile hat der gelernte Schreiner das Kapitel „Fußball“ für sich weitgehend abgeschlossen. „Ich hatte eine richtig schöne Zeit, aber aktuell bewegt mich der Fußball nicht mehr so. Das liegt auch daran, dass ich viel zu tun habe, lange unterwegs bin und sonntags einfach froh bin, in Ruhe im Garten zu sitzen. Und dann gibt es da auch noch meine Katzen, Hunde und Pferde.“

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